Extraseite: Sabbatkritik

Zwei Menschen, die eine Bibel aufgeschlagen haben. Über den beiden stehen die Worte: Sabbat oder Sonntag

Titus Vogt ver­tritt auf sei­ner Web­sei­te die Ansicht, dass man den Sab­bat nicht mehr beach­ten müs­se. Dabei greift er auf typi­sche Stan­dard­ar­gu­men­te zurück. Teil­wei­se irrt er sich in sei­nen Aus­füh­run­gen deut­lich. Es folgt eine kon­kre­te Gegen­über­stel­lung der Argu­men­te.

Zur Sab­bat­fra­ge von Titus Vogt
(Stand 01.02.2026)
Kom­men­tar / Stel­lung­nah­me
Sobald man sich ein­mal etwas ein­ge­hen­der mit der Sab­bat­fra­ge befaßt, stellt man fest, daß man nicht so ein­fach sagen kann, daß jeder, der den Sonn­tag hält, will­kür­lich das Sab­bat­ge­bot geän­dert habe. Dafür ist die Pro­ble­ma­tik zu dif­fi­zil.  Stroh­mann: Wer behaup­tet, dass die­ses will­kür­lich getan wur­de oder wird? Geschicht­li­che Hin­ter­grün­de fin­det man hier.  
Natür­lich ist es rich­tig, daß z.B. in den Zehn Gebo­ten im Hebräi­schen steht: “Du sollt den Schab­bat hei­li­gen.” Aber die­ses hebräi­sche Wort bedeu­tet eben nicht nur “Sab­bat” (als 7. Tag der Woche), son­dern schlicht auch “Fei­er­tag”. So wird z.B. auch der gro­ße Ver­söh­nungs­tag “Jom Kip­pur” in 3Mose 16,31 “Sab­bat” genannt, obgleich er ein fes­tes Datum hat­te (10. des sieb­ten Monats; 3Mose 16,29) und somit immer durch die Woche rotier­te und so nicht nur auf den sieb­ten Tag der Woche, son­dern eben auch auf jeden ande­ren Tag der Woche fal­len konn­te.  Das hebräi­sche Wort שַׁבָּת (šab­bāt / Schab­bat) kommt ety­mo­lo­gisch von der Wur­zel ש‑ב-ת (š‑b-t), deren Grund­be­deu­tung „auf­hö­ren / ruhen / auf­hö­ren zu arbei­ten“ ist. Im Bibel­he­bräi­schen tritt die Wur­zel sowohl als Verb (שָׁבַת „ruhen, auf­hö­ren“) als auch als Sub­stan­tiv (שַׁבָּת „Ruhe; Ruhe­tag“) auf; im israe­li­ti­schen Sprach­ge­brauch bezeich­net שַׁבָּת den regel­mä­ßi­gen Ruhe­tag (den Sabbath/Shabbat). Es bedeu­tet NICHT ein­fach „Fei­er­tag“, auch wenn Vogt hier womög­lich eine Brü­cke zu den Zehn Gebo­ten im Kate­chis­mus zu schla­gen ver­sucht, in dem das Sab­bat­ge­bot durch das Gebot „Du sollst den Fei­er­tag hei­li­gen“ ersetzt wur­de. Der Kon­text von 2Mo 20,8–11 lässt über­haupt kei­nen Zwei­fel dar­an, dass in den Zehn Gebo­ten der wöchent­li­che Sab­bat gemeint ist. Für ande­re Fei­er­ta­ge wur­den meist Vari­an­ten ver­wen­det: שַׁבָּתוֹן (šab­bā­tôn) - ein davon abge­lei­te­tes Sub­stan­tiv mit der Bedeu­tung „fei­er­li­cher Ruhe­tag / stren­ge Ruhe“  oder auch: שַׁבַּת שַׁבָּתוֹן (šab­bat šab­bā­tôn) - eine Super­la­tiv-/Ver­stär­kungs­form: wört­lich etwa „Sab­bat völ­li­ger Ruhe“, also „aller­s­trengs­ter Ruhe­tag“. Die­se Bezeich­nung wird etwa in 3Mo 16,31 für den Jom Kip­pur (Ver­söh­nungs­tag) ver­wen­det.
Die aller­meis­ten Chris­ten gehen davon aus, daß es das Sab­bat­ge­bot sowohl einen mora­li­schen wie auch einen zere­mo­nia­len Aspekt hat, wobei der mora­li­sche ewig gül­tig ist und somit auch für Chris­ten zu prak­ti­zie­ren ist, der zere­mo­nia­le dage­gen durch Chris­tus am Kreuz erfüllt wur­de. Dr. Tho­mas Schirr­ma­cher for­mu­liert es sehr tref­fend, wenn er schreibt: “daß das Sab­bat­ge­bot im Alten Tes­ta­ment einen zere­mo­nia­len und einen mora­li­schen Aspekt hat­te. Der zere­mo­nia­le Aspekt ist in Chris­tus erfüllt, auch wenn er nach Röm 14 ohne Zwang von ein­zel­nen Gläu­bi­gen teil­wei­se wei­ter beach­tet wer­den durf­te.                          Das ist nur bedingt rich­tig. Der Sab­bat wur­de vor dem Sün­den­fall ein­ge­führt und weist auch in 2Mo 20 auf die Schöp­fung, in der alles sehr gut war, zurück, und kann nicht typo­lo­gisch auf Chris­tus, das wah­re Opfer­lamm Got­tes, bezo­gen wer­den. Gott hat den sieb­ten Tag der Woche, den Sab­bat, geseg­net und gehei­ligt (abge­son­dert) und ihn in 2Mo 20 als Ruhe­tag für alle Men­schen (nicht nur Juden: 2Mo 20,10) bestimmt. Er wird aus­drück­lich von Jesus als für den Men­schen geschaf­fen bezeich­net (Mk 2,27). Lt. Jesa­ja 66,23 wird der Sab­bat auf der neu geschaf­fe­nen Erde wei­ter­hin Gel­tung haben. Wäre es nicht zum Sün­den­fall gekom­men, gäbe es den Sab­bat immer noch. Der ein­zi­ge zere­mo­ni­el­le Aspekt des Sab­bats sind die zusätz­li­chen Opfer, die neben dem täg­li­chen Opfer vor­ge­schrie­ben waren. Die­se Opfer haben sich, wie alle Übri­gen, in Chris­tus typo­lo­gisch erfüllt.
