Ist die Unterscheidung von reinen und unreinen Tieren in 3. Mose 11 noch relevant?

von

Ger­hard F. Hasel

(Über­set­zung: Hel­ga Schu­len­burg)

Einführung

Reine und unreine Tiere nach der Bibel

Ist die Unter­schei­dung von rei­nen und unrei­nen Tie­ren, die in 3. Mo 11, 2–23, 41–45 und in 5. Mo 14, 3–20 (1) gemacht wird, heu­te noch von Bedeu­tung.” Die Mehr­zahl der Chris­ten und sogar bestimm­te Grup­pen von Juden beach­ten die­se Unter­schei­dun­gen in ihren Ess­ge­wohn­hei­ten nicht mehr. Eini­ge behaup­ten, das Fest­hal­ten an den bibli­schen Spei­se­vor­schrif­ten sei eine Inkon­se­quenz von Sei­ten prak­ti­zie­ren­der Chris­ten, die auf das Hal­ten des Zere­mo­ni­al­ge­set­zes gegrün­det sei; ein Gesetz, das in Chris­tus Erfül­lung gefun­den habe und für Chris­ten nicht bin­dend sei. Die­ses The­ma wirft die wesent­li­che Fra­ge auf, ob die Spei­se­vor­schrif­ten in 3. Mo 11 und 5. Mo 14 außer­halb des Rah­mens des alt­tes­ta­ment­li­chen Zere­mo­ni­al- und Ritu­al­ge­set­zes ste­hen. Sind die­se Spei­se­vor­schrif­ten Teil eines uni­ver­sa­len bibli­schen Geset­zes und “mora­li­scher Impe­ra­ti­ve”, (2) die für bibel­gläu­bi­ge Men­schen heu­te immer noch gül­tig sind? Die­se Fra­gen stel­len gro­ße Pro­ble­me dar, die hin­sicht­lich der Unter­schei­dung zwi­schen rei­nen und unrei­nen Tie­ren und ihrer Bedeu­tung für die heu­ti­ge diä­te­ti­sche Pra­xis beach­tet wer­den müs­sen.

Die meis­ten moder­nen Kom­men­ta­to­ren und Exege­ten inter­pre­tie­ren die Unter­schei­dung von rein und unrein als ritu­ell, kul­tisch und im Wesen zere­mo­ni­ell, d. h. die Unter­schei­dung von rein und unrein ist Teil des israe­li­ti­schen Kul­tus und gehört zum so genann­ten Zere­mo­ni­al­ge­setz. Die­se Inter­pre­ta­ti­on fand über die Jahr­hun­der­te hin­weg die größ­te, wenn auch nicht die vol­le Unter­stüt­zung in der christ­li­chen Kir­che. Wir müs­sen dar­an erin­nert wer­den, dass in den ers­ten Jahr­hun­der­ten der Chris­ten­heit dem The­ma der rei­nen und unrei­nen Tie­re inner­halb des grö­ße­ren Kon­tex­tes der Rei­ni­gungs­ge­set­ze gro­ße Beach­tung geschenkt wur­de. (3) So hat z. B. die Ost­kir­che im All­ge­mei­nen die Geset­ze über Unrein­heit jahr­hun­der­te­lang unter­stützt. Dies macht deut­lich, dass es nicht so leicht ist, eine im Pen­ta­teuch gege­be­ne Vor­schrift dem Zere­mo­ni­al­ge­setz zuzu­ord­nen, wie eini­ge vor­schla­gen und mei­nen, dass damit das Pro­blem gelöst sei.

Die häu­fi­ge Ver­knüp­fung bibli­scher Vor­schrif­ten in Bezug auf Spei­se­fra­gen in 3. Mo 11 und 5. Mo 14 mit dem Zere­mo­ni­al­ge­setz stellt eini­ge der grund­le­gends­ten Fra­gen bezüg­lich bibli­scher Aus­le­gung. Der wesent­li­che Kern ist die Fra­ge: Ist die Wei­sung in 3. Mo 11 hin­sicht­lich der diä­te­ti­schen Unter­schei­dung von rei­nen und unrei­nen Tie­ren Ergeb­nis der “Spei­se­ge­set­ze des Pen­ta­teuch durch die Pries­ter ver­kün­det,” (4) und daher auf das alte Isra­el, sei­ne Kult­vor­schrif­ten und Zere­mo­ni­al­ge­set­ze beschränkt! (5) Oder ist es eine gött­li­che Vor­schrift, die zu dem gehört, was man als “uni­ver­sa­les Gesetz” bezeich­nen kann, näm­lich ein Gesetz, das nicht zeit­lich begrenzt und auf ein bestimm­tes Volk beschränkt ist, son­dern das für alle Zei­ten und an allen Orten Gül­tig­keit hat? Wenn letz­te­res der Fall ist und es mit bibli­schen Grund­la­gen nach­ge­wie­sen wer­den kann, dann wird die Unter­schei­dung zwi­schen rei­nen und unrei­nen Tie­ren blei­ben­de Bedeu­tung für heu­ti­ge Bibel­gläu­bi­ge haben!

Auf die­se kurz zusam­men gefass­ten Fra­ge­stel­lun­gen gegrün­det, wird es das Anlie­gen die­ser Aus­ar­bei­tung sein, fol­gen­de Punk­te zu behan­deln.

  1. Gehö­rt die Unter­schei­dung von reinen/unreinen Tie­ren in 3. Mo, 11 zu der rein/­un­rein- Unter­schei­dung im all­ge­mei­nen Zere­mo­ni­al­ge­setz, wie es so weit ver­brei­tet vor­ge­schla­gen wird?
  2. Was offen­bart die Plat­zie­rung der rein/­un­rein-Unter­schei­dung von Tie­ren in 3. Mo 11 über ihre Bedeu­tung inner­halb des Kon­tex­tes im 3. Buch Mose!
  3. Wie die­nen die Ver­glei­che und Kon­tras­te der beim Spei­se­ge­setz in 3. Mo 11 benutz­ten spe­zi­el­len Spra­che als ent­schei­den­de Punk­te, um zu demons­trie­ren, dass die rein/­un­rein-Unter­schei­dung in Bezug auf Tie­re zum uni­ver­sa­len Gesetz gehört?
  4. Wel­che ande­ren inter­nen Indi­ka­to­ren wer­den durch eine kon­zep­tio­nel­le Ver­knüp­fung des Spei­se­ge­set­zes in 3. Mo 11 mit ande­ren Tei­len des Alten Tes­ta­ments sicht­bar gemacht, die anschei­nend ver­deut­li­chen, dass 3. Mo, 11 kein Teil des zere­mo­ni­el­len ritu­el­len Geset­zes ist, son­dern heu­te noch zum gül­ti­gen uni­ver­sa­len Gesetz gehört?
  5. Wel­che ratio­na­le Grund­la­ge lie­fert 3. Mo 11 für das Spei­se­ge­setz in Bezie­hung zu sei­nem grö­ße­ren bibli­schen Kon­text und wie zeigt dies sei­ne fort­dau­ern­de Bedeu­tung für heu­ti­ge Bibel­gläu­bi­ge auf?

Zwei Arten von rein/unrein-Unterscheidungen

Grund­la­ge für jede Dis­kus­si­on über die Unter­schei­dung von rein/unrein ist die Tat­sa­che, dass das Alte Tes­ta­ment zwei klar defi­nier­te Arten von Unrein­heit kennt. Die eine Art von Unrein­heit ist per­ma­nent (blei­bend), nicht ritu­ell, nicht kul­tisch und nicht zere­mo­ni­ell im Wesen und Zweck; die ande­re Art ist ein­deu­tig ritu­ell, kul­tisch und zere­mo­ni­ell im Wesen und Zweck und in der Gestal­tung.

Im Fall der ers­ten Art von Unrein­heit, die nicht zere­mo­ni­ell ist, ist die Unrein­heit per­ma­nen­ter Natur und des­halb kann sie kei­ne Hand­lung, kein Ritu­al oder Han­deln auf­he­ben. Die ande­re Art von Unrein­heit, die zere­mo­ni­el­ler Natur ist, ist klar und deut­lich eine Unrein­heit, für die eine Art ritu­el­le oder kul­ti­sche Hand­lung vor­ge­schrie­ben ist, weil sie eine Besei­ti­gung, eine Auf­he­bung erfor­dert. Es ist eine anhaf­ten­de oder erwor­be­ne Unrein­heit durch irgend­je­mand oder irgend­et­was, das vor­her ritu­ell und kul­tisch gese­hen rein war. Die ritu­el­le, kul­ti­sche Unrein­heit ist zeit­li­cher Natur und die Per­son oder die Sache, die unrein gewor­den ist, benö­tigt eine Rei­ni­gung. Zu die­ser wich­ti­gen Unter­schei­dung zwi­schen per­ma­nen­ter, nicht kul­ti­scher, nich­tri­tu­el­ler, nicht-zere­mo­ni­el­ler Unrein­heit und zeit­li­cher, kul­ti­scher, ritu­el­ler, zere­mo­ni­el­ler Unrein­heit wer­den wir gleich zurück­keh­ren. (6)

Es muss beach­tet wer­den, dass es im 3. Buch Mose Tei­le gibt, die außer­halb des Rah­mens ritueller/kultischer Ver­ord­nun­gen ste­hen, wie der größ­te Teil von 3. Mose 17–18 und 26- 27. (7) Das 3. Buch Mose ent­hält bei­des: zeremonielle/rituelle und mora­lisch-uni­ver­sel­le Geset­ze! Die Annah­me, dass alles Mate­ri­al im 3. Buch Mose zere­mo­ni­el­ler Natur sei, kann kaum auf­recht­erhal­ten wer­den.

Wie in der nach­fol­gen­den Dis­kus­si­on gezeigt wird, han­delt es sich in 3. Mo 11–15 um eine neue The­men­grup­pe, inner­halb die­ses Buches; 3. Mo 11, 2–23 steht am Anfang die­ser grö­ße­ren The­men­grup­pe, die sich mit ver­schie­de­nen rei­nen und unrei­nen Din­gen befasst, die nicht alle auto­ma­tisch ritueller/kultischer Natur sind. Dies mahnt den gewis­sen­haft Stu­die­ren­den, in Bezug auf Unter­schei­dun­gen in Sachen rein und unrein, mit Fein­ge­fühl zu reagie­ren. Fein­ge­fühl in Bezug auf die­se Unter­schei­dun­gen ist wesent­lich und erfor­dert gründ­li­ches Abwä­gen.

Am Anfang des vor­her­ge­hen­den Abschnitts ist bereits fest­ge­stellt wor­den, dass es zwei Arten von rein/­un­rein-Unter­schei­dun­gen gibt. (8) Die­se Unter­schei­dun­gen sind grund­le­gend für jeg­li­ches Ver­ständ­nis von Rein­heit und Unrein­heit in der Bibel. (9) Auf­grund des gesam­ten bibli­schen Zeug­nis­ses muss als ers­tes ange­nom­men wer­den, dass es eine gene­rel­le Rein­heit gibt, die allen Men­schen, den meis­ten Tie­ren und allen Din­gen eigen ist. Unter gewis­sen Umstän­den kann das, was an sich rein ist, Unrein­heit anneh­men und so unrein wer­den. Die erwor­be­ne Unrein­heit ent­steht durch Kon­tak­te mit Leich­na­men (3. Mo 11, 29–40; 4. Mo 19, 11–17), kör­per­li­che Aus­flüs­se (3. Mo 15, 2–28) und mensch­li­che Haut­krank­hei­ten, gewöhn­lich als Aus­satz bezeich­net (3. Mo 13–14) usw. (10) Die­se erwor­be­ne Unrein­heit ist kul­tisch oder zere­mo­ni­el­len Art in dem Sin­ne, dass sie einer Sache anhaf­tet, die vor­her rein war; sie macht das, was rein war, unrein.

Die so erwor­be­ne Unrein­heit erfor­dert des­halb eine Besei­ti­gung durch eine gewis­se ritu­el­le Vor­schrift, die von Gott bestimmt wur­de. Im Fall von Aus­satz gab es ein wohl­durch­dach­tes Rei­ni­gungs­ri­tu­al, das Waschen und/oder Baden und Opfer­dar­brin­gun­gen ein­schloss (3. Mo 14, 1–32). Im Fall erwor­be­ner Unrein­heit, die durch Berüh­rung eines Leich­nams ent­stand, gab es das Waschen der Klei­der und das War­ten bis zum Abend (3. Mo 11, 24–28, 38–39). Die erwor­be­ne Unrein­heit durch Berüh­rung eines Leich­nams dau­er­te sie­ben Tage (4. Mo 19, 11). Um von die­ser erwor­be­nen Unrein­heit rein zu wer­den, muss­te sich die befleck­te oder unrei­ne Per­son mit der Asche einer beson­ders zube­rei­te­ten roten Kuh und mit flie­ßen­dem Was­ser aus einem Gefäß rei­ni­gen (4. Mo 19, 1–19). Ande­re Vor­schrif­ten für die Besei­ti­gung anhaf­ten­der oder erwor­be­ner Unrein­heit kön­nen leicht über die­se hier zitier­ten Bei­spie­le hin­aus auf­ge­lis­tet wer­den.

Die Bei­spie­le erworbener/anhaftender Unrein­heit, auf die wir hin­ge­wie­sen haben, ver­an­schau­li­chen zur Genü­ge, dass erwor­be­ne Unrein­hei­ten gewis­se ritu­el­le oder kul­ti­sche Hand­lun­gen erfor­dern oder eine Kom­bi­na­ti­on von Handlung(en) und Zeit, durch die erworbene/anhaftende Unrein­heit zere­mo­ni­ell besei­tigt und Rein­heit wie­der­her­ge­stellt wer­den kann. Die­se Art erwor­be­ner Unrein­heit ist ritu­el­ler und kul­ti­scher Natur und Teil des­sen, was als “Zere­mo­ni­al­ge­setz” bezeich­net wird. Für ihre Besei­ti­gung ist eine ritu­el­le Zere­mo­nie erfor­der­lich. Die gött­li­che Vor­schrift mit ihrer ritu­el­len und kul­ti­schen Absicht und Gestal­tung ist Teil des Zere­mo­ni­al­ge­set­zes.

  1. Wir wol­len nun die ande­re Art von Unrein­heit, die nicht erwor­ben und des­halb nicht ritu­ell oder zere­mo­ni­ell ist, im Detail unter­su­chen. (11) Die­se Unrein­heit ist nur bestimm­ten Tie­ren eigen oder ist ererbt. Die­se Tier­ar­ten wer­den in der Bibel “unrein” genannt. Wir wol­len noch spe­zi­fi­scher wer­den. Die unrei­nen Tie­re in 3. Mo 11, 2–23 sind nicht unrein wegen einer erworbenen/anhaftenden Unrein­heit. Sie sind nicht durch den Kon­takt mit etwas Unrei­nem unrein gewor­den, so wie es für die erwor­be­ne Unrein­heit kenn­zeich­nend ist, die im Wesen zere­mo­ni­el­ler Natur ist. Sie sind als sol­che unrein. Sie wer­den von Gott als “unrein” (tame’) und/oder “ver­ab­scheu­ens­wert” (she­qets) erklärt. (12) In die­sem Sin­ne kön­nen wir von einer erklär­ten Unrein­heit spre­chen. Die durch Gott fest­ge­leg­te und erklär­te Unrein­heit spielt nur hin­sicht­lich der Tie­re eine Rol­le, die als Spei­se unak­zep­ta­bel sind, sonst aber in kei­ner Wei­se.
  2. Eine zwei­te Beob­ach­tung ist von glei­cher Wich­tig­keit. Die ange­bo­re­ne und ererb­te oder fest­ge­leg­te und erklär­te Unrein­heit ist eine Unrein­heit, die nie durch eine ritu­el­le oder kul­ti­sche Hand­lung besei­tigt wer­den kann, wie sie im Zere­mo­ni­al­ge­setz typisch ist. Sie wird nie­mals durch Zeit oder die Kom­bi­na­ti­on mit einer kul­ti­schen Hand­lung, d. h. durch Ritua­le und Zeit besei­tigt, wie im Fal­le der rituellen/kultischen Unrein­heit, die einer Sache anhaf­tet, die ursprüng­lich rein war. Mit ande­ren Wor­ten: Es gibt kei­ne Mög­lich­keit, ange­bo­re­ne und nicht­er­wor­be­ne Unrein­heit durch Kochen, Waschen, Opfer, Beach­ten von Zeit­span­nen oder durch sons­ti­ge Aspek­te zu besei­ti­gen. Weder eine die­ser Hand­lun­gen noch eine Kom­bi­na­ti­on der­sel­ben machen ein unrei­nes Tier rein. Dies macht deut­lich, dass die Unrein­heit unrei­ner Tie­re ande­ren Ursprungs ist und einem ande­ren Zweck dient im Ver­gleich zu dem, was im Zere­mo­ni­al­ge­setz kul­tisch und ritu­ell unrein ist. Die ritu­el­le und kul­ti­sche Unrein­heit wird durch jemand oder etwas erwor­ben, der/das vor­her nicht unrein war und bedarf des­halb einer gewis­sen ange­mes­se­nen rituellen/kultischen Hand­lung, um den vor­he­ri­gen rei­nen Sta­tus wie­der­zu­er­lan­gen. Im Gegen­satz dazu ist ange­bo­re­ne oder ererb­te Unrein­heit per­ma­nent und nicht zu besei­ti­gen. Sie bedarf kei­ner zere­mo­ni­el­len, rei­ni­gen­den Hand­lung; falls eine sol­che durch­ge­führt wür­de, wür­de die­se den Sta­tus der unrei­nen Tie­re nicht ver­än­dern. Unrei­ne Tie­re sind unrein und blei­ben unrein. Die Unrein­heit der Tie­re, in Bezug auf deren Ver­zehr, ist die Ord­nung gött­li­cher Zuwei­sung.
  3. Eine drit­te Beob­ach­tung, hin­sicht­lich der nicht­er­wor­be­nen Unrein­heit von Tie­ren in 3. Mo 11, ist ange­bracht. Die ererb­te Unrein­heit in leben­den Tie­ren kann nicht auf jene über­tra­gen wer­den, die mit unrei­nen Tie­ren in Kon­takt kom­men. (13) Die Nicht­über­trag­bar­keit der ererb­ten Unrein­heit macht deut­lich, dass die­se Unrein­heit von ande­rer Natur ist als die zere­mo­ni­el­le, ritu­el­le und kul­ti­sche Unrein­heit, die über­trag­bar ist. Die­se Tat­sa­che unter­schei­det sich von gewis­sen ande­ren alten Kul­tu­ren bei den israe­li­ti­schen Nach­barn. (14) In Isra­el ver­ur­sach­te nur der Kada­ver toter Tie­re, ganz gleich, ob rein oder unrein, Unrein­heit bei einem Kon­takt; aber kein leben­des Tier, ob rein oder unrein, ver­ur­sacht Unrein­heit bei Men­schen. Wäre die Unrein­heit leben­der Tie­re kul­ti­scher oder ritu­el­ler Natur, dann müss­te es eine kul­ti­sche oder ritu­el­le Über­tra­gung der Unrein­heit auf Per­so­nen oder Sachen geben, die in Kon­takt mit sol­chen Tie­ren kom­men. Dies ist aber nicht der Fall. Des­halb besteht kein Bedarf für eine Vor­schrift zur Besei­ti­gung der Verunreinigung/Unreinheit, ver­ur­sacht durch leben­de, unrei­ne Tie­re. Kurz gesagt, die Nicht­über­trag­bar­keit der Unrein­heit von leben­den, unrei­nen Tie­ren scheint deut­lich zu machen, dass die Unrein­heit von Tie­ren ande­rer Art hier ande­ren Typs ist als die ritu­el­le, zere­mo­ni­el­le Unrein­heit, d. h. sie ist nicht kul­tisch und nicht ritu­ell im Ver­gleich zu irgend­ei­ner erwor­be­nen ritu­el­len, kul­ti­schen Unrein­heit an ande­rer Stel­le im alt­tes­ta­ment­li­chen Zere­mo­ni­al­ge­setz.

