
Vor über 2600 Jahren lebte der Prophet Daniel, der in verschiedenen Visionen die Geschichte der Menschheit bis zum Ende gesehen hatte. Dieser Beitrag stellt eine Einleitung zum Thema Endzeit dar.
von Lukas Stein, Anna Huda
Einleitung zum Thema Endzeit
Das Wort Endzeit beschreibt die Zeit, in der sich unsere Erde dem Ende neigt. Vielleicht gilt dies sogar für das sichtbare Universum, wie wir es kennen. Wie in vielen anderen Religionen kennt auch die Bibel „das Ende der Welt”. Die Welt wird nicht immer so bleiben, wie sie ist, denn Jesus kommt zurück: Die Bibel gibt eine Menge Hinweise auf den Zustand der Welt und die Abläufe vor der eigentlichen Wiederkunft Jesu. Da dieses Thema komplex ist und es viele verschiedene Versionen der Wiederkunft Jesu gibt, sollte zunächst betont werden, dass es nicht möglich ist, den Tag der Wiederkunft vorauszusagen oder zu berechnen! Diese Aussage beruht auf Matthäus 24,36:
| Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. |
Wenn also jemand behauptet, Jesus wird dann und dann wiederkommen, so glaubt ihm nicht! Denn auch er kann es nicht wissen! Die Geschichte hat schon mehrfach gezeigt, wie fruchtlos die Bemühungen sind, ein Datum festzulegen. Allerdings lässt sich anhand der Prophetie bestimmen, ob wir in der Endzeit leben oder ob sie bald anbrechen wird! Die Endzeit und die Wiederkunft Jesu sind zwei sehr wichtige Themen in der Bibel und werden immer wieder thematisiert. Daher ist es erstaunlich, wie wenig darüber in den Kirchen gepredigt wird.
Gott hat durch Jesus und seine Propheten mehrfach Hinweise auf die Endzeit gegeben – sogar auch über die weiteren Abläufe bis hin zur Schaffung der neuen Erde und des neuen Himmels! In Amos (3,8) heißt es, dass Gott nichts tue, ohne es vorher seinen Propheten zu offenbaren. Dementsprechend müssen sich in der Bibel leicht Gottes Pläne für die Zukunft finden lassen!
In Lukas 21,29–31 sprach Jesus über die Zukunft (vgl. Mk 13, Mt 24 und Lk 21!) wie folgt:
| Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: Wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass der Sommer schon nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. |
Jesus fordert uns auf, wachsam zu bleiben, und warnt uns vor Verführungen! Er sagt in Matthäus 24,24, dass viele falsche Christusse und Propheten kommen werden! Noch schlimmer: Sie werden große Zeichen und Wunder tun und viele verführen! Sie werden übernatürliche Dinge tun – vielleicht Feuer vom Himmel regnen lassen! Ich frage mich, wie sehr mich das beeindrucken würde und, ob ich nicht auch verführt werden würde! – Wie kann man sich nur davor schützen? Die Bibel sagt: Man muss wachsam und nüchtern bleiben – mit anderen Worten: Man sollte sich mit dem Thema beschäftigen, die Ereignisse in der Welt kritisch beobachten und zugleich nicht in Angst oder Schwärmerei verfallen.
Sicherlich sind die Zeugnisse der Propheten nicht immer leicht zu verstehen und es ist zu befürchten, dass die meisten Menschen von der Endzeit überrascht werden. Sie werden die „Zeichen der Zeit” nicht erkennen, weil sie sich nie mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Für sie wird Jesus so überraschend kommen wie ein Dieb in der Nacht. Paulus sagt in 1. Thessalonicher 5, 3:
| Wenn sie sagen: »Friede und Sicherheit«, dann überfällt sie schnell das Verderben wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entrinnen. |
Die Verse 4–6 richten sich an uns:
| Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. 5 Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. 6 So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein. |
Es ist daher sehr wichtig, persönlich die Bibel zu lesen und zu studieren. Doch betrachtet man den „modernen Menschen”, so begegnen wir Menschen, die entweder nichts von Gott und der Bibel wissen bzw. wissen wollen oder, noch schlimmer: Sie verfügen über eine Form und einen Inhalt des Glaubens, die mit dem biblischen Lehrgebäude nicht deckungsgleich ist; d. h. Irrlehren haben sich in das religiöse Denken eingeschlichen und das religiöse Empfinden ist vernebelt – das Bild von Gott (auch von dessen Liebe und Gerechtigkeit) ist entstellt.
Die endzeitliche Welt wird oft als eine ziemlich finstere Welt beschrieben. Aber damit wir angesichts dieser düsteren Beschreibung nicht in Resignation verfallen, hat Gott uns durch seine Propheten und Apostel, durch die Bibel, viele Weisheiten offenbart. Ja, sogar beinhaltet die Bibel ein ganzes Buch, das sich intensiv mit der Wiederkunft Jesu, der Endzeit und dem großen Finale beschäftigt. Es ist das 66. Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes. Wer schon einmal einen Blick hinein geworfen hat, wird festgestellt haben, dass es sich dort um einige seltsame Wesen handelt… um Tiere mit Hörnern, Drachen, Frauen, die Hure Babylon… Auch die berühmt-berüchtigte Zahl 666 wird dort erwähnt. Obwohl dieses Buch zunächst sehr verschlüsselt wirkt, heißt es „Die Offenbarung”!
Was heißt denn „offenbaren”? Das Wort bedeutet: offenlegen, dokumentieren, erkennen lassen, weissagen usw. Auch hört man oft, dass die Offenbarung ein versiegeltes (d. h. verschlüsseltes und für uns unverständliches) Buch und daher nicht zu verstehen sei. Würde es allerdings dann „Offenbarung” heißen? Tatsächlich stellt jeder, der die Bibel intensiv studiert, schnell fest, dass die Offenbarung kein versiegeltes Buch ist! Ja, es verwendet sehr viele Symbole, aber Vieles kann genau gedeutet werden, und zwar erstaunlich gut!