Die im Neben­satz erwähn­te Bibel­stel­le in Römer 14 bezieht sich nicht auf den Sab­bat, son­dern auf Fas­ten­ta­ge.
Der mora­li­sche Aspekt, der einen Sie­ben­ta­ges­rhyth­mus mit einem Tag für Got­tes­dienst und erhol­sa­men Rück­blick auf die eige­ne Arbeit beinhal­tet, struk­tu­riert dage­gen wei­ter­hin die Zeit aus Got­tes Sicht.“1Aus­füh­run­gen ohne Begrün­dung.
All die Opfer- und Rein­heits­vor­schrif­ten sowie auch die Bestim­mung, den sieb­ten Tages [sic.] der Woche (= Sams­tag) zu hei­li­gen, sind zere­mo­nia­le Vor­schrif­ten, die durch Jesus am Kreuz erfüllt wur­den, so daß wir sie nicht mehr prak­ti­zie­ren müs­sen.Eben nicht. Die Bestim­mung des sieb­ten Tages der Woche hat, wie oben dar­ge­legt, nichts mit Jesu Opfer­tod zu tun. Der Sab­bat ist eine ewig gel­ten­de Ein­rich­tung für den Men­schen.
Aber der Sie­ben­ta­ges­rhyth­mus ist bereits Schöp­fungs­ord­nung, wird im Neu­en Tes­ta­ment bestä­tigt und gehört – nicht zuletzt auch wegen sei­ner Stel­lung in den Zehn Gebo­ten – selbst­ver­ständ­lich zum ewig gül­ti­gen Moral­ge­setz Got­tes.  Der Autor bemerkt nicht die Wider­sprüch­lich­keit sei­ner eige­nen Aus­füh­run­gen: Zum einen ver­weist er auf Römer 14 (im Sin­ne von: Alle Tage sind gleich) und bezeich­net die Bestim­mung des sieb­ten Tages als „zere­mo­ni­el­le Vor­schrift“, die durch Jesu Tod erfüllt sei, aller­dings unter­streicht er, dass der Sie­ben­ta­ge­rhyth­mus wegen sei­ner Stel­lung in den Zehn Gebo­ten zum ewig gül­ti­gen Moral­ge­setz Got­tes gehö­re.
Daß das Sab­bat­ge­bot auch zere­mo­nia­le Aspek­te haben muß, die in Chris­tus erfüllt sind, machen m.E. völ­lig ein­deu­tig Stel­len wie Kol 2,8+16–17; Röm 14,5–6; Gal 4,9–10.2 Beson­ders die Erwäh­nung des “Sab­bats” neben “Fes­ten” und “Neu­mon­den” in Kol 2,16 kann nichts ande­res bedeu­ten, als daß hier mit “Sab­bat” tat­säch­lich der Wochen­sab­bat und nicht ein Fest­sab­bat gemeint ist. Wenn wir uns aber “von nie­man­den ein schlech­tes Gewis­sen” machen las­sen sol­len z.B. wegen des Sab­bats, dann muß es bei aller grund­sätz­li­chen Gül­tig­keit des Sab­bat­ge­bo­tes doch Aspek­te geben, die nicht mehr not­wen­dig zu prak­ti­zie­ren sind, die, wenn man sie hält aber auch nicht Sün­de sind. Mei­nes Erach­tens fällt unter die­sen Aspekt auch die Fra­ge nach dem Wochen­tag. (Der oft gebrach­te Hin­weis, daß Jesus den Sab­bat voll­stän­dig gehal­ten hat, ist für die Fra­ge letzt­lich nicht ent­schei­dend, denn Jesus hat eben auch das Zere­mo­ni­al­ge­setz voll­stän­dig gehal­ten.)  Die­se angeb­lich „völ­lig ein­deu­ti­gen Stel­len“ wer­den hier genau­er betrach­tet und sind mit­nich­ten so ein­deu­tig, wie der Autor meint. Auch auf Kol 2,16 wird dort aus­führ­lich ein­ge­gan­gen. Hier räumt der Autor dem Sab­bat­ge­bot eine grund­sätz­li­che Gül­tig­keit ein (vgl. Abschnitt zuvor). Das muss er tun, weil er sonst nicht das Gebot aus dem Kate­chis­mus „Du sollst den Fei­er­tag hei­li­gen“ auf­recht­erhal­ten kann.