Ange­sichts die­ser Unter­schei­dun­gen kön­nen fol­gen­de Schluss­fol­ge­run­gen gezo­gen wer­den:

  1. Es gibt eine rituelle/kultische Unrein­heit, die erwor­ben ist und eine Besei­ti­gung durch ein bestimm­tes Ritu­al erfor­dert (mit oder ohne Zeit­fak­tor), so wie es im Zere­mo­ni­al­ge­setz vor­ge­schrie­ben ist.
  2. Es gibt im Gegen­satz dazu auch eine nicht-ritu­el­le, nicht-kul­ti­sche Unrein­heit, die erwor­ben d. h. jenen Geschöp­fen ange­bo­ren und inne­woh­nend ist, die als unrein fest­ge­legt und erklärt sind; die­se Unrein­heit ist in ihrem Wesen und Zweck nicht-zere­mo­ni­ell.
  3. Die ererb­te Unrein­heit kann nicht besei­tigt wer­den. Sie ist per­ma­nent. Für ihre Besei­ti­gung ist kei­ne Hand­lung und auch kein Ritu­al vor­ge­se­hen, da sie ande­ren Ursprungs und ande­rer Natur ist und einem ande­ren Zweck dient.
  4. Die nicht-ritu­el­le, nicht-kul­ti­sche Unrein­heit eines leben­den Tie­res ver­un­rei­nigt nicht und ver­ur­sacht weder kul­ti­sche noch ande­re Unrein­hei­ten; dies weist erneut dar­auf hin, dass sie von nicht-kul­ti­scher Natur ist und damit ist sie kein Teil des Zere­mo­ni­al­ge­set­zes. Auf der Grund­la­ge die­ser Erkennt­nis kön­nen wir fest­hal­ten, dass die ange­bo­re­ne und ererb­te oder fest­ge­leg­te und erklär­te Unrein­heit sowohl ande­ren Ursprungs ist als auch eine ande­re Natur besitzt und einen ande­ren Zweck ver­folgt als die erwor­be­ne, ritu­el­le, zere­mo­ni­el­le Unrein­heit. Bei­de sind von ihrem Ursprung, von ihrem Zweck und ihrer Art her radi­kal ver­schie­den. Sie kön­nen nicht gleich­ge­setzt wer­den. Jede hat ihre eige­ne Bestim­mung und ihre Bedeu­tung. Jede von ihnen hat eine ande­re Funk­ti­on.

Die nicht-zeremonielle Unterscheidung von rein/unrein in 3, Mose 11 innerhalb ihres Kontextes

Die Anord­nung der Beleh­rung über reine/unreine Tie­re inner­halb des Kon­tex­tes des 3. Buches Mose ist von ent­schei­den­der Wich­tig­keit für ihre Bedeu­tung und ihren Zweck. Das 3. Buch Mose besitzt all­ge­mein aner­kann­te gro­ße The­men­grup­pen: 3. Mo 1–7 ent­hält die gött­li­chen Vor­schrif­ten in Bezug auf das Opfer; 3. Mo 8–10 ent­hält Anwei­sun­gen bezüg­lich der Pries­ter; 3. Mo 11–15 behan­delt rein und unrein; 3. Mo 16 kon­zen­triert sich auf den gro­ßen Ver­söh­nungs­tag, den Tag der Rei­ni­gung des Hei­lig­tums; 3. Mo 17- 27 ent­hält nicht-ritu­el­le und ritu­el­le Geset­ze mit ver­schie­de­nen Ermahnungen.(15)

Es ist nicht unse­re Absicht, die struk­tu­rel­le Form des 3. Buches Mose zu stu­die­ren. Das wäre viel zu kom­plex und umfang­reich. (16) Wir wer­den ver­su­chen, unse­re Beob­ach­tun­gen auf den unmit­tel­ba­ren Kon­text des Spei­se­ge­set­zes zu begren­zen.

Fra­ge: Wur­de das Spei­se­ge­setz in 3. Mo 11 in die­sen grö­ße­ren Rah­men der all­ge­mei­nen Instruk­ti­on  über  rein  und  unrein  im  3.  Buch  Mose  plat­ziert,  weil  die­se  Vor­schrift  ritueller/kultischer und des­halb zere­mo­ni­el­ler Natur ist? Die­se Fra­ge ist berech­tigt, weil gesagt wur­de, dass “es unge­wiss ist, ob die Wor­te ‘rein/unrein’, wie sie in die­sem Kapi­tel ange­wen­det wer­den, eine ritu­el­le oder reli­giö­se Grund­la­ge besit­zen, oder ob sie hygie­ni­sche Bedeu­tung haben.” (17)

Ange­sichts die­ser Unsi­cher­heit stellt sich fol­gen­de Fra­ge: Was ist die Grund­la­ge des Spei­se­ge­set­zes in 3. Mo 11? Ist sie im Ansatz und Wesen her ritu­ell und zere­mo­ni­ell oder reli­gi­ös uni­ver­sal?

Wir haben wei­ter oben fest­ge­stellt, dass es einen fun­da­men­ta­len Unter­schied zwi­schen zwei Arten von Unrein­heit gibt. Die Struk­tur des 3. Buches Mose infor­miert den Bibel­le­ser bezüg­lich der nicht-ritu­el­len, nicht-zere­mo­ni­el­len rein/­un­rein-Unter­schei­dung von Tie­ren in 3. Mo 11 inner­halb des Kon­tex­tes von 3. Mo 12–15.

Zuerst wol­len wir die lite­ra­ri­sche Struk­tur von 3. Mose 11 ana­ly­sie­ren. (18) Offen­sicht­lich besteht 3. Mo 11 aus ver­schie­de­nen The­men­grup­pen. Die fol­gen­de Ana­ly­se ver­sucht, die in die­sem Kapi­tel ent­hal­te­nen The­men­grup­pen auf­zu­zei­gen. Wir wer­den vier­ecki­ge Klam­mern benut­zen, um die lite­ra­ri­sche Haupt­struk­tur, in dem wohl­be­kann­ten chi­as­ti­schen A‑B-A-Modell auf­zu­zei­gen, das in die­sem Kapi­tel vor­ban­den ist:
 

A. Ein­füh­rung: Vers 1
B. [A] Rei­ne und unrei­ne Tie­re, Ver­se 2–23
  1. Land­tie­re, Ver­se 2–23

a. [a] Vor­schrift für zum Essen frei­ge­ge­be­ne Land­tie­re, Ver­se 2–3a
b. [b] Vor­schrift für nicht zum Essen frei­ge­ge­be­ne Land­tie­re, Ver­se 4–8

2. Was­ser­tie­re, Ver­se 9–12 a. [a] Vor­schrift für zum Essen frei­ge­ge­be­ne Was­ser­tie­re, Vers 9
b. [b] Vor­schrift für nicht zum Essen frei­ge­ge­be­ne Was­ser­tie­re, Ver­se 10–12

3. Luft­tie­re, Ver­se 13–23

a. Vor­schrift für nicht zum Essen frei­ge­ge­be­ne Vogel, Ver­se 13–19
b. Vor­schrift für geflü­gel­te Insek­ten, Ver­se 20–23
1) [a] nicht zum Essen frei­ge­ge­be­ne geflü­gel­te Insek­ten, V.20
2) [b] zum Essen frei­ge­ge­be­ne geflü­gel­te Insek­ten, V. 21–22
3) [a] nicht zum Essen frei­ge­ge­be­ne geflü­gel­te Insek­ten, V. 23
C. [B] Erwor­be­ne Unrein­heit durch Kon­takt mit oder Tra­gen von Kada­vern, Ver­se 24–401. Erwor­be­ne Unrein­heit durch Berüh­rung oder Tra­gen von toten Land­tie­ren und ihre Besei­ti­gung, Ver­se 24–28
2. Erwor­be­ne Unrein­heit durch Berüh­rung von oder Kon­takt mit toten Kriech­tie­ren und ihre Besei­ti­gung, Ver­se 29–38
3. Erwor­be­ne Unrein­heit durch Berüh­rung oder Tra­gen von toten ess­ba­ren Tie­ren und ihre Besei­ti­gung, Ver­se 39–40
D. [A’] Unrei­ne krie­chen­de Tie­re und Dar­le­gung des Grund­ge­dan­kens, Ver­se 41–45  1. Vor­schrift für nicht zum Essen frei­ge­ge­be­ne krie­chen­de Tie­re, Vers 41
2. Vor­schrift für nicht zum Essen frei­ge­ge­be­ne klei­ne Land­tie­re, Vers 42
3. Vor­schrift hin­sicht­lich erwor­be­ner Unrein­heit von nicht zum Essen frei­ge­ge­be­nen krie­chen­den Tie­ren, Vers 43
4. Grund­prin­zip: Seid hei­lig, denn Ich bin hei­lig, Ver­se 44–45
E. Schluss, Ver­se 46–47  1. Gesetz der leben­den gro­ßen Tie­re, Vogel, Was­ser­tie­re und krie­chen­den Tie­re. (Vers 46)
2. Unter­schei­dung von [A] Unrei­nem und [B] Rei­nem, [B] zum Essen Frei­ge­ge­be­nem und [A] nicht zum Essen Frei­ge­ge­be­nem, Vers 47

Die lite­ra­ri­sche Struk­tur (19) von 3. Mo 11 macht deut­lich, dass es neben dem äuße­ren Rah­men der Ein­füh­rung (Vers 1) und dem Schluss (Ver­se 46–47) drei gro­ße The­men­be­rei­che gibt, die anschei­nend die chi­as­ti­sche Struk­tur A‑B-A besit­zen, die aus vie­len Tei­len des Alten Tes­ta­ments und alter nah­öst­li­cher Lite­ra­tur bekannt ist.

Teil A in dem Chi­as­mus setzt sich aus den Ver­sen 2–23 zusam­men. Er befasst sich mit rei­nen und unrei­nen Tie­ren und wel­che die­ser Tie­re zum Essen frei­ge­ge­ben sind (Ver­se 2–23). Wie schon vor­her erwähnt, ist die Unrein­heit der unrei­nen Tie­re nicht anste­ckend und des­halb von ande­rer Art als ver­gleichs­wei­se die Unrein­heit, die erwor­ben ist und Per­so­nen oder Din­gen anhaf­tet.

Teil B im Chi­as­mus besteht aus den Ver­sen 24–40. Die­se Ein­heit, die zwi­schen die ande­ren Tei­le (Ver­se 2–23 und 41–45) ein­ge­fügt ist, behan­delt das The­ma der erwor­be­nen, ritu­el­len Unrein­heit von toten Tie­ren, d. h. von Tier­ka­da­vern, und wie Rein­heit wie­der­erlangt wer­den kann. Sie macht deut­lich, dass ein rei­nes Tier, das getö­tet wur­de, um als Nah­rung zu die­nen, dem­je­ni­gen, der es isst oder Kon­takt mit ihm hat, kei­ne Unrein­heit ver­mit­telt. Sie bestä­tigt, dass eine Per­son oder ein Gegen­stand, die/der mit dem Kada­ver eines Tie­res, das auf­grund natür­li­cher Ursa­chen gestor­ben ist, in Kon­takt gekom­men ist, unrein wird, ganz gleich, ob es erb­lich unrein war oder nicht. Es wer­den Regeln vor­ge­schrie­ben, wie die­se von Geburt an erwor­be­ne Unrein­heit im hebräi­schen Zere­mo­ni­al­sys­tem besei­tigt wer­den kann. (20)

Teil B scheint aus meh­re­ren Grün­den in die Mit­te des Chi­as­mus gesetzt wor­den zu sein:

  1. Er ist hier wegen des Stich­wort-Prin­zips von “Kada­ver” ange­sie­delt (Ver­se 8. 11, 24, 25 etc.)
  2. Es wird hier der Unter­schied zwi­schen nicht-kul­ti­scher, nicht-zere­mo­ni­el­ler Unrein­heit und ritueller/kultischer, zere­mo­ni­el­ler Unrein­heit erklärt.
  3. Das Pro­blem der Unter­schei­dung wird hier ange­spro­chen. Tie­re, die für Nah­rungs­zwe­cke getö­tet wer­den, ver­un­rei­ni­gen den Men­schen nicht. Tie­re, die auf natür­li­che Wei­se ster­ben, ver­ur­sa­chen dann Unrein­heit, wenn sie berührt wer­den.
  4. Die Bedeu­tung der Hei­lig­keit von bei­den wird hier auf­ge­zeigt.

Teil A’ umfasst die Ver­se 41–45. Er ist der drit­te Teil des Chi­as­mus und kehrt zum The­ma unrei­ner Tie­re, die nicht geges­sen wer­den sol­len, zurück. Eine Kate­go­rie von Tie­ren wur­de in der vor­aus­ge­gan­ge­nen Taxo­no­mie (Ver­se 2–23) nicht berück­sich­tigt. Die ers­te Haupt­grup­pe von “Tie­ren” (chay­yah) in den Ver­sen 2–11 besteht aus gro­ßen Land-“Tieren” (behe­mah), die zwei­te umfasst Was­ser­tie­re (Ver­se 9–12) und die drit­te betrifft die geflü­gel­ten Tie­re (Ver­se 13–23). Die Grup­pe, die in die­ser Taxo­no­mie der Tie­re fehlt, sind die klei­nen Land­tie­re, die auf dem Bauch krie­chen, klei­ne Vier­füß­ler und viel­fü­ßi­ge Tie­re. Mit die­ser Grup­pe befasst sich jetzt die­ser drit­te Abschnitt.

Kurz gesagt: Die Tei­le A und A’ beschäf­ti­gen sich mit der uni­ver­sa­len Geset­zes­an­ge­le­gen­heit; in die­sem Fall ist es das Spei­se­ge­setz. Sie behan­deln die nicht­er­wor­be­ne Unrein­heit, wäh­rend sich Teil B des Chi­as­mus mit der erwor­be­nen, rituellen/kultischen Unrein­heit eines zere­mo­ni­el­len Typs befasst; die­se wird erkenn­bar, wenn jemand den Kada­ver eines Tie­res berührt, das eines natür­li­chen Todes gestor­ben ist. Teil B ist hier wegen des Stich­wort-Prin­zips und der benö­tig­ten Defi­ni­ti­on ein­ge­fügt, wel­che Art von Kada­ver ritu­ell ver­un­rei­nigt, näm­lich der eines Tie­res, das eines natür­li­chen Todes gestor­ben ist und nicht eines, das geschlach­tet wur­de, um als Nah­rung zu die­nen. Mit ande­ren Wor­ten: Ein Tier, das für Nah­rungs­zwe­cke getö­tet wird und das Fleisch die­ses Tie­res, das als Nah­rung ver­zehrt wird, ver­un­rei­nigt weder ritu­ell noch zere­mo­ni­ell. Die­se mitt­le­re Abtei­lung, Teil B im Chi­as­mus, sorgt des­halb für eine wich­ti­ge Klar­stel­lung in Bezug auf die Fra­ge, ob jedes tote Tier ver­un­rei­nigt. Die Ant­wort ist ein­deu­tig: Nur das Tier, dass eines  natür­li­chen Todes stirbt, ver­un­rei­nigt zere­mo­ni­ell.