An dieser Stelle soll jedoch der Fokus weg von der Offenbarung hin zu einem Buch gelenkt werden, das hunderte Jahre vor Christus niedergeschrieben wurde: Es ist das Buch des Propheten Daniel. Denn das Buch Daniel ist genauso spannend! Später werden noch weitere Verweise zum Thema Offenbarung gegeben.
Zunächst muss gesagt werden, dass jede Prophetie interpretiert werden muss, solange sie nicht in Erfüllung gegangen ist. Da Irren menschlich ist, lassen sich Interpretationsfehler im Allgemeinen nicht ausschließen. Jedoch legt sich die Bibel in der Regel selbst aus. Das heißt, man kann anhand anderer Bibelstellen auf die Aussage einer bestimmten Bibelstelle schließen. Ähnlich wie in der Juristerei – die sogenannte analoge Anwendung. Auch ist es oft der Fall, dass die Prophetie aus mehreren Teilen besteht und wie ein Puzzle zu behandeln ist. Je mehr Stücke zusammenpassen, umso unwahrscheinlicher wird es, dass die Annahmen falsch sind.
Die folgende Deutung von Daniel 2 scheint mir die beste, von den mir bekannten, zu sein. Natürlich gibt es auch andere plausible Interpretationen, aber was hilft eine Interpretation, wenn sie in Widerspruch zu anderen Bibelstellen steht? Dann muss sie falsch sein! Es steht jedem frei, die hier vorgestellte Auslegung abzulehnen. Allerdings wäre es in solchen Fällen zielführend, eine bessere Interpretation vorzuschlagen. Mir persönlich ist bislang keine bessere Auslegung von Daniel 2 bekannt.
Babylon
Bevor wir anfangen, möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass das Buch Daniel auch für die Endzeit von besonderer Bedeutung ist. Es behandelt das Leben des Propheten Daniel während seiner Gefangenschaft in Babylon. Das historische Babylon bekommt in der Offenbarung einen neuen, symbolischen Charakter:
| Der Prophet Jeremia Das alte Babylon | Die Offenbarung Das symbolische Babylon |
| Jeremia 51,8: Wie plötzlich ist Babel gefallen und zerschmettert! Heult über Babel, bringt Balsam für seine Wunden, ob es vielleicht geheilt werden könnte. (Siehe auch: Jes 21,9) | Offenbarung 14,8: Und ein zweiter Engel folgte, der sprach: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die Große; denn sie hat mit dem Zorneswein ihrer Hurerei getränkt alle Völker. |
| Jeremia 51,13: Die du an großen Wassern wohnst und große Schätze hast, dein Ende ist gekommen, dein Lebensfaden wird abgeschnitten! | Offenbarung 17,1: Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir zeigen das Gericht über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt. |
| Jeremia 51,7: Ein goldener Kelch, der alle Welt trunken gemacht hat, war Babel in der Hand des HERRN. Alle Völker haben von seinem Wein getrunken; darum sind die Völker so toll geworden. (Siehe auch: Offb 18,3) | Offenbarung 17,4: Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen und hatte in ihrer Hand einen goldenen Becher, voll von Gräueln, und die Unreinheit ihrer Hurerei |
| Jesaja 47,8: So höre nun dies, die du in Wollust lebst und so sicher sitzt und sprichst in deinem Herzen: »Ich bin’s und sonst keine; ich werde keine Witwe werden noch ohne Kinder sein« | Offenbarung 18,7: Was ihr Glanz verlieh und was sie verprasste, das schenkt ihr ein als Qual und Leid! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne hier und bin eine Königin und bin keine Witwe, und Leid werde ich nicht sehen. |
| Jeremia 51,6: Flieht aus Babel und rette ein jeder sein Leben, dass ihr nicht untergeht in seiner Schuld. Denn dies ist für den HERRN die Zeit der Rache, um ihm seine Taten zu vergelten. | Offenbarung 18,4: Und ich hörte eine andre Stimme vom Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden, und hinaus aus ihren Plagen, damit ihr sie nicht empfangt! |
| Jeremia 51,48: Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, werden jauchzen über Babel, dass seine Verwüster von Norden kommen, spricht der HERR. | Offenbarung 18,20: Freue dich über sie, Himmel, und ihr Heiligen und Apostel und Propheten! Denn Gott hat sie gerichtet um euretwillen. |
| Jeremia 51,63.64: Und wenn du das Buch ausgelesen hast, so binde einen Stein daran und wirf’s in den Euphrat und sprich: So soll Babel versinken und nicht wieder aufkommen von dem Unheil, das ich über sie bringen will. So weit die Worte Jeremias. | Offenbarung 18,21: Und ein starker Engel hob einen Stein auf, groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird mit Sturmgewalt niedergeworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden. |
Diese Parallelen sind gewiss nicht zufällig. Hier zeigt sich deutlich, dass das Alte und das Neue Testament miteinander verbunden sind und nicht losgelöst voneinander geschrieben wurden.
Inwiefern die einzelnen Ereignisse aus dem Buch Daniel auf die Endzeit zu übertragen sind, ist nicht sicher. Ein Denkanstoß mag die Anbetung des Bildes in Daniel 3 sein. Wer sich weigerte, sollte getötet werden. Die Parallelstellen dazu im Buch Offenbarung finden wir in den Kapiteln 13 und 15, wo ebenfalls ein Bild angebetet werden soll. Vielleicht werde ich später dazu mehr schreiben…
Beginnen wir nun mit » Daniel 2!