So sei die Wahl des Wochen­ta­ges egal, man müs­se aber irgend­ei­nen Wochen­tag als “Sabbat“halten. Die­se Annah­me bleibt unbe­grün­det. Selbst wenn Kol 2,16 wirk­lich den Wochen­sab­bat ein­schlie­ßen soll­te, kann sich die Stel­le auf­grund des Kon­tex­tes ledig­lich auf die Opfer­ge­set­ze bezie­hen. +++ Wahl eines belie­bi­gen Wochen­ta­ges wird in Kol 2, 16 nicht im Ent­fern­tes­ten sug­ge­riert.  
Daß Chris­ten schon sehr früh den Sonn­tag gefei­ert haben, ist für mich der posi­ti­ve Beweis, daß mein oben skiz­zier­tes Ver­ständ­nis der Sab­bat­ge­setz­ge­bung biblisch ist.Das frü­he Auf­tre­ten von Sonn­tags­fei­ern bei eini­gen Chris­ten (his­to­ri­scher Hin­ter­grund hier) ist kein gül­ti­ges Argu­ment, son­dern eine Behaup­tung. Man könn­te genau­so behaup­ten, die Sonn­tags­fei­er bei frü­hen Chris­ten zei­ge ihren Abfall von Got­tes ewi­gem Gesetz.
Die meis­ten Ver­fech­ter der ‚Sams­tag-Hei­li­gung’ las­sen häu­fig die gan­ze neu­tes­ta­ment­li­che Dis­kus­si­on außer acht und set­zen mit ihrer Argu­men­ta­ti­on immer erst bei Kai­ser Kon­stan­tin ein. Ich behaup­te nicht, daß alles, was Kon­stan­tin gesagt und ange­ord­net hat, mit der Bibel über­ein­stimmt, nur die Fra­ge nach Sabbat/Sonntag ent­schei­det sich nicht an mei­ner Stel­lung zu Kon­stan­tin, son­dern schlicht und ein­fach am Neu­en Tes­ta­ment.  Es gibt nicht ein­mal ansatz­wei­se eine neu­tes­ta­ment­li­che Dis­kus­si­on der Fra­ge, ob der Sab­bat oder der Sonn­tag Got­tes hei­li­ger, wöchent­li­cher Fei­er­tag ist. Statt­des­sen dis­ku­tier­ten die Apos­teln und Ältes­ten ande­re Vor­schrif­ten, die nicht Teil der Zehn Gebo­te waren: Müs­sen bekehr­te Hei­den sich beschnei­den las­sen? Darf man Fleisch kau­fen, das Göt­zen geop­fert wur­de? Wie steht es um die (Tisch)Gemeinschaft von „Juden“ und „Hei­den“? Wen
n die­se Fra­ge­stel­lun­gen hei­ße Debat­ten aus­lös­ten, wie viel mehr wäre eine Aus­spra­che über die Ände­rung eines der Zehn Gebo­te not­wen­dig gewe­sen? Davon ist aber im Neu­en Tes­ta­ment kei­ne Spur.
Aber nun zum Sonn­tag im Neu­en Tes­ta­ment: Die Jün­ger Jesu ver­sam­mel­ten sich bereits ganz zu Anfang an “dem ers­ten Tag der Woche” (Joh 20,19), als Jesus unter sie trat. Das nächs­te Mal tra­fen sie sich “nach acht Tagen” (Joh 20,26), also wie­der am sel­ben Wochen­tag, wie­der am Sonn­tag3. Nach Apg 20,7 scheint es die regel­mä­ßi­ge Pra­xis der christ­li­chen Gemein­de gewe­sen zu sein, sich am Sonn­tag zum Got­tes­dienst (mit Abend­mahl) zu tref­fen: “Als wir aber am ers­ten Tag der Woche ver­sam­melt waren, um das Brot zu bre­chen …”. Und in die­sem Got­tes­dienst pre­dig­te Pau­lus das ers­te Mal in Tro­as, obwohl er bereits seit Mon­tag die gan­ze Woche über da war (also auch am Sams­tag). Sein Got­tes­dienst in die­ser Woche fand ein­deu­tig am Sonn­tag und nicht am Sams­tag statt.4 Aus adven­tis­ti­scher Sicht wird ein­ge­wandt, daß in Apg 20,7 fälsch­lich “pre­di­gen” über­setzt wür­de (so die Luther­über­set­zung). An die­ser Stel­le steht im grie­chi­schen “dia-lego­mai”, was die Elber­fel­der sehr wört­lich mit “unter­re­den” über­setzt. Die­ses Verb kommt im NT ins­ge­samt 13x vor, davon allein 10x in der Apos­tel­ge­schich­te. Gera­de in den Kapi­teln davor wird die­ser Begriff für die Wort­äu­ße­rung von Pau­lus in der Syn­ago­ge ver­wen­det (Apg 17,2+17; 18,4+19; 19,8 [hier ist “dia­le­go­mai” das zwei­te Verb und steht inhalt­lich par­al­lel mit “par­re­si­ma­zo­mai”, Elb. “frei­mü­tig spre­chen”, und “peit­ho”, “über­zeu­gen”], 19,9 [jetzt nicht mehr in der Syn­ago­ge, son­dern “Unter­re­dung” mit den Jün­gern in der Schu­le des Tyran­nus]). Nun, was war das ande­res als eine Pre­digt? Sicher war die­se mal evan­ge­lis­ti­scher, mal lehr­mä­ßi­ger, mal apo­lo­ge­ti­scher, aber alles in allem doch eine Pre­digt, oder? Wie auch immer: Das, was Pau­lus am Sab­bat in der Syn­ago­ge tat, tat er am Sonn­tag in der Gemein­de. Soge­se­hen ist gera­de der Begriff “dia­le­go­mai” eher eine Bestä­ti­gung der hier ver­tre­te­nen The­se.  Die Erwäh­nung des ers­ten Tages der Woche allein ist weder ein Zei­chen einer Sonn­tags­fei­er noch eine „Dis­kus­si­on“ dar­über, wel­cher der rich­ti­ge Fei­er­tag ist. Auf die vom Autor erwähn­ten Bibel­stel­len wird hier ein­ge­gan­gen. Ein paar Kurz­ant­wor­ten; Apg 20,7: Damals war es üblich, sich häu­fig zu tref­fen. Brot­bre­chen ist nicht auto­ma­tisch einem Got­tes­dienst mit Abend­mahl gleich­zu­set­zen: sie­he Apg 2,46; Apg 5,42. Apg 20,7. Auch ein Abschieds­mahl kann hier zutref­fen, zumal Pau­lus am nächs­ten Tag abrei­sen woll­te. Zur Fra­ge, ob es Sams­tag-abend oder Sonn­tag­abend war – sie­he hier. Soll­te das Tref­fen mit Pau­lus ein Sams­tag­abend gewe­sen sein (nach jüdi­scher Zähl­wei­se schon der ers­te Tag der Woche), wäre dies für die Sonn­tags­fei­er­be­für­wor­ter fatal, weil Pau­lus dann den Sonn­tag tags­über als Rei­se­tag nutz­te.  