Nach­dem wir die unmit­tel­ba­ren kon­tex­tu­el­len Bezie­hun­gen in Betracht gezo­gen haben, müs­sen wir in den grö­ße­ren Kon­text ein­drin­gen und unter­su­chen, wes­halb der Autor des 3. Buches Mose das The­ma der rei­nen und unrei­nen Tie­re und das Spei­se­ge­setz, ein uni­ver­sa­les Gesetz, das in einem all­ge­mei­nen Sinn gül­tig ist, an die­se Stel­le des Buches gesetzt hat.

Neben ver­schie­de­nen mög­li­chen Grün­den scheint es auch

  1. lite­ra­ri­sche und kom­po­si­tio­nel­le Grün­de und
  2. einen the­ma­ti­schen Grund zu geben, die offen­sicht­lich eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. Wir wol­len die­se betrach­ten:

1. Die lite­ra­ri­schen und kom­po­si­tio­nel­len Grün­de schei­nen in zwei Aspek­ten offen­kun­dig zu sein. Der ers­te Aspekt liegt in der Tat­sa­che, dass der gan­ze drit­te Teil des 3. Buches Mose, näm­lich die Kapi­tel 11–15, in einer gene­rel­len Wei­se das The­ma Unreinheit/Reinheit (21) behan­delt, ein­schließ­lich der nicht erwor­be­nen und nicht über­trag­ba­ren als auch der erwor­be­nen und über­trag­ba­ren Unrein­heit. Des­halb ist es ganz natür­lich, sich mit bei­den Arten von Unrein­heit und Rein­heit vom Stand­punkt der kom­po­si­tio­nel­len Tech­nik und des Stof­fes her zu befas­sen.

Zusätz­lich zum Chi­as­mus A‑B-A ver­wen­det der Autor, wie bereits wei­ter oben erwähnt, einen lite­ra­ri­schen Kunst­griff, bekannt als “Stichwort”-Prinzip. Manch­mal stel­len die Bibel­schrei­ber die The­men ohne logi­sche und fol­ge­rich­ti­ge Ord­nung auf der Grund­la­ge eines “Stich­wor­tes” neben­ein­an­der. Das scheint auch hier der Fall zu sein. Am Ende der Gesetz­ge­bung, die das Hei­lig­tum betrifft, die schon in 2. Mo 25 begann und sich bis 3. Mo 10 erstreckt, (22) wer­den zwei Schlüs­sel­the­men erwähnt.

Das ers­te erscheint in 3. Mo 10, 10, näm­lich die Unter­schei­dung, “was unrein und rein ist”. Dies wird zum Haupt­the­ma von 3. Mo 11–15. Das zwei­te ist das Schlüs­sel­wort “essen”, das man nicht weni­ger als sechs­mal in 3. Mo 10, 12–19 fin­det (Ver­se 12, 13, 14, 17, 1 , 19); der Abschnitt, der direkt 3. Mo 11 vor­aus­geht. Die­se bei­den Schlüs­sel­wor­te “rein/unrein” und “essen” bedin­gen die The­men von “reinen/unreinen” Tie­ren und wel­che man von ihnen “essen” darf d. h. das Spei­se­ge­setz, dass an die­se Stel­le in 3. Mo 11 gesetzt wird. Wenn die­se Erkennt­nis von Bedeu­tung ist, dann kann man ver­ste­hen, wes­halb ein uni­ver­sa­les Gesetz in die­sen Kon­text ein­ge­fügt wer­den kann, und war­um das Spei­se­ge­setz in die­sem Kon­text nicht als zere­mo­ni­ell ver­stan­den wer­den soll­te.

Die Aner­ken­nung die­ser inne­ren lite­ra­ri­schen und kom­po­si­tio­nel­len Tech­nik scheint deut­lich zu machen, wes­halb etwas, das nicht-kul­ti­scher und nicht-zere­mo­ni­el­ler Natur ist (3. Mo 11, 2–23), einem Abschnitt vor­aus­geht und folgt (3. Mo 11, 41–45), der kul­ti­scher und zere­mo­ni­el­ler Natur ist (3. Mo 11, 24–40). Die Annah­me, dass alle Din­ge hin­sicht­lich rein/unrein unbe­dingt kul­tisch oder zere­mo­ni­ell sind, nur weil sie in einem Buch, in einem Abschnitt eines Buches oder in der Nähe kul­ti­scher Din­ge ange­sie­delt sind, scheint voll­kom­men unhalt­bar, wenn man, die kom­po­si­tio­nel­le Tech­nik ver­steht, die der Autor anwen­det.

2. Jetzt erfor­dert der the­ma­ti­sche Aspekt kur­ze Beach­tung. Das The­ma von Tie­ren, “die in sich selbst  unrein  sind”,  (23)  d.  h.  die  von  Geburt  oder  erb­lich  unrein  sind  und  als “ver­ab­scheu­ens­wert” und nicht zum Essen frei­ge­ge­ben erklärt wur­den, als auch jene, die rein und zum Essen frei­ge­ge­ben sind, wird an den Anfang des gan­zen Abschnit­tes von 3. Mo 11–15 gesetzt. Nach­dem die­ses The­ma in 3. Mo 11 abge­han­delt wor­den ist, geht der Autor zum The­ma der erwor­be­nen ritu­el­len Unrein­heit und den kul­ti­schen Ritua­len zur Besei­ti­gung die­ser erwor­be­nen Unrein­heit oder Unrei­nig­keit in den ande­ren Tei­len von 3. Mo 12–15 über. Auf die­se Wei­se bewegt sich der Autor vom The­ma der gene­rell nicht-kul­ti­schen Ange­le­gen­heit der ange­bo­re­nen Unrein­heit von Tie­ren, die nicht zum Essen frei­ge­ge­ben sind d. h. von der nicht-erwor­be­nen Unrein­heit zu einem umfas­sen­de­ren kul­ti­schen The­ma der erwor­be­nen Unrein­heit, die ritu­el­ler und zere­mo­ni­el­ler Natur ist. Der kom­po­si­tio­nel­le Über­gang von einer gene­rel­len, kur­zen Behand­lung von reinen/unreinen Tie­ren zu einer spe­zi­fi­schen und erwei­ter­ten Behand­lung ritu­el­ler, zere­mo­ni­el­ler Unrein­heit fin­det sich auch in ande­ren Tei­len des Pen­ta­teuch wie­der. Sol­che kom­po­si­tio­nel­len Über­gän­ge vom Gene­rel­len zum Spe­zi­fi­schen tre­ten auch in ande­ren Tei­len des Pen­ta­teuch zuta­ge. Der Schöp­fungs­be­richt in 1. Mo 1 z. B. zeigt das Bild der Schöp­fung von ihrer gene­rel­len, umfas­sen­den Sei­te. 1. Mo 2 ent­hält eine Beschrei­bung spe­zi­fi­scher, erwei­ter­ter Schöp­fungs­the­men, die die Erschaf­fung von Adam und Eva betref­fen und selbst vor­her nicht berühr­te Aspek­te behan­deln. Bei­de haben die Schöp­fung zum The­ma und sind den­noch in ihrer the­ma­ti­schen Beto­nung nicht iden­tisch.

Wir haben gese­hen. wie eine Rei­he von Über­le­gun­gen, bezüg­lich der nicht-zere­mo­ni­el­len Unter­schei­dung zwi­schen rein/unrein, in 3. Mo 11, 2–23, 41–45 zu erklä­ren scheint, war­um die­ser Abschnitt an die­se Stel­le des Buches plat­ziert wur­de. Die Vor­schrif­ten, die das Hei­lig­tum selbst betref­fen und in 2. Mo 25 began­nen, wer­den in 3. Mo 10 zu Ende geführt. Es ist ganz natür­lich, dass das The­ma Rein­heit und Unrein­heit nun behan­delt wer­den muss. Es ist kein Zufall, dass den bei­den “Mose und Aaron” die­se neu­en gött­li­chen Instruk­tio­nen gege­ben wur­den, wie es in 3. Mo 11, 1 (3. Mo 13, 1; 14, 33; l5, 1) berich­tet wird. Die­ser Wort­laut steht im Gegen­satz zu eini­gen vor­aus­ge­gan­ge­nen Instruk­tio­nen im 2. und 3. Buch Mose. Nie­mals vor­her hat­te Gott bei­den Füh­rern gleich­zei­tig irgend­ei­ne Anwei­sung gege­ben. Gott spricht durch bei­de Füh­rer und wen­det sich jetzt an Isra­el als Gan­zes (3. Mo 11, 2). Durch das “Stichwort”-Prinzip wer­den die The­men “rein/unrein” “essen” auf­ge­nom­men, ohne zwangs­läu­fig  den  Gesamt­in­halt  von  3.  Mo  11–15  in  einem  kul­ti­schen,  opfer­be­zo­ge­nen  oder  rituell/zeremoniellen Kon­text ein­zu­brin­gen.

Die spezifische Sprache im Speisegesetz von 3. Mose 11

Das Schlüs­sel­wort in 3. Mo 11 ist “unrein”. Sei­ne hebräi­sche Form ist tame’ und es erscheint ins­ge­samt 34mal in die­sem Kapi­tel. (24) Das Ant­onym “rein” (hebr. tahôr) dage­gen wird nur vier­mal in 3. Mo 11 (Ver­se 32, 36, 37, 47) benutzt. Ein zwei­tes Schlüs­sel­wort in 3. Mo 11, 2–23.41–45 ist das hebräi­sche Wort she­qets, das “ver­ab­scheu­ungs­wert” (25) bedeu­tet. In 3. Mo 11, 2–8 wird das Wort “unrein” (tame’) für Land­tie­re benutzt, die zum Essen frei­ge­ge­ben sind. Die Was­ser­tie­re in den Ver­sen 9–12 dage­gen sind she­qets, “ver­ab­scheu­ens­wert” (Ver­se 10, 11, 11, 12), des­glei­chen die geflü­gel­ten Tie­re in den Ver­sen 13–23 und 41–42. Die Fra­ge, die dar­auf­hin gestellt wur­de, lau­tet, ob die Bezeich­nung “soll eine Scheu sein” (she­qets)

im Ver­gleich mit der Bezeich­nung “unrein” (tame’) anschei­nend “eine extre­me­re kul­ti­sche Dis­qua­li­fi­ka­ti­on dar­stellt”. (26) Zeigt das Wort she­quets “nur ein Ver­bot als Spei­se” an? (27) Auf die­se Fra­gen sind abwei­chen­de Ant­wor­ten gege­ben wor­den. Es ist jedoch beach­tens­wert, dass das, was in 3. Mo 11, 9–12 als “es soll eine Scheu sein” beschrie­ben wird, im Par­al­lel­text in 5.Mo 14, 10 als “unrein” bezeich­net wird. Das lässt dar­auf schlie­ßen, dass beim Ver­gleich die­ser bei­den Kapi­tel zum sel­ben The­ma ein ent­schei­den­der Unter­schied zwi­schen die­sen bei­den hebräi­schen Wor­ten schwer erkenn­bar ist. Des Wei­te­ren wer­den die geflü­gel­ten Tie­re in 3. Mo 11, 20, 23. die als “ver­ab­scheu­ens­wert” beschrie­ben wer­den, in 5. Mo 14, 19 wie­der als “unrein” bezeich­net. Dies könn­te dar­auf hin­wei­sen, dass bei­de Wor­te im Gro­ßen und Gan­zen die­sel­be Bedeu­tung haben.

Es gibt viel­leicht noch eine wei­te­re Über­le­gung für die Benut­zung die­ser zwei­fa­chen Aus­drucks­wei­se. David P. Wright hat nahe gelegt, dass “die Ver­wen­dung der (hebräi­schen) Wur­zel shqts bei den Tie­ren in den Ver­sen 9–23 (in 3. Mo 11) sich nur auf ihre ver­ab­scheu­ens­wer­te Natur hin­sicht­lich des Ver­zehrs der­sel­ben bezieht und nicht auf die Mög­lich­keit, sich durch ihre Berüh­rung zu ver­un­rei­ni­gen.” (28) Er unter­stützt den Gedan­ken, dass unreine/verabscheuenswerte Tie­re kei­ne erwor­be­ne Unrein­heit ver­ur­sa­chen. Die Ver­wen­dung des hebräi­schen Verbs she­qets weist außer­dem auf das Schwer­wie­gen­de der Ver­ab­scheu­ungs­wür­dig­keit unrei­ner Tie­re hin. Das­sel­be Verb wird für ein geschnitz­tes Göt­zen­bild benutzt, das ver­ab­scheu­ens­wert ist (5. Mo 7, 25–26). Die­ser Zusam­men­hang ist geeig­net auf­zu­zei­gen, wie ernst das unreine/verabscheuungswürdige Tier betrach­tet wer­den muss, wenn es um sei­nen Ver­zehr als Spei­se geht. Es ist das glei­che, als hät­te man eine Teil­ha­be an einem Göt­zen oder näh­me einen Göt­zen in sich auf.

Die Zusam­men­fas­sung in 3. Mo 20, 25 sagt, dass sich eine Per­son durch Ver­zehr eines unrei­nen Tie­res “unrein” macht. Als nächs­tes wol­len wir die Art und Wei­se der Bezie­hung zu “Gästen/Fremdlingen” in Isra­el behan­deln und wie dadurch der Uni­ver­sal-Gesetz-Cha­rak­ter der Spei­se­vor­schrift in 3. Mo deut­lich gemacht wird. Das Jagd­ge­setz (3. Mo 17, 13–14) weist auf Gäste/Fremdlinge hin und wen­det die Regel an, dass das gejag­te und zu essen­de Tier nicht allein dem Israe­li­ten gehört, son­dern auch gene­rell für “Gäste/Fremdlinge” in Isra­el bestimmt ist. In 3. Mo 17–18 fin­det sich eine Anzahl ande­rer Vor­schrif­ten, die nicht allein auf den Israe­li­ten begrenzt sind. Sie gel­ten für bei­de, die Israe­li­ten und Nicht- Israe­li­ten, so wie es der Satz “wer vom Haus Isra­el oder von den Fremd­lin­gen unter euch” (hebr. gerîm ) (3. Mo 17, 8, 10, 13) aus­drückt. Die­se Geset­ze fin­den bei den Israe­li­ten und “Fremd­lin­gen” oder “Gäs­ten” Anwen­dung (29) und kön­nen nicht nur auf Israe­li­ten und den Kul­tus der Israe­li­ten beschränkt wer­den. Mit ande­ren Wor­te: Für gewis­se Geset­ze gilt eine uni­ver­sa­le Anwen­dung; sie ste­hen außer­halb des begrenz­ten Anwen­dungs­be­rei­ches des zere­mo­ni­el­len, ritu­el­len, kul­ti­schen Geset­zes. Die­se Geset­ze sind uni­ver­sa­ler Natur.

Die Opfer­ge­set­ze in 3. Mo 1–7 erwäh­nen die “Fremd­lin­ge” oder “Gäs­te” (hehr. gerîm) nicht aus­drück­lich und mögen nicht uni­ver­sell für alle Nicht-Israe­li­ten gel­ten, weil letz­te­re kei­ne Glie­der der Bun­des­ge­mein­schaft gewor­den sind. (30) Aber das uni­ver­sel­le Gesetz, das aus 1. Mo 9, 4 bekannt ist, bevor es eine Volks­ge­mein­schaft mit dem Namen Isra­el gab, nach dem kein Blut geges­sen wer­den soll­te, gilt für bei­de Grup­pen, für Israe­li­ten und für “Fremd­lin­ge” (3. Mo 17, 10–12 [gerîm]). Das Jagd­ge­setz in 3. Mo 17, 13–14 scheint in Form und Anwen­dung zum uni­ver­sa­len Gesetz zu gehö­ren, weil es für die Israe­li­ten und für die “Fremd­lin­ge” (gerîm) gilt. In die­sem Gesetz wird ein Unter­schied gemacht, ob es “ein Tier oder ein Vogel ist, den man essen darf” (Vers 13). Die Fol­ge­rung ist, das es Tie­re und Vögel gibt, die man nicht essen darf, da sie unrein sind. Die Unter­schei­dung zwi­schen rein und unrein gilt hier für gejag­tes Wild. Die­se Unter­schei­dung gilt für Israe­li­ten und “Fremd­lin­ge”. Da bei­de, Israe­li­ten und Nicht-Israe­li­ten, hier genannt wer­den, scheint dies anzu­zei­gen, dass die Unter­schei­dung von Tie­ren, die geges­sen wer­den dür­fen und jenen, die nicht geges­sen wer­den dür­fen, uni­ver­sell gül­tig ist und nicht allein auf die Israe­li­ten (oder Juden) beschränkt wer­den kann. 