Das Pro­blem mit der Über­set­zung „pre­di­gen“ liegt dar­in, dass Leser von heu­te, damit auto­ma­tisch einen nor­ma­len Pre­digt­got­tes­dienst asso­zi­ie­ren. Genau aus dem Grund – in Ver­bin­dung mit dem „ers­ten Tag“ der Woche, ver­wen­de­ten die Über­set­zer der Luther­bi­bel die­se ten­den­ziö­se Über­set­zung mit „pre­di­gen“, obwohl der Kon­text genau­so mit „unter­re­den“ über­setzt wer­den kann. „Pre­di­gen“ hat heu­te pri­mär die Bedeu­tung einer (mono­lo­gi­schen) Wort­ver­kün­di­gung. Das grie­chi­sche Wort in Apg 20, steht aber viel­mehr für ein Gespräch (Dia­log), eine Aus­ein­an­der­set­zung oder auch Dis­kus­si­on – die sogar einen Streit­cha­rak­ter haben kann. In Apg 20,7 gab es sicher­lich noch viel zu bespre­chen, bevor Pau­lus abreis­te. Nichts deu­tet auf eine Pre­digt hin, außer dass man in Apg 20,7 unbe­dingt eine Pre­digt mit Abend­mahl­fei­er sehen will. Von einer Bestä­ti­gung der The­se des Autors kann kei­ne Rede sein.
Nach 1Kor 16,1–2 soll­te “an jedem ers­ten Tag der Woche” die ‚Kol­lek­te’ zusam­men­ge­legt wer­den (und dies galt nicht nur für Korinth, son­dern Pau­lus erwähnt aus­drück­lich auch die Gemein­den von Gala­ti­en, so daß es m.E. sicher ist, daß es sich hier um eine all­ge­mei­ne apos­to­li­sche Anord­nung han­delt). Aber die Anwei­sung des Pau­lus macht natür­lich nur Sinn, wenn der wöchent­li­che Gemein­de­got­tes­dienst auch wirk­lich am ers­ten Tag der Woche, also am Sonn­tag, statt­fin­det. Es ist rich­tig, daß 1Kor 16,1–2 nicht mit letz­ter Sicher­heit sagt, daß das Geld qua­si im Got­tes­dienst zusam­men­ge­legt wer­den soll­te. For­mal könn­te man das “bei sich selbst” auch so inter­pre­tie­ren, daß die Chris­ten an jedem Sonn­tag zu Hau­se Geld zur Sei­te legen soll­ten. Aller­dings wür­de ich fra­gen, ob das dem Begriff der “Samm­lung” tat­säch­lich gerecht wird, die ja eben an jedem Sonn­tag bereits gesche­hen soll und nicht erst, wenn Pau­lus kommt. Das zu Hau­se Zurück­le­gen wür­de man wohl eher als “[zweck­ge­bun­de­nes] Spa­ren” bezeich­nen, das Zusam­men­tra­gen des Gel­des in der Gemein­de dage­gen durch­aus als “Samm­lung” bzw. “Samm­lun­gen” (näm­lich jeden Sonn­tag). Und: Wenn das Geld zu Hau­se gespart wer­den soll­te, war­um aus­ge­rech­net am Sonn­tag? War­um nicht am Ende der Arbeits­wo­che? Der Sonn­tag macht gera­de auch bei der Annah­me des häus­li­chen Spa­rens eigent­lich nur Sinn, wenn er eben schon an sich etwas beson­de­res war. Nimmt man dage­gen an, daß die Samm­lung in der Gemein­de von­stat­ten gehen soll­te, wür­de man “bei sich selbst” inhalt­lich am ehes­ten mit “dis­kret” wie­der­ge­ben. Oder anders for­mu­liert: Wie­viel jeder gab, soll­te nicht der neben ihm Sit­zen­de wis­sen, son­dern nur er selbst – und Gott. Damit wäre die­se Anwei­sung eine Par­al­le­le zu Mt 6,2–4.  1Kor 16 wird eben­falls hier bespro­chen. Die Wor­te „bei sich selbst“ müs­sen nicht „inter­pre­tiert“ wer­den, son­dern sind klar. Pau­lus möch­te, dass die Gläu­bi­gen regel­mä­ßig sam­meln. Nichts spricht für eine Samm­lung im Got­tes­dienst oder dafür, dass jemand das gesam­mel­te Geld ver­wal­ten müs­se. Es ist logisch und legi­tim anzu­neh­men, dass Pau­lus die Gemein­de anwies, im Vor­aus zu sam­meln und nicht dann erst, wenn er kommt (und die Gläu­bi­gen wenig spen­da­bel sind, weil sie nichts ange­spart haben). Die­se Begrün­dung fin­den wir im Vers 2!





















Auch wenn in Off 1,10 vom “Her­ren­tag” (griech: “kyria­ke”) die Rede ist, so ist das die bis 450 n.Chr. aus­schließ­lich von Chris­ten gebrauch­te Bezeich­nung für den Sonn­tag. War­um soll­ten Chris­ten eine beson­de­re Bezeich­nung für die­sen Tag ein­füh­ren, wenn die­ser Tag kei­ner­lei beson­de­re Bedeu­tung für sie hat­te?  Die Bedeu­tung vom „Tag des Her­ren“ in Offb 1,10 ist nicht so ein­deu­tig, wie der Autor meint. Der Begriff kommt in der Bibel auch nur an die­ser ein­zi­gen Stel­le vor, was eher gegen eine Ver­bin­dung zu einem wöchent­li­chen Got­tes­dienst spricht. Von eini­gen wird ver­mu­tet, dass Johan­nes den Tag der Wie­der­kunft meint und nicht einen Wochen­tag. Ande­re argu­men­tie­ren hin­ge­gen, dass Jesus gesagt habe, er sei Herr über den Sab­bat, als sei der Tag des Herrn der Sab­bat. Im Brief des Igna­ti­us von Antio­chi­en an die Magne­si­er gibt es eine gram­ma­ti­ka­li­sche Mehr­deu­tig­keit. Dort heißt es: „…nicht mehr den Sab­bat hal­tend, son­dern nach der kyriakēn lebend…“ – Das Begleit­wort hēme­ra fehlt. Vie­le Gelehr­te geben an, Igna­ti­us mein­te gar nicht „nach dem Sonn­tag leben“, son­dern „nach dem Leben des Herrn“ (kyriakēn zōēn). Es gehe also um eine christ­li­che Lebens­füh­rung im Gegen­satz zur jüdi­schen Geset­zes­ob­ser­vanz, und nicht pri­mär um einen Kalen­der­tag. In der Dida­che (ca. 100 n. Chr.) fin­det sich die selt­sa­me For­mu­lie­rung: „An der kyriakē des Herrn kommt zusam­men…
Wür­de kyriakē bereits „Tag des Herrn“ bedeu­ten, hie­ße der Satz wört­lich: „Am Tag des Herrn des Herrn“ – eine Red­un­danz. Das deu­tet dar­auf hin, dass kyriakē zu die­sem Zeit­punkt noch ein rei­nes Adjek­tiv war, das ein Sub­stan­tiv brauch­te, oder es sich auf etwas ande­res bezie­hen könn­te (z. B. die „Leh­re des Herrn“). Zur his­to­ri­schen Ent­wick­lung der Sonn­tags­fei­er und den Irr­tü­mern der Kir­chen­vä­ter sind wei­te­re Infor­ma­tio­nen hier zu fin­den.
Wenn es aber seit den Tagen des Neu­en Tes­ta­ments ihr Got­tes­dienst­tag war, macht die gan­ze Sache sehr wohl Sinn.  “Wenn … ” – doch dafür feh­len stich­hal­ti­ge Bele­ge. Die Wort­wahl kann auch ande­re Grün­de haben oder sogar für den Sab­bat spre­chen.
Mit die­sen neu­tes­ta­ment­li­chen Gedan­ken sage ich nicht, daß es nun gera­de­zu ein bibli­sches Gebot wäre, den Sonn­tag anstel­le des Sams­tags zu “hei­li­gen”. Ich mei­ne aber, daß es sehr wohl legi­tim ist.  Hier kommt der Autor argu­men­ta­tiv wie­der ins Schwim­men. Einer­seits schreibt er zuvor, dass der Sie­ben­ta­ges­rhyth­mus zum ewig gül­ti­gen Moral­ge­setz Got­tes gehö­re und ledig­lich die Wahl des Tages ritu­ell / zere­mo­ni­ell sei. Der Autor ändert eins der Zehn Gebo­te ab und stellt die Sonn­tags­hei­li­gung hier als „legi­tim“ dar. Wenn die­se aber optio­nal sei, zer­stört der Autor damit einen Teil des in sei­nen Augen ewig gül­ti­gen Moral­ge­set­zes Got­tes, näm­lich den Sieb­ta­ges­rhyth­mus. Ent­we­der soll man sich an den rhyth­misch wie­der­keh­ren­den Sonn­tag hal­ten, wenn dies ewig gül­tig sei, oder man wählt will­kür­lich einen ande­ren Tag, dann gilt die Schöp­fungs­ord­nung nicht für den Wochen­rhyth­mus.