Wir wol­len einen ande­ren inner­bi­bli­schen Indi­ka­tor betrach­ten, der beweist, dass das Spei­se­ge­setz uni­ver­sel­ler Natur ist. Die­ser Punkt ist mit der Benut­zung des wich­ti­gen Wor­tes “Greu­el” ver­bun­den. Die nicht-zere­mo­ni­el­len und uni­ver­sel­len Geset­ze in 3. Mo 18 gel­ten wie­der für Israe­li­ten und “Fremd­lin­ge” (gerîm). Die­se Geset­ze ent­hal­ten die Geset­ze für ver­bo­te­ne Ehen (3.Mo 18, 6–17), Sun­den der Unkeusch­heit (3. Mo 18, 18- 21 ), Homo­se­xua­li­tät (3. Mo 18, 22) und Sodo­mie (3. Mo 18, 23). dass die­se Geset­ze uni­ver­sel­ler Natur sind, wird durch die Tat­sa­che ver­deut­licht, dass die heid­ni­schen Völ­ker, die sich an die­sen Greu­eln betei­lig­ten, ver­trie­ben wer­den soll­ten (3. Mo 18, 24), so dass “das Land sei­ne Bewoh­ner aus­spie” (Vers 25). Vers 26 faßt zusam­men, “Weder der Ein­hei­mi­sche, noch der Fremd­ling unter euch” soll eins die­ser “Greu­el” (tô’ ebôth) tun. Es ist beson­ders bemer­kens­wert, dass die unrei­nen Tie­re ein Teil der “Greuel“sind bzw. zu den Greu­eln gehö­ren und in der ein­lei­ten­den Erklä­rung (Vers 3) des Spei­se­ge­set­zes in 5. Mo 14, 3–21 tat­säch­lich als “Greu­el” (tô’ ebôth bezeich­net wer­den. Das Wort “Greu­el’ (tô’ ebôth) hat meh­re­re Bedeu­tungs­schat­tie­run­gen, doch grund­sätz­lich bedeu­tet es irgend­et­was, dass durch sein Wesen als etwas aus­ge­wie­sen wird, das dem ent­ge­gen­steht, was vor Gott als annehm­bar und/oder erlaubt gilt. (31) Offen­sicht­lich stellt das Wort “Greu­el” ein lin­gu­is­ti­sches und ter­mi­no­lo­gi­sches Argu­ment dar, das außer­dem ver­an­schau­licht, dass das Spei­se­ge­setz in Bezug auf rei­ne und unrei­ne Tie­re ein uni­ver­sel­les und kein zere­mo­ni­el­les Gesetz ist. Genau­so wie die heid­ni­schen “Völ­ker”, die sich den “Greu­eln” (tô’ ebôth) hin­ga­ben, die in den uni­ver­sel­len Geset­zen ver­bo­ten sind, die Kon­se­quen­zen für sol­ches Han­deln durch aus­gie­bi­ge Gerich­te zu erlei­den hat­ten, so gibt sich der Mensch, der unrei­ne Tie­re isst, den “Greu­eln” (5. Mo 14, 3; tô’ ebôth) eines ande­ren uni­ver­sa­len Geset­zes hin, das für die gesam­te Mensch­heit gül­tig ist.(32)

Konzeptionelle Zusammenhänge in 3. Mose 11

Aus­le­ger haben kei­ne Schwie­rig­keit anzu­er­ken­nen, dass die Unter­schei­dung von rein und unrein in 3. Mo 11 nicht zum ers­ten Mal auf­taucht. Zum ers­ten Mal erscheint die­se Unter­schei­dung in 1. Mo 7, 2–8, ein Text, der von his­to­risch-kri­ti­schen Theo­lo­gen dem J‑Stratum zuge­ord­net wird. (33) Die Quel­len-Schei­dungs-Hypo­the­se unter­liegt einer der­art radi­ka­len Revi­si­on, dass sie bei unse­ren Über­le­gun­gen kei­ne Berück­sich­ti­gung fin­den braucht. (34)

Wich­tig ist die Erkennt­nis, dass die Text­stel­le in 1. Mo 7 dem Text­ab­schnitt in 3. Mo 11 und 5. Mose 14 in Zeit und Rah­men vor­aus­geht. Der gan­ze Rah­men in 1. Mo 1–11 hat eine uni­ver­sa­le Ziel­set­zung. (35) Es wird dar­auf hin­ge­wie­sen, “dass man sich kei­ne Zeit vor­stel­len kann, in der es mensch­li­che Wesen gege­ben hat, die den Unter­schied zwi­schen rein unrein [bei Tie­ren] nicht begrif­fen hatten.”(36) Für unse­re Über­le­gun­gen spielt es kei­ne Rol­le, ob die in 1. Mo 7 erwähn­te Unter­schei­dung “zwi­schen rei­nen und unrei­nen Tie­ren… eine Unter­schei­dung ist, die auf ihre Nütz­lich­keit für Men­schen gegrün­det ist und nicht auf spä­te­re gesetz­li­che Über­le­gun­gen”, (37) oder ob es um der Opfer wil­len bekannt war (38) oder aus irgend­ei­nem ande­ren Grun­de.

Da Nah nach der Sint­flut “von allem rei­nen Vieh und von allen rei­nen Vögeln” opfer­te (1. Mo 8, 20), muss zuge­ge­ben wer­den, dass er die unrei­nen Tie­re, von denen nur je ein Paar in der Arche waren, aus­ge­rot­tet hät­te, wenn er von die­sen Arten geop­fert hät­te. Die Unter­schei­dung zwi­schen rein/unrein in die­ser Früh­zeit und im uni­ver­sa­len Kon­text ist nicht allein dar­um wich­tig, weil nur rei­ne Tie­re und Vogel als Opfer benutzt wur­den, son­dern weil auch den Men­schen nach der Sint­flut erlaubt wur­de, Tie­re zu essen (1. Mo 9, 3–5). Die Fol­ge­rung ist, dass sie nur die rei­nen Tie­re essen durf­ten. Hat­ten sie sofort die unrei­nen Tie­re geges­sen, dann hät­te Noah die unrei­nen Tier­ar­ten, die die Sint­flut über­leb­ten, aus­ge­rot­tet. In die­sem präis­rae­li­ti­schen Abschnitt in 1. Mo 9 wird außer­dem gesagt, dass der Mensch nicht das Fleisch mit sei­nem Blut essen soll (Vers 4). Dies ist ein uni­ver­sa­les Gesetz und somit bin­dend, wie die apos­to­li­sche Ver­fü­gung in Apg 15, 20 ein­deu­tig erken­nen lässt.

Für unse­re Dis­kus­si­on ist es wesent­lich, dass die Unter­schei­dung zwi­schen rei­nen und unrei­nen Tie­ren bekannt war, bevor die Israe­li­ten exis­tier­ten. Des­halb kann behaup­tet wer­den, dass die Unter­schei­dung von reinen/unreinen Tie­ren gene­rell für die Mensch­heit gilt. Sie gilt unein­ge­schränkt in Bezug auf Anwen­dungs­be­reich und Bestim­mung und liegt außer­halb des Rah­mens der zere­mo­ni­el­len Gesetz­ge­bung für das alte Isra­el in spä­te­rer Zeit.

Die­se Tat­sa­chen schei­nen zu bestä­ti­gen, dass die Unter­schei­dung von rei­nen und unrei­nen Tie­ren kein Pro­dukt der hebräi­schen kul­ti­schen Gesetz­ge­bung ist, son­dern bis in präis­rae­li­ti­sche Zei­ten zurück­reicht. Man ist des­halb zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass “die Unter­schei­dung zwi­schen rei­nen und unrei­nen Tie­ren nicht von Mose stammt, son­dern von ihm als eine schon lang bestehen­de Gewohn­heit bestä­tigt wur­de…” (39)

Die Schluss­fol­ge­rung, dass die Unter­schei­dung von reinen/unreinen Tie­ren ihren Ursprung nicht in der mosai­schen Gesetz­ge­bung hat, ist fest ver­an­kert. (40) Die rein/­un­rein- Tier­un­ter­schei­dung ist mit ande­ren fun­da­men­ta­len Ord­nun­gen ver­bun­den, die den israe­li­ti­schen Zei­ten vor­aus­ge­hen und bis in die Geschich­te der Anfän­ge der nach­s­int­flut­li­chen Peri­ode zurück­ge­hen. Die rein/­un­rein-Tier­un­ter­schei­dung ist mit ewi­gen Wahr­hei­ten wie Ehe (1. Mo 2, 18–25), Sab­bat (1. Mo 2, 1–3) und Ähn­li­chem ver­bun­den. (41)

Es gibt eine zwei­te gro­ße kon­zep­tio­nel­le Ver­bin­dung zwi­schen dem Spei­se­ge­setz in 3. Mo 11, 2–23, 41–45 und den his­to­ri­schen Anfan­gen in 1. Mo 1–11. Noch prä­zi­ser gesagt ist es die Klas­si­fi­ka­ti­on oder Taxo­no­mie der Tie­re in 3. Mo 11, die der Klas­si­fi­ka­ti­on, Taxo­no­mie und der Rei­hen­fol­ge der Tier­welt im Schöp­fungs­be­richt ent­spricht (1. Mo 1, 20–25). 1. Mo 1, 20–25 ent­hält die Rei­hen­fol­ge der Tier­welt in der Schöp­fungs­ord­nung ange­fan­gen von Fischen (Vers 20a) über die Vogel (Vers 20b) bis zu den Land­tie­ren (Ver­se 24–25), die grund­sätz­lich mit der Rei­hen­fol­ge der Tie­re im Was­ser, in der Luft und auf dem Land über­ein­stimmt. 3. Mo 11, 9–31 ent­hält die Rei­hen­fol­ge von Was­ser­tie­ren (Ver­se 9–12), flie­gen­den Lebe­we­sen (Ver­se 13–23) und Land­tie­ren (Ver­se 24–31). (42) Natür­lich ent­hal­ten die Ver­se 2–8 bereits eine Beschrei­bung der gro­ßen Land­tie­re und des­halb stimmt die Rei­hen­fol­ge nicht völ­lig und eng mit der Rei­hen­fol­ge in 1. Mo 1 über­ein. Nichts­des­to­we­ni­ger besteht hier eine fol­ge­rich­ti­ge Ver­bin­dung, die man nicht leug­nen kann. Es kann nahe gelegt wer­den, dass es auch hier wie­der einen Hin­weis auf einen grö­ße­ren gedank­li­chen Zusam­men­hang gibt als dies ein­ge­räumt wird, wenn 3. Mo 11 nur auf rein rituelle/kultische Zusam­men­hän­ge beschränkt wird.

Es wur­de außer­dem fest­ge­stellt, dass die Benut­zung von zwei ver­schie­de­nen Bezeich­nun­gen für Tie­re in 3. Mo 11, 2 eine Refle­xi­on des Schöp­fungs­be­richts in 1. Mo 1 dar­stellt. (43) Der Wort­laut in 3. Mo 11, 2 weist dar­auf hin, dass es “Tie­re” (hebr. chuy­yôth) gibt, (44) die in die­sem Kon­text gat­tungs­be­zo­gen “leben­de Tie­re” bedeu­ten (45), die von allen Land“tieren” (hebr. behe­môth) geges­sen wer­den dür­fen, eine unter der all­ge­mei­nen Klas­si­fi­ka­ti­on von chay­yôth “leben­den Din­gen” oder “leben­den Tie­ren” zusam­men­ge­fass­te Grup­pe. (46)

Die­se Unter­schei­dung zwi­schen der gat­tungs­be­zo­ge­nen Grup­pe von chay­yah “leben­de Tie­re” und der beson­de­ren Grup­pe der behe­mah, “Land­tie­re”, ent­spricht der Klas­si­fi­zie­rung in 1. Mo 1, 24. In die­sem Text ist chay­yah der Gat­tungs­na­me und das Wort behe­mah wie­der eine beson­de­re Grup­pe von “Land­tie­ren”. (47) Offen­sicht­lich besteht eine enge Ver­bin­dung zwi­schen der Klas­si­fi­zie­rung des Schöp­fungs­be­richts und der Taxo­no­mie, die in 3. Mo 11 benutzt wird. Die Ver­bin­dung zwi­schen 3. Mo 11 und 1. Mo 1 scheint bestä­tigt, (48) weil sie die Tex­te in den gemein­sa­men kon­zep­tio­nel­len Rah­men einer uni­ver­sa­len Betrach­tungs­wei­se stellt. Auf­grund die­ser Zusam­men­hän­ge wird erklärt, dass hier der Ver­such unter­nom­men wird, “sie (die Spei­se­ge­set­ze) mit dem Schöp­fungs­be­richt zu ver­knüp­fen.” (49)

Begründung für das Speisegesetz in 3. Mose 11

Von Zeit zu Zeit ist immer wie­der die berech­tig­te Fra­ge gestellt wor­den, wes­halb unrei­ne Tie­re für mensch­li­chen Ver­zehr und als Nah­rungs­quel­le ver­bo­ten oder unge­eig­net sind. Dafür gibt es mehr als ein Dut­zend Erklä­run­gen. (50) Sie kön­nen hier nicht im Detail behan­delt wer­den. Da wir nicht allen von ihnen inner­halb die­ser begrenz­ten Aus­ar­bei­tung unse­re Auf­merk­sam­keit schen­ken kön­nen, mag es ver­nünf­tig sein, eini­ge der bedeu­ten­de­ren zu behan­deln.

Eine schon vor vie­len Jah­ren ver­tre­te­ne Auf­fas­sung besagt, dass unrei­ne Tie­re wegen ihrer Ver­bin­dung mit heid­ni­schen Reli­gio­nen als unrein ange­se­hen wer­den. (51) Zuguns­ten die­ser reli­gi­ös-kul­ti­schen Erklä­rung spricht, dass es eine Anzahl unrei­ner Tie­re gibt (spe­zi­ell das Schwein, (52) aber auch der Hund etc.), die in ägyp­ti­schen, kanaa­ni­ti­schen und ande­ren heid­ni­schen Kul­ten ver­wen­det wur­den. (53) Dage­gen spricht, dass nicht alle unrei­nen Tie­re in heid­ni­schen Kul­ten benutzt wur­den (54) und dass auch eini­ge rei­ne Tie­re (wie Stier, Kuh, Schaf­bock, Zie­ge und eini­ge rei­ne Fische) bei heid­ni­schen Kul­ten Ver­wen­dung fan­den. (55)

Auch gibt es nir­gend­wo im Pen­ta­teuch einen Hin­weis dar­auf, dass heid­ni­sche Kul­te eine Rol­le spie­len. W. Robert­son Smith hat einen frü­he­ren Gedan­ken auf­ge­grif­fen (56) und das Kon­zept ent­wi­ckelt, dass die rein/­un­rein-Unter­schei­dung von Tie­ren ein Über­bleib­sel des Tot­emis­mus ist. (57)

In die­ser Mei­nung hat sich ihm beson­ders Bern­hard Sta­de ange­schlos­sen. (58) Tot­emis­mus ist der Glau­be an die Ver­wandt­schaft des Men­schen mit Tie­ren und Pflan­zen. “Der hei­li­ge Cha­rak­ter des Totem schließt beson­de­re Tier­ar­ten als gewöhn­li­che Nah­rung aus, aber dass Totem­tier ist das Opfer ritu­el­ler Stam­mes­mahl­zei­ten.” (59) Die Tot­emis­mus-Inter­pre­ta­ti­on ist wegen ihrer Unzu­läng­lich­keit (60) und wegen des feh­len­den Bewei­ses für einen Tot­emis­mus im Alten Tes­ta­ment auf­ge­ge­ben wor­den. (61)

W. Korn­feld, der auf dem Gebiet der Reli­gi­on mit der Phä­no­me­no­lo­gie einen Annä­he­rungs­ver­such mach­te, schlug vor, dass der Gedan­ke von unrei­nen Tie­ren durch bekann­te Fleisch­fres­ser und Lebe­we­sen ent­wi­ckelt wur­de, die Kada­ver und Tie­re fra­ßen, die an wüs­ten oder öden Plät­zen und in Rui­nen neben “cht­ho­nic” Tie­ren leb­ten. (62) Mit ande­ren Wor­ten: Die unrei­nen Tie­re waren lebens­be­dro­hend. Der Haupt­grund, wes­halb sie dis­qua­li­fi­ziert wur­den, muss in ihren lebens­be­dro­hen­den Prak­ti­ken und Exis­tenz­sphä­ren gesucht wer­den. (63) Es ist schwie­rig, auf der Basis des AT genü­gend Unter­stüt­zung für die­se Behaup­tun­gen zu fin­den. “Die­se Theo­lo­gie”, so ist fest­ge­stellt wor­den, “kann die Aus­schlie­ßung der­ar­tig domes­ti­zier­ter, pflan­zen­fres­sen­der Tie­re wie Kamel, Esel, Kanin­chen oder Pferd nicht erklä­ren.” (64) Daher bleibt die­se Hypo­the­se unbe­frie­di­gend und hat nicht vie­le Anhän­ger für sich gewin­nen kön­nen.

Eine sozi­al-anthro­po­lo­gi­sche Erklä­rung wur­de vor­ge­schla­gen und ist in letz­ter Zeit von einer wach­sen­den Anzahl Gelehr­ter über­nom­men wor­den. Mary Dou­glas, eine Sozi­al­an­thro­po­lo­gin, die die Durk­hei­mi­sche Hypo­the­se ver­wen­det, dass die Tier­klas­si­fi­ka­ti­on sozia­le Wer­te reflek­tiert, hat dar­auf hin­ge­wie­sen, dass “jede Inter­pre­ta­ti­on, die die “Du-sollst-nicht-Aus­sa­gen” des Alten Tes­ta­men­tes bruch­stück­wei­se über­nimmt, ver­sa­gen wird.” (65)

Dou­glas bringt die bibli­schen Aus­sa­gen über die Tie­re in Ver­bin­dung mit dem Lele­stamm in Afri­ka, der kom­pli­zier­te Spei­se­vor­schrif­ten hat. Sie legt nahe, dass die Tier­ar­ten, die in 3. Mo 11 als unrein erklärt wer­den, jene Tie­re sind, “die in ihrer Klas­se unvoll­kom­men sind oder deren Klas­se das all­ge­mei­ne Sche­ma der Welt in Unord­nung bringt.” (66) Sie ver­bin­det dies mit dem Kon­zept der Hei­lig­keit, das ein­schließt, dass der “Unter­schied der Schöp­fungs­ka­te­go­rien auf­recht­erhal­ten wird.”(67)

Sie macht gel­tend: “Um die­ses Sche­ma zu begrei­fen, müs­sen wir zum 1. Buch Mose und der Schöp­fung zurück­ge­hen. Hier wird eine drei­fa­che Klas­si­fi­ka­ti­on ent­fal­tet, die zwi­schen Erde, Was­ser und Fir­ma­ment unter­schei­det. Das 3. Buch Mose greift die­ses Sche­ma auf und weist jedem Ele­ment das ange­mes­se­ne Tier­le­ben zu.” (68) Land­tie­re haben vier Bei­ne und Klau­en zum Lau­fen (Dou­glas über­sieht, dass nur die Vier­fü­ßer er rein sind, die gespal­te­ne Klau­en haben.). Am Fir­ma­ment brau­chen Vögel zwei Flü­gel und zwei Bei­ne zum Lau­fen. Im Was­ser haben die Fische Flos­sen und Schup­pen zum Schwim­men (Dou­glas über­geht die Tat­sa­che, dass Schup­pen nicht zum Schwim­men benutzt wer­den.). Alle Tie­re, die die­se Begren­zun­gen über­schrei­ten, sind Anoma­lien und wer­den als unrein erklärt. Die Tie­re, die der rich­ti­gen Ord­nung nicht ent­spre­chen, sind nach ihrer Ansicht unge­eig­net oder “schmut­zig”. Ihr Kon­zept von “Schmutz” ist hef­tig kri­ti­siert wor­den. (69) Um die Wor­te von H. Eil­berg-Schwartz zu benut­zen: “Dou­glas argu­men­tiert, dass der Schöp­fungs­my­thos (1. Mo 1, 1–2, 4) ein kon­zep­tio­nel­les Modell lie­fert, um das Uni­ver­sum zu begrei­fen. Nach Dou­glas Ansicht stellt die­ser Schöp­fungs­be­richt ein kogni­ti­ves Sche­ma dar, in dem die Rea­li­tät abge­grenzt und defi­niert ist.

Alles, was die Klas­si­fi­ka­ti­on ver­letzt, die in die­ser Geschich­te fest­ge­legt ist, wird wie ein Feh­ler in der Schöp­fung behan­delt und ist daher abnor­mal und unrein. (70) Die Tie­re, die der Schöp­fungs­klas­si­fi­ka­ti­on ent­spre­chen, wer­den als rein und hei­lig betrach­tet.

Die Hypo­the­se von Dou­glas ist von einer Anzahl Gelehr­ter (71) über­nom­men wor­den. Sie hat aber auch schar­fe Kri­tik von ande­ren erhal­ten. Robert Alter behaup­te­te, dass Dou­glas (und J. Solers) Mut­ma­ßun­gen nicht erklä­ren, wes­halb das Huhn und die Ente als rein ange­se­hen wer­den, da sie anomal sind und nicht in die fest­ge­leg­te Klas­si­fi­ka­ti­on pas­sen. (72) Das Huhn hat Flü­gel, aber es fliegt nicht. Die Ente hat Flü­gel, lebt aber haupt­säch­lich auf dem Was­ser. Die­ser Ein­wand wird als schwer­wie­gend betrach­tet, (73) denn er macht deut­lich, dass die ver­wen­de­te Klas­si­fi­ka­ti­ons­me­tho­de die Viel­falt der als unrein bezeich­ne­ten Tie­re nicht kon­se­quent erklärt.

Jacob Mil­grom hat an der Hypo­the­se von Dou­glas bedeu­ten­de Berich­ti­gun­gen vor­ge­nom­men, um ihre Anoma­lien­an­sicht stich­hal­ti­ger erschei­nen zu las­sen. (74) Obwohl es anschei­nend eine kon­zep­tio­nel­le Ver­bin­dung zwi­schen 3. Mo 11 und 1. Mo 1 gibt, was wir wei­ter oben ver­sucht haben, deut­lich zu machen, ist es nicht zwin­gend, dass der Schöp­fungs­be­richt zu den Spei­se­ge­set­zen in der von Dou­glas vor­ge­schla­ge­nen Wei­se geführt hat. Die Rei­hen­fol­ge in 3. Mo 11 lau­tet: Land­tie­re, Was­ser­tie­re, Vögel und geflü­gel­te Insek­ten. Dage­gen weist 1. Mo 1 fol­gen­de Rei­hen­fol­ge auf: Was­ser­tie­re, Vögel, Land­tie­re. Die Klas­si­fi­ka­ti­on in 1. Mo 1 wird nur teil­wei­se in 3. Mo 11 wie­der­holt und außer­dem in einer teil­wei­se ande­ren Anord­nung.

Außer­dem rich­ten sich nicht alle rei­nen Tie­re nach der mut­maß­li­chen Schöp­fungs­klas­si­fi­ka­ti­on. Ande­rer­seits ist Dou­glas mit dem Ver­such, eine umfas­sen­de und nicht eine bruch­stück­ar­ti­ge Ant­wort zu fin­den, auf dem rich­ti­gen Weg. Ihre Theo­rie als Gan­zes bleibt pro­ble­ma­tisch und wird wegen man­geln­der Stich­hal­tig­keit ihres “ursprüng­li­chen Kri­te­ri­ums (geeig­ne­te Mit­tel der Fort­be­we­gung)” ernst­haft kri­ti­siert; aber auch der Wert der all­ge­mei­nen Behaup­tung ihrer The­se, dass der Gedan­ke der Unrein­heit, der den bibli­schen Spei­se­ge­set­zen zugrun­de­liegt, auf die Anoma­lie der ver­bo­te­nen Tie­re hin­sicht­lich ihrer jewei­li­gen Klas­si­fi­ka­ti­on (Vieh, Fisch, Geflü­gel) (75) gegrün­det ist, fand offen­sicht­lich kei­ne Unter­stüt­zung.

 Eine der ältes­ten Erklä­run­gen ist die der Hygiene/Gesundheit. “Wahr­schein­lich ist sie die popu­lärs­te Erklä­rung für die Spei­se­ge­set­ze… In alten Zei­ten wur­den die unrei­nen Tie­re als Gefahr für die Gesund­heit betrach­tet und des­halb als unrein erklärt”, schreibt Gor­don Wen­ham. (76)

Roland E. Cle­ments sagt: “Wir haben hier einen ein­fa­chen und ver­ständ­li­chen Leit­fa­den für Spei­sen und per­sön­li­che Hygie­ne.” (77) Der Hygie­ne­stand­punkt wird auch von ande­ren unter­stützt, ein­schließ­lich W. F. Alb­right. (78) R. K. Har­ri­son ist ein moder­ner Kom­men­ta­tor, der star­ke Grun­de für die Hygiene/Gesundheitsklärung der Spei­se­ge­set­ze vor­bringt. Er lis­tet ver­schie­de­ne para­si­ti­sche Orga­nis­men und Wür­mer auf, die von unrei­nen Tie­ren über­tra­gen wer­den kön­nen, ein­schließ­lich der Fische. (79) Es wird berich­tet, dass eine toxi­ko­lo­gi­sche Unter­su­chung des Flei­sches der in 3. Mo 11 und 5. Mo 14 erwähn­ten Tie­re gezeigt hat, dass es im Ver­gleich zu rei­nen Tie­ren einen bedeu­tend höhe­ren Pro­zent­satz toxi­scher Sub­stan­zen im Fleisch unrei­ner Tie­re gibt. (80) Zum The­ma der Gesund­heit hin­sicht­lich unrei­ner und rei­ner Tie­re könn­te noch viel gesagt wer­den. Die Gül­tig­keit kann nicht so leicht in Abre­de gestellt wer­den.

Auf die Hygiene/Gesundheiterklärung für die Spei­se­ge­set­ze gibt es ver­schie­de­ne Reak­tio­nen. Unter den Argu­men­ten gegen den Hygiene/Gesundheitsstandpunkt gibt es eini­ge, die kurz an- gespro­chen wer­den soll­ten. Ein Ein­wand lau­tet, dass “ande­re Völ­ker bestimm­te Tie­re für unrein gehal­ten haben oder noch hal­ten; doch ihre Abgren­zun­gen stim­men sel­ten mit denen der Bibel über­ein.” (81) Der Grund oder die Grün­de, wes­halb ande­re Völ­ker eini­ge Tie­re für unrein hal­ten, kann/können ver­schie­de­ne Hin­ter­grun­de und Absich­ten haben, eini­ge davon sind reli­gi­ös, kul­tisch, divin­a­to­risch usw. (82) Da die Hin­ter­grün­de und Absich­ten vari­ie­ren, sind die Abgren­zun­gen nicht unbe­dingt die glei­chen. Ein ande­rer Ein­wand legt nahe, dass “eini­ge der rei­nen Tie­re auf hygie­ni­scher Ver­gleichs­ba­sis bedenk­li­cher sind als eini­ge unrei­ne Tie­re.” (83) Die­se Behaup­tung bleibt unbe­wie­sen. Ver­mut­lich “ist durch­aus nicht klar, dass alle unrei­nen Tie­re… schäd­lich für die Gesund­heit sind.” (84)

Wir wis­sen noch nicht alles hin­sicht­lich des Scha­dens, den der Ver­zehr unrei­ner Tie­re über kur­ze oder lan­ge Zeit­räu­me anrich­tet. Ist es not­wen­dig, alle Ein­zel­hei­ten der Spei­se­vor­schrif­ten zu ken­nen, um sie als ver­bind­lich anzu­se­hen? Ein drit­ter Ein­spruch behaup­tet, dass “das AT kei­nen Hin­weis lie­fert, dass es die­se Spei­sen als Gefahr für die Gesund­heit betrach­tet” und dem Spei­se­ge­setz moti­vie­ren­de Begrün­dun­gen feh­len. (85) Was moti­vie­ren­de Begrün­dun­gen in der hebräi­schen Spra­che betref­fen, so muss beach­tet wer­den, dass sie in den meis­ten Geset­zen und Instruk­tio­nen im 3. Buch Mose weit­ge­hend feh­len. Doch nir­gend­wo gibt es einen Hin­weis, dass das Feh­len moti­vie­ren­der Begrün­dun­gen ein zere­mo­ni­el­les oder auch ein uni­ver­sa­les Gesetz für ungül­tig erklärt. So gel­ten die Bei­spie­le des 3. Buches Mose auch für Kapi­tel 11. Ob das AT hin­sicht­lich des Gesund­heits­the­mas kei­nen Hin­weis gibt, hängt vom Ver­ständ­nis der Auf­for­de­rung “ihr sollt hei­lig sein” ab (3. Mo 11, 44- 45). Hei­lig­keit schließt Ganzheit/Unversehrtheit in allen Berei­chen ein und schließt das Kör­per­li­che nicht aus.

Wenn Hygie­ne ein Motiv war, so ist ein­ge­wen­det wor­den, wes­halb sind gif­ti­ge Pflan­zen nicht “als unrein klas­si­fi­ziert wor­den.” (86) Die Vor­schrift für Pflan­zen, die zum Essen geeig­net sind, ist bereits in 1. Mo 1, 29–30 gege­ben wor­den, eine uni­ver­sa­le Anwei­sung, die trotz der Erlaub­nis, nach der Sint­flut Fleisch bestimm­ter Tie­re zu essen, immer noch gül­tig ist. War­um soll­te sie hier wie­der­holt wer­den, wo die Fra­ge der Tie­re zur Debat­te steht und nicht die Fra­ge der pflanz­li­chen Nah­rung?

Gor­don J. Wen­ham wirft die Fra­ge auf, “falls Gesund­heit an ers­ter Stel­le der Grund wäre, bestimm­te Spei­sen für unrein zu erklä­ren, wes­halb hat der Herr sie zu sei­ner Zeit für rein erklärt?” (87) Oder anders gefragt, “war­um hat die ers­te Gemein­de ihre (die Vor­schrif­ten des AT) Abschaf­fung im ers­ten Jahr­hun­dert n. Chr. erlaubt?” (88) Die­se Fra­gen unter­stel­len, dass die Spei­se­ge­set­ze von Chris­tus und den Apos­teln auf­ge­ho­ben wur­den. Die­ses The­ma ver­dient eine umfang­rei­che Unter­su­chung, die hier nicht durch­ge­führt wer­den kann. Wir müs­sen uns auf eini­ge wesent­li­che Beob­ach­tun­gen beschrän­ken:

  1. Im NT gibt es nur einen Text, in dem Jesus eine Aus­sa­ge zuge­schrie­ben wird, die hier eine gewis­se Auf­merk­sam­keit ver­langt. In Mk 7, 19 steht ein kur­zer Satz, der in der eng­li­schen Über­set­zung in Klam­mer gesetzt ist und oft fol­gen­der­ma­ßen wie­der­ge­ge­ben wird: “Damit erklär­te er alle Spei­sen für rein.” (NASB). Es ist eine Dis­kus­si­on im Gan­ge, ob dies eine authen­ti­sche Aus­sa­ge Jesu ist. (89) Wir müs­sen zur Kennt­nis neh­men, dass die Über­set­zung und Bedeu­tung die­ses Sat­zes stark ange­zwei­felt wer­den. Die Wor­te “damit erklär­te er” in Kur­siv­schrift in der NASB wei­sen dar­auf hin, dass die grie­chi­sche Par­ti­zip­kon­struk­ti­on unklar ist und kei­ne direk­te syn­tak­ti­sche Ver­bin­dung hat. Dar­in liegt ein ernst­haf­tes Pro­blem. Die Über­set­zung der NASB macht das Par­ti­zip (katha­ri­zôn, wört­lich “rei­ni­gen”) von “sprach er” (légei) in Vers 18 abhän­gig. Eini­ge Kom­men­ta­to­ren sehen die syn­tak­ti­sche Ver­bin­dung anders, näm­lich als eine Ana­ko­lut­hie (d. h. das Fort­fah­ren in einer ande­ren als der begon­ne­nen Satz kon­struk­ti­on), wor­aus die offen­sicht­li­che Schluss­fol­ge­rung gezo­gen wird, dass der nor­ma­le Ver­dau­ungs­pro­zeß “alle Spei­sen rei­ni­ge.” (90)
    Noch anders denkt Matthew Black, der das Wort “Spei­se” (bró­ma­ta) als Sin­gu­lär und das nach­fol­gen­de Par­ti­zip “rei­ni­gen” (katha­ri­zôn) als Pas­siv benutzt. Er bie­tet fol­gen­den Satz an: “Denn es geht nicht in sein Herz, son­dern in den Bauch, alle Spei­sen wer­den aus­ge­sto­ßen und abge­führt.” (91) Jesus sag­te in die­sem Fall nichts von der Art, wie es in der NASB zu lesen ist. Damit ist klar, dass die­se Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten deut­lich machen, dass die­ser klei­ne Satz, so wie er dort steht, schwer ver­ständ­lich ist.
    Wenn eini­ge der erwähn­ten Vor­schlä­ge kor­rekt sind, dann hat­te der Satz nichts damit zu tun, dass Jesus alle Spei­sen für rein erklärt hat. Mit die­sem Satz ist Vor­sicht ange­bracht.
  2. Unse­re zwei­te Beob­ach­tung betrifft die Fra­ge, was Jesus mit die­sem Satz gemeint hat, wenn man sich der Über­set­zung der NASB anschließt. Ein kur­zer Kom­men­tar zum Wort “Spei­sen” (bró­ma­ta) kann hier hilf­reich sein. Da Mk 7, 19 in einem grö­ße­ren Kon­text rab­bi­ni­scher Spei­se­vor­schrif­ten (Mk 7, 3–5) erscheint, wür­de der Gedan­ke an unrei­ne Tie­re bei “Spei­sen” nicht ein­mal auf­kom­men, da sie für einen auf­rich­ti­gen Juden oder Rab­bi zur­zeit Jesu nicht als Spei­se betrach­tet wur­den
  3. Eine drit­te Über­le­gung ist ange­bracht. Beschäf­tigt sich der Text­ab­schnitt in Mk 7, 1–23, von dem Jesu Aus­sa­ge in Vers 19 ein Teil ist, mit der Unter­schei­dung von rein und unrein in 3. Mo 11 und 5. Mo 14 oder mit der Unter­schei­dung von rein/unrein der Rab­bi­ner, näm­lich mit der jüdi­schen Tra­di­ti­on? Wenn letz­te­res der Fall ist, dann hat Jesu Aus­sa­ge nichts mit dem Spei­se­ge­setz in 3. Mo 11 und 5. Mo 14 zu tun.