Einer letz­ter Punkt, der noch ange­spro­chen wer­den muß: Ver­tre­ter der ‚Sams­tag-Hei­li­gung’ gehen durch die Bank weg still­schwei­gend davon aus, daß man von der Schöp­fung an durch­gän­gig sicher sein kön­ne, daß es einen kom­plett durch­lau­fen­den 7‑Ta­ge-Wochen­rhyth­mus gege­ben habe. Wenn man sich aber ein biß­chen mit die­ser Mate­rie aus kul­tur­ge­schicht­li­cher Per­spek­ti­ve befaßt, stellt man sehr schnell fest, daß die Rech­nung so ein­fach nicht ist. Es hat in der Geschich­te immer wie­der gro­ße Kalen­der­re­for­men gege­ben, so daß heu­te kei­ner anti­ke Daten sicher datie­ren kann. Auch im Juden­tum hat es z.B. zur Zeit Jesu sogar meh­re­re kon­kur­rie­ren­de Kalen­der gege­ben, wobei (min­des­tens) einer davon – aus­ge­rech­net der der extrem kon­ser­va­ti­ven Qum­ran­ge­mein­schaft – immer wie­der beim Jah­res­wech­sel nicht voll­stän­di­ge Wochen hat­te, weil das Jahr immer mit einem bestimm­ten Wochen­tag anfan­gen muß­te. Auch spä­ter hat es im Juden­tum Kalen­der­re­for­men gege­ben. Im ‚dunk­len Mit­tel­al­ter’ (6.–8. Jh. n.Chr.) haben wir sowe­ni­ge Zeug­nis­se der euro­päi­schen Geschich­te, daß man­che ernst­haft die The­se in Erwä­gung zie­hen, daß es die­se Jahr­hun­der­te gar nicht gege­ben habe. Wer will ange­sichts die­ser Quel­len­la­ge etwas Siche­res über eine durch­lau­fen­de 7‑Ta­ges-Woche sagen. Das ist völ­lig unmög­lich. Wenn dies tat­säch­lich alles so unsi­cher ist, stellt sich die Fra­ge, wer denn eigent­lich fest­legt, wel­ches der ers­te oder der sieb­te Tag der Woche ist? In Deutsch­land jeden­falls (wie auch in ande­ren euro­päi­schen Län­dern) hat der Gesetz­ge­ber beschlos­sen, daß der Sonn­tag der sieb­te Tag der Woche ist. Wenn es denn biblisch not­wen­dig wäre, tat­säch­lich den sieb­ten Tag der Woche zu fei­ern, und es gleich­zei­tig aber nicht sicher ist, an wel­chem Wochen­tag wir uns seit der Schöp­fung befin­den, ist für mich die Ent­schei­dung des Staa­tes nicht unwich­tig – dann bin ich mei­ner “Obrig­keit” ein­fach “unter­tan” (Röm 13,1).
Still­schwei­gend – naja. Über­le­gen wir doch ein­fach. Jesus wuss­te, wel­cher der rich­ti­ge Sab­bat war, denn Er hat ja das gan­ze Gesetz erfüllt. Damit ist schon mal bis ins 1. Jahr­hun­dert geklärt, wel­cher der 7. Tag der Woche war. Die Juden haben bis in die heu­ti­ge Zeit sehr gewis­sen­haft den Sab­bat gehal­ten, sogar als sie in vie­len Län­dern zer­streut waren. Es ist unum­strit­ten, dass der Sab­bat schon immer der Dreh- und Angel­punkt der jüdi­schen Kul­tur gewe­sen ist. Bereits am Frei­tag, dem Rüst­tag, galt es, zahl­rei­che Vor­be­rei­tun­gen zu tref­fen. Nie gab es den Fall, dass Juden in Jeru­sa­lem einen ande­ren Wochen­tag als Sab­bat fei­er­ten als Juden in, sagen wir mal, Nord­afri­ka. Es gab nie die Not­wen­dig­keit, die im Lau­fe der Jahr­hun­der­te hypo­the­tisch ent­stan­de­nen, ver­schie­de­nen Sab­bat­ta­ge wie­der auf einen gemein­sa­men Nen­ner zu brin­gen. Es gibt abso­lut kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass sich für die Juden der Wochen­tag­zy­klus in den letz­ten 2000 Jah­ren geän­dert hät­te. Wer so etwas behaup­tet, muss es bewei­sen. Kalen­der­re­for­men, Schalt­ta­ge, Schalt­mo­na­te usw. brach­ten kei­ne Ände­rung in den Wochen­zy­klus.

Die Aus­sa­ge bzgl. der Qum­ran­ge­mein­schaft ist falsch. Die Qum­ran-Gemein­de war gera­de­zu beses­sen von der Unver­letz­lich­keit der Sie­ben-Tage-Woche.

Die wei­te­ren Aus­füh­run­gen des Autors sind spe­ku­la­tiv, zumal klar ist, wel­cher Tag der sieb­te Tag ist. Ein „Sabbat“-ähnlicher Name für Sams­tag fin­det sich in den meis­ten roma­ni­schen, fast allen sla­wi­schen, grie­chi­schen, semi­ti­schen und meh­re­ren ori­en­ta­li­schen Spra­chen. Als Bei­spie­le sei­en genannt: das arme­ni­sche շաբաթ (šabat), das spa­ni­sche sába­do, das rus­si­sche суббота (sub­bó­ta) oder das indo­ne­si­sche sab­tut. Dies zeigt, wie stark der biblisch-jüdi­sche Wochen­rhyth­mus sprach­lich in gro­ße Tei­le Euro­pas, des Nahen Ostens und dar­über hin­aus ein­ge­wirkt hat.