    Argu­men­tiert Jesus inner­halb des Kon­tex­tes von Mk 7 gegen das Spei­se­ge­setz des von Gott gege­be­nen Pen­ta­teuch oder gegen das münd­li­che Gesetz (halacha), das von den Rab­bi­nern Got­tes Geset­zen hin­zu­ge­fügt wur­de? Es ist wich­tig den gan­zen Abschnitt in Mk 7, 1–23 zu berück­sich­ti­gen und eine ato­mis­ti­sche, form­kri­ti­sche Tren­nung in klei­nen Ein­hei­ten zu ver­mei­den. Mk 7, 2–5 zeigt deut­lich, dass es sich um die Fra­ge der “Sat­zun­gen der Ältes­ten” han­delt (Vers 3) und dass die Jün­ger Brot geges­sen hat­ten, ohne die ange­mes­se­nen Vor­schrif­ten der Rab­bi­ner für das Hän­de­wa­schen, gemäß einer beson­de­ren mensch­li­chen Tra­di­ti­on, zu beach­ten, wodurch sie die rei­ne Spei­se, die sie aßen, unrein mach­ten. In den Ver­sen 7–10 erhöht Jesus das Gesetz Got­tes, stellt es den “Sat­zun­gen der Men­schen” gegen­über (Vers 8) und macht damit erkenn­bar, dass Jesus Got­tes Geset­ze auf­recht­erhält und in den Ver­sen 7 und 10 sogar Mose in einem posi­ti­ven Sinn ein­bringt. Jesus stellt sich also nicht gegen das gött­li­che Gesetz, son­dern gegen die mensch­li­che Tra­di­ti­on. Joa­chim Jere­mi­as macht klar, dass die Schlüs­sel­aus­sa­ge Jesu in Vers 15 “kei­ne Auf­he­bung aller Vor­schrif­ten der Tho­ra in bezug auf rei­ne und unrei­ne Spei­sen bedeu­tet (3. Mo 11, 5. Mo 14, 3–21: rei­ne und unrei­ne Tie­re)”, (92) son­dern dass Jesus die “rab­bi­ni­sche Rein­heits­halacha” zurück­weist. (93) Auch C. E. B. Cran­field argu­men­tiert, dass Jesus im Kon­text von Mk 7, 1–13 “die Par­tei des geschrie­be­nen Geset­zes gegen das münd­li­che Gesetz (halacha) ergreift.” (94)

    Die­se Gelehr­ten ver­tre­ten die Mei­nung, dass Mk 7, 1–23 nicht zer­glie­dert wer­den soll­te und dass der gan­ze Abschnitt, der mit Vers 23 abschließt der rich­ti­ge Kon­text des Ver­ses 19 ist. Der Stand­punkt scheint stich­hal­tig zu sein. Wil­liam H. Lane, ein ande­rer Kom­men­ta­tor, schreibt über Mk 7, 19: “Jesus hat nicht die Absicht, die Rein­heits­ge­set­ze, die einen bedeu­ten­den Platz im mosai­schen Kodex ein­nah­men (3. Mo 11, 1–47; 5. Mo 14, 1–20) in Abre­de zu stel­len oder das Anse­hen von Men­schen zu schmä­lern, die lie­ber den Tod erlit­ten, als das Gesetz Got­tes zu ver­let­zen, das für die unrei­nen Spei­sen maß­ge­bend ist (1. Makk 1,62 f). Viel­mehr drängt er auf die Aner­ken­nung der Tat­sa­che, dass vor Gott letz­ten Endes das Herz der wich­tigs­te Platz der Rein­heit oder Ver­un­rei­ni­gung ist.” (95) Die­se Aus­le­ger zei­gen auf der Grund­la­ge des Kon­tex­tes, dass die Schluss­fol­ge­rung, Jesus hät­te die Unter­schei­dung von rein und unrein in den Spei­se­ge­set­zen der Tho­ra besei­tigt, unan­ge­bracht ist. Auf der Basis des Par­al­lel­tex­tes in Mt 15, 1–20, in dem die Aus­sa­ge von Mk 7, 19 fehlt, scheint dies unter­stützt zu wer­den.

    Die Debat­te in Mar­kus rich­tet sich gegen die “Tra­di­ti­on der Men­schen” z. B. gegen die rab­bi­ni­schen Rein­heits­ge­set­ze, die vor­schrie­ben, wie die Hän­de vor dem Essen gewa­schen wer­den muß­ten, damit man sich durch das Essen nicht ritu­ell ver­un­rei­nig­te. Jesus erklär­te alle “Spei­sen” für ritu­ell rein, die mit ritu­ell “unrei­nen Hän­den” (Vers 5) geges­sen wur­den. Jesus besei­tig­te nicht die Unter­schei­dung von nicht ritu­ell reinen/unreinen Tie­ren in 3. Mo 11 (5. Mo 14), wie es der Kon­text deut­lich macht und wor­auf das Wort “Spei­sen” (bró­ma­ta) im Grie­chi­schen hin­weist. Die­ses Wort wird nie zur Unter­schei­dung des Flei­sches rei­ner Tie­re von ande­ren Fleisch­ar­ten oder Spei­sen benutzt.
  4. Ande­re Kapi­tel des NT, die sich mit Spei­se­fra­gen oder Tie­ren für Göt­zen­op­fer befas­sen, kön­nen wir hier nicht im Detail bespre­chen. Der Text­ab­schnitt in Apg 10- 11 wird jedoch häu­fig als Hin­weis zu Hil­fe geru­fen, dass die Unter­schei­dung von unreinen/reinen Tie­ren für Chris­ten besei­tigt ist. Es wur­de nach­ge­wie­sen, dass die Unter­schei­dung von “gemein” (koinós/koinóo) und “unrein” (akát­har­tos) von wich­ti­ger Bedeu­tung ist und dass die Tra­di­ti­on des Juda­is­mus, nicht die des AT, “Rei­nes” zu etwas “Gemei­nem” (oder “Befleck­tem”) durch Berüh­rung mit “Unrei­nem” mach­te. So wur­den die “rei­nen” Tie­re durch die Berüh­rung (im Tuch) mit den unrei­nen Tie­ren “gemein” gemacht.

    Petrus erwi­dert auf den Befehl: “Schlach­te und iss!” (Apg 10, 13): “O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemei­nes (koin­ós) und Unrei­nes (akát­har­tos) geges­sen” (Vers 14). Ganz offen­sicht­lich hat­te Petrus Jesu Aus­sa­ge in Mk 7, 19 nicht im Sin­ne einer Auf­he­bung der Unter­schei­dung des Geset­zes von rei­nen und unrei­nen Tie­ren ver­stan­den! “Unrein” waren die Tie­re, die in den Spei­se­ge­set­zen des Pen­ta­teuch als sol­che erklärt waren. “Gemein” waren die Tie­re, die nach den Spei­se­ge­set­zen “rein” waren, in der jüdi­schen Tra­di­ti­on, aber durch den Kon­takt mit “unrei­nen” “gemein” gewor­den waren. Die rab­bi­ni­sche Erklä­rung, dass “rein” durch Kon­takt mit “unrein” “gemein” wird, stand in direk­tem Wider­spruch zum AT, in dem “unrei­ne” Tie­re durch Kon­takt nichts “gemein” oder “unrein” mach­ten, wie wir zuvor gezeigt haben. Des­halb weist die Erklä­rung “Was Gott gerei­nigt (katha­rí­zo) hat, das nen­ne du nicht gemein” (koin­ós), Vers 15, RSV, dar­auf hin, dass “du”, Petrus, als Mensch durch mensch­li­ches Han­deln nicht etwas als “gemein” bezeich­nen kannst, was Gott zu etwas ande­rem erklärt hat. Was Gott als gerei­nigt erklärt hat, (96) darf nicht zu etwas gemacht wer­den, was bei Men­schen “gemein” ist. Des­halb wer­den Hei­den nicht als “unrein” oder “gemein” betrach­tet und daher als unwür­dig ange­se­hen, Glie­der der Gemein­schaft der Anbe­ter Got­tes zu sein. Die­se unhalt­ba­re rab­bi­ni­sche Unter­schei­dung, die der mensch­li­chen Gesell­schaft auf­er­legt wur­de, war gegen Got­tes Aus­sa­ge gerich­tet und Petrus und ande­re Chris­ten waren an die­se jüdi­schen Tra­di­tio­nen, in den Bezie­hun­gen zwi­schen Juden und Hei­den, nicht gebun­den. (97) Auch hier ist das Pro­blem nicht die Spei­se, die geges­sen wer­den darf, son­dern es ist ein Fall sozia­ler Bezie­hun­gen und der Gemein­schaft zwi­schen Juden und Hei­den.

    Jetzt müs­sen wir zu dem in 3. Mo 11, 44–45 erwähn­ten Motiv und zur expli­zi­ten ratio­na­len Erklä­rung für die Spei­se­ge­set­ze zurück­keh­ren, näm­lich zum Auf­ruf “wer­det hei­lig; denn ich bin hei­lig” (Vers 44). Außer­dem wird dar­an erin­nert: “Denn ich bin der Herr, der euch aus Ägyp­ten­land geführt hat, dass ich euer Gott sei. Dar­um sollt ihr hei­lig sein, denn ich bin hei­lig” (Vers 45). Die­se Ver­se lie­fern ihre eige­ne ratio­na­le Erklä­rung, indem sie die Sache der reinen/unreinen Tie­re mit den zwei gro­ßen The­men der Hei­lig­keit und Erret­tung aus der ägyp­ti­schen Skla­ve­rei ver­knüp­fen. In 5. Mo 14, 2 lau­tet die Ein­lei­tung zum Spei­se­ge­setz: “Denn du bist ein hei­li­ges Volk dem Herrn, dei­nem Gott, und der Herr hat dich erwählt, dass du sein Eigen­tum sei­est, aus allen Völ­kern, die auf Erden sind.” W. Gis­pen erwähnt, “dass Hei­lig­keit das höchs­te Motiv die­ser (Speise)Gesetze ist” und die “ein­zi­ge zufrie­den­stel­len­de Erklä­rung für die Unter­schei­dung zwi­schen rein und unrein dar­in zu suchen ist, dass der Hei­li­ge durch die­se Vor­schrif­ten die Not­wen­dig­keit deut­lich macht, dass sein Volk ein hei­li­ges Volk ist, eine Nati­on, die sich von ande­ren Natio­nen unter­schei­det.” (98)

    Hei­lig­keit bedeu­tet bei­des: Abson­de­rung vom Unhei­li­gen und Abson­de­rung für Gott. Genau­so gut kann gesagt wer­den, dass Hei­lig­sein eine Teil­ha­be an der Ein­zig­ar­tig­keit Got­tes bedeu­tet, der hei­lig ist. Der Gläu­bi­ge, der die Anwei­sun­gen des Spei­se­ge­set­zes befolgt, wird zu einem “imi­ta­tio dei”, (99) d. h. der Gläu­bi­ge folgt dem Bei­spiel und Vor­bild Got­tes. Der “Tex­tus clas­si­cus” für den Gedan­ken eines “hei­li­gen Vol­kes” ist 2. Mo 19, 3–6. Isra­el war aus der ägyp­ti­schen Skla­ve­rei erret­tet wor­den und befin­det sich am Fuße des Sinai, um in die Bun­des­be­zie­hung mit Gott ein­zu­tre­ten. In die­sem ent­schei­den­den Augen­blick ver­kün­det Isra­els Erret­ter: “Ihr sollt mir ein König­reich von Pries­tern und ein hei­li­ges Volk sein” (Vers 6). Die Ver­bin­dung von dem “hei­li­gen Volk” in 2. Mo 19, 6 und dem Impe­ra­tiv “wer­det hei­lig” als Volk, indem ihr nicht von den unrei­nen Tie­ren in 3. Mo 11, 44–45 eßt, ist beson­ders beein­dru­ckend. In 3. Mo 11, 44–45 wird das The­ma eines hei­li­gen Vol­kes zum ersten­mal seit der ers­ten Erwäh­nung in 2. Mo 19, 6 wie­der auf­ge­grif­fen. Unter den ver­schie­de­nen Aspek­ten Isra­els, ein “hei­li­ges” (qadôsh) Volk zu sein und sich abzu­son­dern oder sich für Gott zu “hei­li­gen” (qada­sh, Piel in 3. Mo 11, 44), tritt die Spei­se­ver­ord­nung, sich vom Essen des Flei­sches unrei­ner Tie­re zu ent­hal­ten, beson­ders her­vor. Ein “hei­li­ges Volk” zu sein bedeu­tet unter ande­rem auch, die gött­li­chen Spei­se­vor­schrif­ten zu befol­gen.

    Es ist wohl­be­kannt, dass die Ter­mi­no­lo­gie im Hebräi­schen für sol­che in Wech­sel­be­zie­hung ste­hen­den Gedan­ken wie “hei­li­ge” (qadôsh) “Hei­lig­keit” (qodesh) und “hei­li­gen” (qada­sh, Piel) selbst­ver­ständ­lich von der­sel­ben hebräi­schen Wur­zel (qdsh) stammt und die umfas­sen­de­re Bedeu­tung von Hei­lig­keit, Ganz­heit (Unver­sehrt­heit), Wohl­be­fin­den und Ähn­li­chem anzeigt. Es ist auf­schluß­reich, dass in der ver­wand­ten semi­ti­schen Spra­che “Akka­disch” das Verb qadashu(m) die Dop­pel­be­deu­tung von “Hei­lig”- und “Rein­sein” hat, was auch bei ande­ren Wor­ten, die von der­sel­ben Wort­wur­zel abstam­men, offen­kun­dig wird. (100) Über die Schrif­ten Moses hin­aus­ge­hend gibt es des­halb eine grö­ße­re Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen hei­lig und rein.

    Das The­ma des “hei­li­gen Vol­kes” ist im 5. Buch Mose (7, 6; 14, 2; 21; 26, 19; 28, 9) aktu­ell. Im Buch Jesa­ja wird der zukünf­ti­ge Über­rest zum ersten­mal “hei­lig” genannt (4, 2). (101) Jesa­ja zeigt, dass es einen wah­ren und “hei­li­gen” Über­rest von Gläu­bi­gen geben wird, der die Absich­ten des Herrn aus­führt, wäh­rend das alte Isra­el ver­nich­tet wird. Der Gott der Treu­en und “Hei­li­gen” wird als der “Hei­li­ge Isra­els” bezeich­net. Im Buch Dani­el gibt es Men­schen, die dem Druck der anti­gött­li­chen Mäch­te wider­ste­hen, selbst der Ver­fol­gung in der End­zeit; und sie wer­den “Hei­li­ge des Höchs­ten” (trad. “Hei­li­ge”) genannt (7, 21+25 NRSV). Am Ende der Geschich­te wer­den die­se “Hei­li­gen” Got­tes, die­se hei­li­gen Gläu­bi­gen, vom Men­schen­sohn das ewi­ge König­reich emp­fan­gen (Da 7, 22)

    Das NT greift den Zusam­men­hang die­ser “Hei­li­gen” (“holy ones”), den hagioi, auf und über­setzt es mit dem Wort “Hei­li­ge” (“saints”) – buch­stäb­lich “holy ones”. 2. Mo 19, 6 wird für die Gemein­de als Gemein­schaft der “Hei­li­gen” bzw. für “Hei­li­ge” ver­wen­det. Petrus schreibt: “Ihr aber seid das aus­er­wähl­te Geschlecht, die könig­li­che Pries­ter­schaft, das hei­li­ge Volk (eth­nos hagi­on), das Volk des Eigen­tums” (1. Pt 2, 9). Petrus macht deut­lich, dass der Aus­druck “hei­li­ges Volk” aus 2. Mo 19, 6 nicht mehr wört­lich als eth­ni­sches Isra­el zu ver­ste­hen ist, viel­mehr ist es eine neue Gemein­schaft von Gläu­bi­gen, die Gemein­de. (102) Dar­aus ergibt sich, dass die neue Gemein­schaft wah­rer Gläu­bi­ger, die­ses “hei­li­ge Volk” Got­tes, die hei­li­ge Lebens­wei­se befol­gen wird, die Gott für sie bestimmt hat. Die “hei­li­gen” Übri­gen, die sich aus den “Hei­li­gen” (hagioi) zusam­men­set­zen, wer­den Got­tes Plan für einen Lebens­stil der Hei­lig­keit ein­schließ­lich des uni­ver­sa­len Spei­se­ge­set­zes befol­gen, wodurch ihre Ableh­nung gegen­über allem, was schäd­lich und zer­stö­re­risch ist, und damit ihre Ganzheit/Unversehrtheit in Gott offen­kun­dig wird. Die Gemein­schaft der wah­ren Gläu­bi­gen ist jetzt das Isra­el Got­tes, das “hei­lig” sein und sich für das “imi­ta­tio dei” ein­set­zen soll. In die­ser Iden­ti­fi­zie­rung wird erkenn­bar, wes­halb Isra­el das Spei­se­ge­setz im AT gege­ben wur­de. Heu­te ist Got­tes Isra­el des Neu­en Bun­des die Gemein­schaft der treu­en Übri­gen, die wie­der zur Hei­lig­keit auf­ge­ru­fen wird.