Zum Schluß: In den meis­ten Fäl­len haben die­se Kalen­der­re­for­men sicher kei­ne Ände­rung des Wochen­rhyth­mus­ses mit sich gebracht. Aber es hat eben auch das gege­ben. Ich möch­te ein kon­kre­tes Bei­spiel nen­nen: Kai­ser Kon­stan­tin hat im Jah­re 321 eine Kalen­der­re­form durch­ge­führt, die mit einer Ände­rung des Wochen­rhyth­mus­ses ein­her­ging. Ich zitie­re: “Zu einem nicht näher bekann­ten Datum des Jah­res 321 ver­tausch­te er den Tag des römi­schen Reichs­got­tes Jupi­ter (Iovis dies), ursprüng­lich dem Don­ners­tag ent­spre­chend (man ver­glei­che ‚jeu­di’ im Fran­zö­si­chen [sic!] und ‚gio­ve­di’ im Ita­lie­ni­schen), in den ‚Tag des Herrn’, (feria pri­ma), den Sonn­tag. Lan­ge Zeit war bei der Rück­rech­nung von Daten die­ser Umstand nicht berück­sich­tigt wor­den. Sämt­li­che Wochen­tags­da­ten vor 321 v. Chr. [sic!, muß n. Chr. hei­ßen, TV] ver­schie­ben sich um drei Tage. … Die­se Rege­lung, eigent­lich eine unge­heu­re Unter­schie­bung der heid­ni­schen Son­nen­ver­eh­rung in den christ­li­chen Glau­ben, fand Ein­gang in das von Kon­stan­tin ein­be­ru­fe­ne Kon­zil von Niz­äa im Jah­re 325. Gläu­bi­ge Chris­ten, die das erkann­ten, hiel­ten noch lan­ge an der alten Zähl­wei­se fest, bis Kai­ser Jus­ti­ni­an (527–565) einen Schluß­strich zog.“5 – Ein­mal vor­aus­ge­setzt, daß die­ses die ein­zi­ge Kalen­der­re­form die­ser Art in der Mensch­heits­ge­schich­te wäre, dann müß­ten Adven­tis­ten (und alle ande­ren Sab­bat-Ver­tre­ter) eigent­lich am Mitt­woch Sab­bat fei­ern, alles ande­re wäre eigent­lich nur der will­kür­li­chen Kalen­der­än­de­rung Kon­stan­tins gefolgt.Die angeb­li­che Kalen­der­re­form am Schluss hat weder Hand noch Fuß, son­dern geht auf nicht über­zeu­gen­de Spe­ku­la­tio­nen eines Robert Sträu­li zurück.Dieses wird aus­führ­lich hier dis­ku­tiert.
Fuß­no­ten:
1 Tho­mas Schirr­ma­cher. Ethik (2 Bän­de). Häns­s­ler-Ver­lag: Stutt­gart, 1994. hier: Bd. 2, S. 146f (Her­vor­he­bung im Ori­gi­nal)
2 Zu die­sen Tex­ten ver­mis­se ich lei­der eine detail­lier­te und über­zeu­gen­de Aus­le­gung der Adven­tis­ten.
3 Die For­mu­lie­rung “nach acht Tagen” dürf­te aller Wahr­schein­lich­keit nach iden­tisch sein mit “am ach­ten Tag”, wie eine Viel­zahl von ana­lo­gen For­mu­lie­run­gen erwar­ten läßt. Beson­ders in der Pas­si­ons­ge­schich­te haben wir für die Anga­be der Zeit, die Jesus im Grab war, ver­schie­de­ne Aus­drü­cke: “nach drei Tagen”, “in drei Tagen”, “am drit­ten Tag”, die alle syn­onym im Sin­ne von “am drit­ten Tag” gebraucht wer­den (vgl. dazu im Detail den Arti­kel Drei_Tage.pdf). Der Hin­ter­grund ist der, daß in der Anti­ke der Aus­gangs­tag häu­fig ein­fach mit­ge­zählt wur­de, was selbst in unse­rer Spra­che z.T. noch gege­ben ist. Wenn wir sagen “heu­te in acht Tagen” weiß jeder, daß “heu­te in einer Woche”, also genau­ge­nom­men “heu­te in sie­ben Tagen” gemeint ist. (Vgl. ins­ge­samt dazu Theo­dor Zahn. Kom­men­tar zum Neu­en Tes­ta­ment. A. Deichert’sche Ver­lags­buch­hand­lung: Leip­zig, 1912, 4. Auf­la­ge. Bd. 4. Johan­nes­evan­ge­li­um. S. 680. Wei­te­re aus­führ­li­che Details fin­den sich in: Theo­dor Zahn. Skiz­zen aus dem Leben der alten Kir­che. A. Deichert’sche Ver­lags­buch­hand­lung: Leip­zig, 1898, 2. Auf­la­ge. S. 356f [= Fuß­no­te 20 zum Kapi­tel “Geschich­te des Sonn­tags vor­nehm­lich in der alten Kir­che”]; Theo­dor Zahn [1838–1933] gilt bis heu­te als einer der bedeu­tends­ten Exege­ten des Neu­en Tes­tem­en­tes und zugleich als einer der bes­ten Ken­ner der alten Kir­che. [Details unter www.bautz.de/bbkl/z/zahn_t.shtml])
4 Natür­lich ist Pau­lus häu­fig am Sams­tag in die Syn­ago­ge gegan­gen, um zu pre­di­gen. Dies wür­de ich aber eher unter sei­ne Arbeit als Mis­sio­nar rech­nen. Einen Beleg für einen Got­tes­dienst der Gemein­de an einem Sams­tag gibt es m.W. nicht.
5 Han­nes E. Schlag. Ein Tag zuviel – Aus der Geschich­te des Kalen­ders. Ver­lag Königs­hau­sen & Neu­mann: Würz­burg, 1998. S. 156  
Zu Fuß­no­te 1: Zu den nicht wei­ter begrün­de­ten Aus­füh­run­gen lässt sich so nichts sagen. Es wäre schön, wür­den die Aus­sa­gen begrün­det wer­den.
Zu Fuß­no­te 2: Detail­lier­te Aus­le­gun­gen zu den benann­ten Bibel­stel­len exis­tie­ren seit dem 19./20. Jahr­hun­dert (in adven­tis­ti­schen Krei­sen). Sie sind über­zeu­gen­der als die teil­wei­se wider­sprüch­li­chen und will­kür­lich wir­ken­den Erklä­rungs­ver­su­che von Vogt. Im Kern sind die Ant­wor­ten:
- Kolos­ser 2,16–17 (Schat­ten der Din­ge, die kom­men soll­ten): „Pau­lus spricht hier von den zere­mo­ni­el­len Sat­zun­gen, die am Kreuz ende­ten… Der Sab­bat des vier­ten Gebots ist jedoch in das Moral­ge­setz Got­tes ein­ge­schrie­ben und bleibt ewig bestehen.“ (Vgl. The Review and Herald, 1886).
- Römer 14,5–6 (Der eine hält einen Tag vor dem ande­ren): Die frü­hen Adven­tis­ten erklär­ten, dass es in Römer 14 um Fas­ten­ta­ge und jüdi­sche Fest­ta­ge ging, über die in der frü­hen Gemein­de (bestehend aus Juden und Hei­den) gestrit­ten wur­de. Es ging nicht um die Fra­ge: „Sab­bat oder Sonn­tag?“. Die Adven­tis­ten sahen in die­sem Text einen Auf­ruf zur Gewis­sens­frei­heit in Fra­gen, die nicht das fun­da­men­ta­le Gesetz Got­tes betref­fen. Da der Sab­bat ein Gebot Got­tes ist, kön­ne er nicht unter die Kate­go­rie „Mei­nungs­sa­che“ fal­len. Ihr Argu­ment, zusätz­lich zum Kon­text, war: Wenn Pau­lus den Sab­bat hier frei­ge­stellt hät­te, hät­te er das vier­te Gebot für nich­tig erklärt. Das wür­de sei­nem eige­nen State­ment in Römer 3,31 wider­spre­chen: „Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glau­ben? Das sei fer­ne! Son­dern wir rich­ten das Gesetz auf.“
Gala­ter 4,9–10 (Ihr hal­tet Tage und Mona­te und Zei­ten und Jah­re): Die adven­tis­ti­schen Pio­nie­re beton­ten, dass die Gala­ter Hei­den­chris­ten waren. Wenn sie zu „Tagen und Jah­ren“ zurück­kehr­ten, mein­ten sie ent­we­der heid­ni­sche Glücks­ta­ge oder die Ver­su­che judai­sie­ren­der Leh­rer, ihnen das gesam­te jüdi­sche Zere­mo­ni­al­sys­tem auf­zu­er­le­gen, um durch Wer­ke gerecht­fer­tigt zu wer­den. Für die Adven­tis­ten war das Hal­ten des Sab­bats kein „arm­se­li­ges Ele­ment“, son­dern ein Akt der Lie­be und des Gehor­sams. Die „Ele­men­te“ in Gal 4 sei­en die Ver­su­che, durch das Hal­ten von ritu­el­len Ele­men­ten das Heil zu ver­die­nen.
Dies ist nur eine knap­pe Zusam­men­fas­sung der seit Jahr­hun­der­ten bekann­ten Stand­punk­te. Sicher gibt es genü­gend Mög­lich­kei­ten, adven­tis­ti­sche Dar­le­gun­gen zu den benann­ten Bibel­stel­len ken­nen­zu­ler­nen. Mir sind kei­ne schlüs­si­gen Dar­le­gun­gen bekannt, dass die­se falsch sind.
Zu Fuß­no­te 3: Wenig rele­vant.
Zu Fuß­no­te 4: Man beach­te, dass die Hei­den in Apg 13,42 den Apos­tel Pau­lus auf­for­der­ten, ihnen am nächs­ten Sab­bat wie­der zu ver­kün­di­gen. Die per­fek­te Gele­gen­heit, ohne gro­ße Unru­he zu ver­ur­sa­chen, den Hei­den am “neu­en Sab­bat”, dem Sonn­tag, zu pre­di­gen, oder? Doch das tat Pau­lus nicht. Hier zeigt sich, dass zu dama­li­ger Zeit der Sab­bat von Juden und inter­es­sier­ten Hei­den als Tag zum reli­giö­sen Aus­tausch genutzt wur­de.
Zu Fuß­no­te 5: Kann als wider­legt betrach­tet wer­den.

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