    Apg 15, 20 schreibt vor, dass sich auch die neu­en Gläu­bi­gen “ent­hal­ten sol­len von Befle­ckung durch Göt­zen, von Unzucht, vom Erstick­ten und vom Blut.” Ganz gewiß reflek­tie­ren die­se vier ver­bin­den­den Ver­bo­te der soge­nann­ten apos­to­li­schen Ver­ord­nung das uni­ver­sa­le Gesetz in 3. Mo 17–18 (103) und 1. Mo 9. Still­schwei­gend inbe­grif­fen in die­se vier­fäl­ti­ge, 3. Mo 17–18 ent­nom­me­ne Rei­hen­fol­ge, die wie bereits gezeigt, kon­zep­tio­nell, ter­mi­no­lo­gisch und vom The­ma her mit 3. Mo 11, 2–23, 40–45, 20, 25–26 und 5. Mo 14, 3–20 ver­bun­den ist, ist auch die in 3. Mo 17, 13 impli­zier­te Unter­schei­dung von rein/unrein, was Tie­re und Vögel betrifft, die man essen darf. Die Gläu­bi­gen des NT bil­den das “hei­li­ge”, von Gott ver­hei­ße­ne “Volk”. Es ist ein hei­li­ges Volk, das auch wei­ter­hin “einen Unter­schied zwi­schen rei­nen und unrei­nen Tie­ren macht” (3. Mo 20, 25) und des­halb auf die­sem Gebiet wie auf ande­ren auf­ge­for­dert wird “hei­lig zu sein in eurem gan­zen Wan­del” (1. Pt 1, 15). Die­se Über­sicht der in Wech­sel­be­zie­hung ste­hen­den Gedan­ken von Rein­heit in Spei­sen und Hei­lig­keit im Lebens­stil in all ihren Ver­zwei­gun­gen kön­nen nur auf das umfang­rei­che bibli­sche Bild von einem “hei­li­gen Volk hin­deu­ten”, das sich völ­lig sei­nem Gott und Chris­tus, sei­nem Herrn, geweiht hat. Es lie­fert jedoch nur eine Andeu­tung in Bezug auf das unver­gleich­li­che Poten­ti­al die­ser treu­en, wah­ren und “hei­li­gen” Übri­gen der End­zeit.

Zusammenfassung 

Die Ergeb­nis­se unse­res Stu­di­ums las­sen fol­gen­des erken­nen:

  1. Das Spei­se­ge­setz in 3. Mo 11, 2–23, 41–45 und 5. Mo 14, 3–20 ist Teil des im Alten Tes­ta­ment gege­be­nen uni­ver­sa­len Geset­zes und ist vom zeremoniellen/rituellen Gesetz unab­hän­gig.
  2. Sei­ne Plat­zie­rung in 3. Mo 11 ist dem “Stichwort”-Prinzip und den grö­ße­ren kom­po­si­tio­nel­len und the­ma­ti­schen Bedeu­tun­gen inner­halb des unmit­tel­ba­ren und grö­ße­ren Kon­tex­tes des Pen­ta­teuch zuzu­schrei­ben.
  3. Sei­ne Ver­bin­dung mit dem Schöp­fungs- und Sint­flut­be­richt im Kon­text des Uni­ver­sa­lis­mus von 1. Mo 1–11 ist auf ter­mi­no­lo­gi­schen und the­ma­ti­schen Grund­la­gen sicher­ge­stellt.
  4. Die spe­zi­el­len Wor­te “rein/unrein”, “ver­ab­scheu­ens­wert” und “Greu­el” und ihre Bezie­hun­gen ver­bin­den es mit dem uni­ver­sell gül­ti­gen gött­li­chen Gesetz.
  5. Die kon­tex­tu­ell, aus­drück­lich ratio­na­le Erklä­rung von “Hei­lig­keit” und “Erret­tung” ver­bin­det das Spei­se­ge­setz mit dem The­ma des “hei­li­gen Vol­kes”, das für Gott abge­son­dert ist, um “hei­lig zu sein… im gan­zen Wan­del” (1. Pt 1, 15). Die­ser hei­li­ge Wan­del offen­bart sich unter vie­lem ande­ren in einer fort­wäh­ren­den Unter­schei­dung dar­in, was Gott als geeig­net zum Ver­zehr für Men­schen bestimmt hat. Durch den Ver­zehr der für Got­tes “hei­li­ges Volk” geeig­ne­ten Spei­sen, offen­bart sein Volk sei­nen Herrn durch eine fort­wäh­ren­de “imi­ta­tio dei”. In der Bibel ist Gott der Grund für ethi­sche Grund­sät­ze, und Got­tes wah­res Volk führt ein got­tes­fürch­ti­ges Leben, ein Leben der Hei­lig­keit (und Hei­li­gung), weil es ein “Hei­li­ges Volk” ist (2. Mo 19, 6; 1. Pt 2, 9).

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Literaturverzeichnis

(1) The­re are tho­se who sug­gest that Lev 11: 2–23 is depen­dent on Deut 14:4–20 such as Rolf Rend­torff. Die Geset­ze in der Pries­ter­schrift, eine gat­tungs­ge­schicht­li­che Unter­su­chung (Göt­tin­gen: Van­den­hoeck & Ruprecht, 1954), p. 45 n. 34; Klaus Koch, Die Pries­ter­schaft von Exodus 25 bis Levi­ti­cus 16, eine über­lie­fe­rungs­ge­schicht­li­che und lite­r­ar­kri­ti­sche Unter­su­chung (Göt­tin­gen: Van­den­hoeck & Ruprecht, 1959), p. 76, sug­gests that the appearance of mîn in Deut 14:13–18 is due to later assi­mi­la­ti­on to Lev 11:14–19. Mar­tin Noth, Das drit­te Buch Mose (Göt­tin­gen: Van­den­hoeck & Ruprecht, 1962), p. 76, sug­gest that Deut 14 is ear­lier than Lev 11, but that a part of Deut 14:13–18 has been influen­ced by an ear­lier ver­si­on of Lev 11. A. L. Moran, The Lite­ra­ry Con­nec­tion Bet­ween Lev 11, 13–19 and Dt 14, 12–18. Catho­lic Bibli­cal Quar­ter­ly (28, 1966): pp. 271–77, argues for an anci­ent source for both Lev and Deut, but assigns prio­ri­ty to Deut over Lev. He sug­gest that the addi­tio­nal ten birds lis­ted in Lev 11 were bor­ro­wed from the lat­ter text and added to Deut. Kim-Kwong Chan. You Shall Not Eat The­se Abo­minable Things: An Exami­na­ti­on of Dif­fe­rent Inter­pre­ta­ti­ons on Deu­te­ro­no­my 14:3–20, East Asia Jour­nal of Theo­lo­gy 3 (1985): pp. 88–106, fol­lows Moran’s theo­ry of depen­dence (pp. 90, 94). The mat­ter of lite­ra­ry depen­dence is obvious­ly a com­plex one and can­not be pur­sued within the con­fi­nes of this paper. For the pur­po­ses of our sub­ject it does not seem to be decisi­ve in one way or ano­ther.

(2) E. Firmage, The Bibli­cal Die­ta­ry Laws and the Con­cept of Holi­ne­ss, Stu­dies in the Pen­ta­teuch. ed. J. A. Emer­ton (Lei­den: E. J. Brill, 1990), pp. 177–208, speaks of the die­ta­ry laws as belon­ging to the cate­go­ry of moral impe­ra­ti­ves (p.184).

(3) See Doro­thea Wen­de­bourg, Die alt­tes­ta­ment­li­chen Rein­heits­ge­set­ze in der frü­hen Kir­che, Zeit­schrift für Kir­chen­ge­schich­te 95 (1984): pp. 149–70.

(4) So John G. Gam­mie, Holi­ne­ss in Isra­el (Min­nea­po­lis: Fort­ress Press, 1989), p. 10.

(5) So again Firmage, The Bibli­cal Die­ta­ry Laws, p. 184

(6) Cre­dit for various distinc­tions bet­ween the two types of uncle­an­ness go to the Dr. Jiri Moska­la.

(7) This is cle­ar­ly reco­gni­zed by Har­ri­son, Levi­ti­cus, p. 37

(8) Dr. Jiri Moska­la has made this distinc­tion ear­lier on the basis of stu­dies of a com­pa­ra­ti­ve natu­re within the con­cepts of cle­an­sing rites.

(9) G. André and H. Ring­gren, “tame’,” Theo­lo­gi­cal Dic­tion­a­ry of the Old Tes­ta­ment, eds. G. J. Bot­ter­weck and H. Ring­gren (Grand Rapids, MI: Eerd­mans, 1986), V: 33()-42.

(10) David P. Wright, Lepro­sy, Harper’s Bible Dic­tion­a­ry, ed. Paul J. Ach­tem­ei­er (San Fran­cis­co: Har­per & Row, 1985) p. 555, notes that the skin dise­a­ses of Lev 13 are not modern lepro­sy (Hansen’s dise­a­se).

(11) Firmage, The Bibli­cal Die­ta­ry Laws, p. 1~3, also speaks of ani­mals as “inher­ent­ly ‘unclean’ “.

(12) In Lev 11 the desi­gna­ti­on “unclean” is used for ani­mals that are inher­ent­ly unclean in vss. 4, 5, 6, 7, 8, 29, 31, 47. The trans­la­ti­on “detest­a­ble” or “abhor­rent” is employ­ed for The Hebrew term she­qets also for ani­mals that are inher­ent­ly unclean as in Lev 11:10, 11, 12, 13, 20, 41, 42.

(13) André, “tame’ “, pp. 332–32, wri­tes erro­n­eous­ly that “an unclean ani­mal ren­ders unclean ever­y­thing and ever­yo­ne that comes into cont­act with it… Anyo­ne who picks it up or tou­ch­es (naga’) it is unclean until evening…” Evi­dent­ly this is true only for the car­cass of an unclean ani­mal, but not of a live unclean ani­mal.

(14) J. C. Moy­er, “Hit­ti­te and Israe­li­te Cul­tic Prac­ti­ces: A Sel­ec­ti­ve Com­pa­ri­son”, Scrip­tu­re in Con­text II: More Essays in Com­pa­ra­ti­ve Method, eds. W. W. Hal­lo et al. (Wino­na Lake: Eis-enbrauns, 1983), pp. 29–33, descri­bes the impu­ri­ty of the pig and dog in Hit­ti­te cul­tu­re. When the­se ani­mals have cont­act with food they would pol­lu­te it.

(15) See among the com­men­ta­ries tho­se by Mar­tin Noth, Levi­ti­cus “Old Tes­ta­ment Libra­ry” (Phil­adel­phia: West­mins­ter Press, 1965), p. 12; J. R. Por­ter, Levi­ti­cus (Cam­bridge: Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press, 1976), p. 82; Gor­don J. Wen­ham, The Book of Levi­ti­cus (Grand Rapids, MI: Eerd­mans, 1979); pp. 3–5; R. K. Har­ri­son, Levi­ti­cus: An Intro­duc­tion and Com­men­ta­ry (Dow­ners Gro­ve, IL: Inter Var­si­ty Press, 1980), pp. 36–37; Baruch A. Levi­ne, Levi­ti­cus, The JPS Torah Com­men­ta­ry (Phil­adel­phia: Jewish Publi­ca­ti­on Socie­ty, 1989), pp. 63–69.

(16) Wil­liam H. Shea. Lite­ra­ry Form and Theo­lo­gi­cal Func­tion in Levi­ti­cus, The Seven­ty Weeks Levi­ti­cus, and the Natu­re of Pro­phe­cy, ed. Frank B. Hol­brook, Dani­el and Reve­la­ti­on Com­mit­tee Series, vol. 3 (Washing­ton, D. C.: Bibli­cal Rese­arch Insti­tu­te of the Gene­ral Con­fe­rence of SDAs, 1986), pp. 130–68, dis­co­vers a chi­a­stic struc­tu­re with Lev 16 at the cen­ter.

(17) Peter C. Crai­gie. The Book of Deu­te­ro­no­my, The Inter­na­tio­nal Com­men­ta­ry on the Old Tes­ta­ment (Grand Rapids, MI: Eerd­mans, 1976), p. 231, makes this state­ment regar­ding Deut 14. It appli­es equal­ly with regard to its par­al­lel chap­ter of Lev 11.

(18) One such published attempt is the one by David P. Wright, The Dis­po­sal of Impu­ri­ty. Eli­mi­na­ti­on Rites in the Bible and in Hit­ti­te and Meso­po­ta­mi­an Lite­ra­tu­re, SBL Dis­ser­ta­ti­on Series (Atlan­ta, GA: Scho­lars Press. 1987), pp. 200- 206.

(19) The struc­tu­re of Lev 11 and its careful com­po­si­ti­on is wide­ly ack­now­led­ged, see Karl Elli­ger, Levi­ti­cus, Hand­buch zum Alten Tes­ta­ment (Tübin­gen: J. C. B. Mohr, 1966), pp. 142–149.

(20) A detail­ed dis­cus­sion on the dis­po­sal of such impu­ri­ty or acqui­red uncle­an­ness is found in Wright, The Dis­po­sal of Impu­ri­ty, pp. 200–206.

(21) Stu­dies that tre­at the com­plex sub­ject of clean/unclean und purity/impurity in the Old Tes­ta­ment in gene­ral man­ner, see W. R. Smith. The Reli­gi­on of the Semi­tes: The Fun­da­men­tal Insti­tu­ti­ons (2nd ed.; New York: Scho­cken Books, 1972): J. Döl­ler, Die Rein­heits- und Spei­se­ge­set­ze des Alten Tes­ta­ments in reli­gi­ons­ge­schicht­li­cher Beleuch­tung (Müns­ter: Aschen­dorff, 1917); Mary Dou­glas, Puri­ty and Dan­ger: An Ana­ly­sis of the Con­cepts of Pol­lu­ti­on and Taboo (Lon­don: Rout­ledge and Kegan Paul, 1966); W. Paschen, Rein und Unrein: Unter­su­chung zur bibli­schen Wort­ge­schich­te (Mün­chen: Kösel Ver­lag, 1970); Jakob Neus­ner, The Idea of Puri­ty in Anci­ent Juda­ism (Lei­den: E. J. Brill, 1973), E. Feld­man, Bibli­cal and Post-Bibli­cal Defi­le­ment and Mour­ning: Law as Theo­lo­gy New York: Yes­hi­va Uni­ver­si­ty and KTAV, 1977); I. Zatel­li, Il cam­po les­si­cale degli agget­ti­vi di puri­ta in Ebraico bibli­co (Firen­ze: Isti­tuo di Lin­gu­i­sti­ca e di Lin­gue Ori­en­ta­li, Uni­ver­si­tà di Firen­ze, 1978). The­re are two stu­dies that sur­vey work done on the sub­ject of puri­ty and cle­an­ness, see J. Hen­nin­ger, D. Meeks, M.-J. Seux and H. Cazel­les, Pureté et Impu­reté , Dic­tion­n­aire de la Bible. Supplément (Paris: Letou­zey & Ané , 1979), IX:309–508; E. Cor­te­se, Le recer­che sul­la con­ce­zio­ne ’sacer­do­ta­le’ cir­ca puro-impuro nel­l’ul­ti­mo decen­nio, Rivis­ta Bibli­ca 27 (1979): pp. 339–57.

(22) Here M. H. Segal, The Pen­ta­teuch, Its Com­po­si­ti­on and its Aut­hor­ship and Other Bibli­cal Stu­dies (Jeru­sa­lem: Magnes Press of the Hebrew Uni­ver­si­ty, 1967), p. 45, makes the signi­fi­cant point that Lev 1–10 is “the com­ple­ti­on and con­clu­si­on of the sto­ry of the taber­na­cle” which was begun in Exod 25.

(23) The expres­si­on is from L. E. Toombs, Clean and Unclean, Inter­pre­ter ’s Dic­tion­a­ry of the Bible (Nash­ville, TN: Abing­don Press, 1962), I:645.

(24) Lev 11:4, 5. 6, 7, 8, 24, 24, 25, 26, 26, 27, 27, 28, 28, 28, 31, 31, 32, 32, 33, 34, 34, 35, 35, 35, 36, 38, 39, 40, 40, 43, 43, 44, 47.

(25) L. Koeh­ler and W. Baum­gart­ner, Lexi­con in Vete­ris Tes­ta­men­ti Libros (Lei­den: E. J. Brill, 1958), p. 1009; Wil­liam L. Hol­l­a­day, Jr., A Con­cise Hebrew and Ara­maic Lexi­con of the Old Tes­ta­ment (Grand Rapids, MI: Eerd­mans Publ. Comp., 1971), p. 383.

(26) J. G. Bot­ter­weck, “cha­zir” Theo­lo­gi­cal Dic­tion­a­ry of the Old Tes­ta­ment, IV: 297.

(27) So Jacob Mil­grom accor­ding to Firmage, The Bibli­cal Die­ta­ry Laws, p. 206.

(28) Wright, The Dis­po­sal of Impu­ri­ty, p. 202.

(29) The defi­ni­ti­on of the “sojour­ner, ali­en” as pro­vi­ded in W. L. Hol­l­a­day, Jr., A Con­cise He brew and Ara­maic Lexi­con of the Old Tes­ta­ment (Grand Rapids, MI: Eerd­mans, 1971), p. 64, reads: “ger is a man who eit­her alo­ne or w. his fami­ly, lea­ves his vil­la­ge k. tri­be, becau­se of war (2S 4:3), fami­ne (Ru 1:1) pesti­lence, blood­guilt, &c., & seeks shel­ter & sojourn else­whe­re, whe­re his right to own land, to mar­ry, & to par­ti­ci­pa­te in the admi­nis­tra­ti­on of jus­ti­ce, in the cult, & war is curtail­ed.” The ger, “sojour­ner, ali­en”, was usual­ly a non-Israe­li­te who cho­se to live among Israe­li­tes.

(30) D. Kel­ler­mann, “gur”, Theo­lo­gi­cal Dic­tion­a­ry of the Old Tes­ta­ment, eds. J. G. Bot­ter weck and H. Ring­gren (Grand Rapids, MI: Eerd­mans, 1975), II:447.

(31) E. Gers­ten­ber­ger, “t’b”, Theo­lo­gi­sches Hand­wör­ter­buch zum Alten Tes­ta­ment, eds. E. Jen­ni and C. Wes­ter­mann (Zurich/Munich: Kai­ser, 1976), II: 1053.  (32) Cre­dit for poin­ting to the­se uni­ver­sal rela­ti­onships bet­ween Lev 17–18 and Deut 14 goes to my col­le­ague Dr. Richard David­son.

(33) For exam­p­le, Claus Wes­ter­mann, Gene­sis 1–11. A Com­men­ta­ry (Min­nea­po­lis: Augs­burg Publi­shing House, 1984) , pp. 427–29; Her­mann Gun­kel, Gene­sis (6th ed.; Ber­lin: Evan­ge­li­sche Ver­lags­an­stalt. 1963), pp. 62–64; O. Prock­sch, Die Gene­sis (Leip­zig: Deich­ertsche Ver­lags­buch­hand­lung, 1913), pp. 62–65; Ger­hard von Rad, Gene­sis, A Com­men­ta­ry (Phil­adel­phia: West­mins­ter Press, 1961), pp. 114–16; Wal­ter Brueg­ge­mann, Gene­sis. A Bible Com­men­ta­ry for Tea­ching and Prea­ching (Atlan­ta: John Knox Press, 1982), pp. 73–88.

(34) For a cri­tique with modern lite­ra­tu­re, see Ger­hard F. Hasel, Bibli­cal Inter­pre­ta­ti­on Today. An Ana­ly­sis of Modern Methods of Bibli­cal Inter­pre­ta­ti­on and Pro­po­sals for the Inter­pre­ta­ti­on of the Bible as the Word of God (Washing­ton, D. C.: Bibli­cal Rese­arch Insti­tu­te of the Gene­ral Con­fe­rence of Seventh-day Adven­tists, 1985), pp. 7–27.

(35) Gen 1–11 is cus­to­ma­ri­ly desi­gna­ted “pri­me­val histo­ry”. It may be more advan­ta­ge­ous to call it “histo­ry of begin­nings”. It is uni­ver­sal­ly reco­gni­zed to be “uni­ver­sal” in out­look and having the who­le world in view. See A. E. Spei­ser, Gene­sis, The Anchor Bible, (Gar­den City, NY: Dou­ble­day, 1964) p. LIII; Wes­ter­mann, Gene­sis 1–11, pp. 1–64; Vic­tor P. Hamil­ton, The Book of Gene­sis Chap­ters 1–17, The New Inter­na­tio­nal Com­men­ta­ry on the Old Tes­ta­ment (Grand Rapids, MI: Eerd­mans , 1990) p. 10; Gor­don J. Wen­ham, Gene­sis 1–15, Word Bibli­cal Com­men­ta­ry, vol. 1, (Waco, TX: Word Book Publishers, 1987) pp. xlvi-liii.

(36) Gun­kel, Gene­sis, p. 62.

(37) Wes­ter­mann, Gene­sis, p. 428.

(38) So G. Ch. Aal­ders, Gene­sis, Vol. 1 (Grand Rapids, MI: Zon­der­van, 1981), p. 168.

(39) C. F. Keil and F. Delitzsch, Com­men­ta­ry on the Old Tes­ta­ment. The Pen­ta­teuch (Grand Rapids. MI: Eerd­mans Publ. Comp., n. d.), I:144.

(40) Hans­jörg Bräu­mer, D~ as ers­te Buch Mose, Kapi­tel l‑l 1 (Wup­per­tal: R. Brock­haus. 1983), p. 171.

(41) A simi­lar point is made by Gor­don J. Wen­ham, Gene­sis I‑I5 (Waco, TX: Word Books, 1987), p. 177.

(42) Howard Eil­berg-Schwartz. Crea­ti­on and Clas­si­fi­ca­ti­on in Juda­ism: From Priestly to Rab­bi­nic Con­cep­ti­ons, Histo­ry of Reli­gi­ons 26 (1987): 361 n. 11.

(43) Ibid., pp. 360–61.

(44) Hol­l­a­day, A Con­cise Hebrew and Ara­maic Lexi­con, p. 102.

(45) Levi­ne, Levi­ti­cus, p. 66.

(46) J. G. Bot­ter­weck, “behe­mah”, Theo­lo­gi­cal Dic­tion­a­ry of the Old Tes­ta­ment, eds. J. G. Bot­ter­weck and H. Ring­gren (Grand Rapids, Ml: Eerd­mans, 1975), II:10.

(47) Wen­ham, Gene­sis 1–15, p. 25; Bot­ter­weck, “behe­mah”, p. 9; etc.

(48) Dou­glas, Puri­ty and Dan­ger, pp. 41–57, argues that the crea­ti­on nar­ra­ti­ve of Gen 1 gave rise to the die­ta­ry laws.

(49) Eil­berg-Schwartz, p. 361.

(50) Sur­veys and eva­lua­tions are pre­sen­ted among others by W. H. Gis­pen, The Distinc­tion Bet­ween Clean and Unclean, Oud­te­s­ta­men­ti­sche Stu­di­en, ed. P. A. H. de Boer (Lei­den: E. J. Brill, 1948, V: 190–96; I Grun­feld, The Phi­lo­so­phi­cal and Moray Basis of the Jewish Die­ta­ry Laws (Lon­don: The Hil­lel Foun­da­ti­on, 1961), pp. 5–22; Wal­ter Korn­feld, Die unrei­nen Tie­re im Alten Tes­ta­ment, Wis­sen­schaft im Diens­te des Glau­bens, Fest­schrift für Abt Dr. Her­mann Peichl (Wien: Her­der Ver­lag, 1965), pp. 11–27; idem, Rei­ne und unrei­ne Tie­re im Alten Tes- tament, Kai­ros 7 (1965): pp. 134–47; J. Mil­grom, The Bibli­cal Diet Laws as an Ethi­cal Sys­tem, Inter­pre­ta­ti­on 17 (1963): pp. 288–301; Gor­don J. Wen­ham, The Theo­lo­gy of Unclean Food, Evan­ge­li­cal Quar­ter­ly 53 (1981): pp. 6–15.

(51) This view is sup­port­ed by Mar­tin Noth, Levi­ti­cus (Lon­don: SCM Press, 1965), p. 62; idem, The Laws in the Pen­ta­teuch and Other Stu­dies (Phil­adel­phia: Fort­ress Press, 1966), pp. S6-57; Döl­ler, Die Rein­heits-und Spei­se­ge­set­ze, pp. 231–32; and in part by Noor­dtzij, Levi­ti­cus, pp. 121–22; and others.

(52) Fre­de­rick J. Simoons, Eat Not This Fle­sh. Food Avo­id­ances in the Old World (Madi­son: Uni­ver­si­ty of Wis­con­sin Press, 1961), pp. 13–43.

(53) For anci­ent evi­dence, see Korn­feld, Rei­ne und unrei­ne Tie­re im Alten Tes­ta­ment, pp. 135- 36, and more recent evi­dence, see R. de Vaux, Les sacri­fices de porcs en Pal­es­ti­ne et dans l’An­ci­en Ori­ent, Von Uga­rit nach Qum­ran, eds. J. Hem­pel and L. Rost (Ber­lin: Töpel­mann, 1958), pp. 250–65; Anton Jir­ku. Levi­ti­cus 11, 29–33 im Lich­te der Uga­rit-For­schung, Zeit­schrift fur alt­tes­ta­ment­li­che Wis­sen­schaft 84 (1972): p. 348.

(54) Wen­ham, Levi­ti­cus, p. 167; Korn­feld, Rei­ne und unrei­ne Tie­re im Alten Tes­ta­ment, p. 136.

(55) Por­ter, Levi­ti­cus, p. 84.

(56) Mac Lennan, The Wor­ship of Ani­mals and Plants (1869) as cited in Korn­feld. Die unrei­nen Tie­re im Alten Tes­ta­ment, p. 12 n. 12.

(57) W. Rober­s­ton Smith, Lec­tures on the Reli­gi­on of the Semi­tes (Edin­burgh: T. & T. Clark, 1889), p. 143.

(58) Bern­hard Sta­de, Bibli­sche Theo­lo­gie des Alten Tes­ta­ments (Tübin­gen: J. C. B. Mohr, 1905), I:135–42.

(59) M. H. Pope, Tot­emism, Interpreter’s Bible Dic­tion­a­ry (Nash­ville, TN: Abing­don Press, 1962), IV: 674.

(60) See Edu­ard König, Theo­lo­gie des Alten Tes­ta­ments kri­tisch und ver­glei­chend dar­ge­stellt

(Stutt­gart: C. Bel­ser. 1922), pp. 28–29. Par­ti­cu­lar­ly insightful is the cri­tique of Karl Wigand, Die altis­rae­li­ti­sche Vor­stel­lung von unrei­nen Tie­ren, Archiv fur Reli­gi­ons­wis­sen­schaft 17 (1914): 427–31.

(61) Korn­feld, Die unrei­nen Tie­re im Alten Tes­ta­ment, p. 12.

(62) Ibid., p. 26.

(63) Ibid.

(64) Jacob Mil­grom, Ethics and Ritu­al: The Foun­da­ti­on of Bibli­cal Die­ta­ry Laws, Reli­gi­on and Law: Bibli­cal-Judaic and Isla­mic Per­spec­ti­ves, eds. Edwin B. Firmage, Ber­nard G. Weiss and John W. Welch (Wino­na Lake, IN: Eisen­brauns, 1990), p. 175.

(65) Dou­glas, Puri­ty and Dan­ger, p. 49.

(66) Ibid., p. 55.

(67) Ibid., p. 53.

(68) Ibid., p. 5S

(69) Anna S. Meigs, A Papu­an Per­spec­ti­ve on Pol­lu­ti­on, Man 13 (1978): pp. 304–318.

(70) Eil­berg-Schwartz, p. 358.

(71) Jacob Mil­grom, An Inves­ti­ga­ti­on into the Mea­ning of “unclean” in Our Cul­tu­re, Direc­tions (Los Ange­les: The Uni­ver­si­ty of Juda­ism, 1981), pp. 4–6; J. R. Por­ter, Levi­ti­cus (Lon­don: Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press, 1976), p. 84; Wen­ham, Levi­ti­cus, pp. 168–71; idem, The Theo­lo­gy of Unclean Food, pp. 9–11; G ammie, Holi­ne­ss in Isra­el, pp. 10–11.

(72) Robert Alter, A New Theo­ry of Kashrut, Com­men­ta­ry 68/2 (1979): p. 49, whe­re he actual­ly objects to Jean Soler, The Die­ta­ry Pro­hi­bi­ti­ons of the Hebrews, The New York Review of Books (June 14, 1979): 24–30, use of the­se ani­mals. Soler and Dou­glas, howe­ver, have the same argu­ment and so it appli­es to both.

(73) So Eil­berg-Schwartz, p. 359.

(74) Mil­grom, Ethics and Ritu­al, pp. 176–183.

(75) Firmage, The Bibli­cal Die­ta­ry Laws, 182.

(76) Wen­ham, The Theo­lo­gy of Unclean Food, p. 6.

(77) Roland E. Cle­ments, Levi­ti­cus, Broad­man Bible Com­men­ta­ry (Lon­don: Mar­shall, Mor­gan and Scott, 1971), II:34.

(78) For ins­tance. Peter C. Crai­gie, The Book of Deu­te­ro­no­my, The New Inter­na­tio­nal Com­men­ta­ry on the Old Tes­ta­ment (Grand Rapids, MI: Eerd­mans. 1976), p. 231. Wil­liam F. Alb­right, Yah­weh and the Gods of Cana­an (Gar­den City: Dou­ble­day & Comp., 1968, pp. 177- 81, speak of the die­ta­ry laws of Lev 11 and Deut 14 as “hygie­nic laws” or “hygie­nic regu­la­ti­ons”.

(79) H. Kar­ri­son, Levi­ti­cus, pp. 126–31.

(80) D. I. Macht, An Expe­ri­men­tal Phar­ma­co­lo­gi­cal App­re­cia­ti­on of Levi­ti­cus 11 and Deu­te­ro­no­my 14, Bul­le­tin of the Histo­ry of Medi­ci­ne 27 (1953): pp. 444–50.

(81) Wen­ham The Theo­lo­gy of Unclean Food, p. 6.

(82) Korn­feld, Rei­ne und unrei­ne Tie­re im Alten Tes­ta­ment, pp. 134–36.

(83) Wen­ham, Levi­ti­cus, pp. 167–68.

(84) Wen­ham, The Theo­lo­gy of Unclean Food, p. 6.

(85) Wen­ham, Levi­ti­cus, p. 168.

(86) Ibid.

(87) Wen­ham, The Book of Levi­ti­cus, p. 168.

(88) Wen­ham, The Theo­lo­gy of Unclean Food, p. 6.

(89) With Robert A. Gue­lich, Mark. l‑8: 26, Word Bibli­cal Com­men­ta­ry (Dal­las, TX: Word Book Publishers, 1989), p. 378, whe­re he cites in his sup­port such scho­lars as Tay­lor, Cran­field, Klos­ter­mann , Lam­brecht, Gnil­ka and Ques­nell.

(90) So among others E. Klos­ter­mann, Das Mar­kus­evan­ge­li­um, Hand­buch zum Neu­en Tes­ta­ment (2nd ed.; Tübin­gen; Kohl­ham­mer, 1926), p. 71; W. Grund­mann , Das Evan­ge­li­um nach Mar­kus, p. 195; and others.

(91) Matthew Black, An Ara­maic Approach to the Gos­pel and Acts (2nd ed.; Oxford Uni­ver­si­ty Press, 1954), p. 217.

(92) Joa­chim Jere­mi­as, Neu­tes­ta­ment­li­che Theo­lo­gie. Ers­ter Teil: Die Ver­kün­di­gung Jesu (2nd ed.; Güters­loh: Güters­lo­her Ver­lags­haus Gerd Mohn, 1973), p. 213.

(93) Ibid., p. 202.

(94) C. E. B. Cran­field, The Gos­pel accor­ding to St. Mark, The Cam­bridge Greek Tes­ta­ment Com­men­ta­ry (Cam­bridge: At the Uni­ver­si­ty Press, 1963), p. 243.

(95) Wil­liam L. Lane, The Gos­pel Accor­ding to Mark (Grand Rapids, MI: Eerd­mans Publi­shing Com­pa­ny, 1974), p. 255.

(96) The Aorist ten­se ekathárisen used here indi­ca­ted that this was a punc­ti­li­ar and his­to­ri­cal act which points back to God’s distinc­tion of the “clean” and “unclean”.

(97) See the careful­ly argued points on this by Colin House, Defi­le­ment by Asso­cia­ti­on: Some Insights from the Usa­ges of koinós/koinôs in Acts 10 and 11, Andrews Uni­ver­si­ty Semi­na­ry Stu­dies 21 (1983): pp. 143–55.

(98) Gis­pen, The Distinc­tion Bet­ween Clean and Unclean, p. 196.

(99) Firmage, The Bibli­cal Die­ta­ry Laws, 183.

(100) H. P. Mül­ler. “qdsh hei­lig,” Theo­lo­gi­sches Hand­wör­ter­buch zum Alten Tes­ta­ment, eds. E. Jen­ni and C. Wes­ter­mann (Mün­chen: Kai­ser, 1976), II:590.

(101) Ger­hard F. Hasel, The Rem­nant. The Histo­ry and Theo­lo­gy of the Rem­nant Idea from Gene­sis to Isai­ah (Ber­ri­en Springs, MI: Andrews Uni­ver­si­ty Press, 1974), pp. 263–68.

(102) Nor­bert Brox, Der ers­te Petrus­brief (Leip­zig: St. Ben­no-Ver­lag, 1986), pp. 104- 107

(103) F. Hauck and S. Schulz, “pronê,” Theo­lo­gi­cal Dici­tio­na­ry of the New Tes­ta­ment (Grand Rapids, MI: Eerd­mans, 1968), VI: 592–93.

Mittler
Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs
Licht der Welt
Gott-Held
Gott der Wahrheit
Ewiger
König aller Könige
Friedefürst
Gott, der mich sieht
Gott des Himmels
König aller Könige
Gott des Himmels
Auferstehung und das Leben
voller Güte und Gnade
Anfang und Ende
Hirte
Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre
Gott des Heils
Gott, der da ist
gut er Hirte
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