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Stellungnahme zum Artikel

"Herkunft und Bedeutung unseres Kalenders"[1]

u­nd zur Behauptung, dass sich der Wochentagzyklus 321 n. Chr.

geändert habe.

 

von

Peter Engehausen

 

Im Rahmen der Frage, ob der Sabbat der "richtige Feiertag" ist, wird oft behauptet, dass die Frage irrelevant sei, da heute nicht mehr entschieden werden könne, welcher Tag der Sabbat sei. Titus Vogt, ein evangelischer Sabbat-Kritiker, behauptet zudem, dass eine Kalenderreform stattgefunden habe, die auch den Wochenzyklus unterbrochen habe[2]. Er zitiert dabei aus dem Buch "Ein Tag zuviel" von Hannes Schlag[3] und schlussfolgert, dass die Adventisten den Mittwoch als Ruhetag halten müssten. Schlag beruft sich wiederum auf Robert Sträuli und dessen Artikel "Herkunft und Bedeutung unseres Kalenders" in der Zeitschrift Museion 2000. Sträuli behauptet, dass Kaiser Konstantin I. (Regierungszeit 306 bis 337 n. Chr.) eine entsprechende Kalenderreform durchgeführt habe. Da Sträuli bereits 1997 verschieden ist und daher nicht mehr zu Details befragt werden kann, habe ich den besagten Artikel näher untersucht.

 

Hauptaussage des Artikels

Dreh- und Angelpunkt der Argumentation von Sträuli ist das Todesdatum Jesu, das nach unserem heutigen Kalender auf einen Dienstag fallen würde. "Auf der Suche nach der Fehlerquelle stießen wir auf Konstantins Kalenderveränderung des Jahres 321. Der Kaiser hatte in diesem Jahr zu nicht näher bekannten Zeit den »Tag des Herrn« (Sonntag) zum Jupiter geweihten Tag (Donnerstag) gemacht, zugleich aber die Siebentagewoche gesetzlich verankert." ([1], S. 23)

Gemäß dieser Veränderung müssten die Wochentage gemäß der folgenden Tabelle abgeglichen werden:

 

Wochentag

vor 321 n. Chr.

 

Wochentag

nach 321 n. Chr.

Sonntag

(feria prima)

321 n. Chr.

Donnerstag

(Iovis dies)

Montag

 

Freitag

Dienstag

 

Samstag

Mittwoch

 

Sonntag

Donnerstag

 

Montag

Freitag

 

Dienstag

Samstag

 

Mittwoch

 

Als Beleg für die Reform führt Sträuli den Bericht des Eusebios[4] von Caesarea an, der davon berichtet, dass ein gewisser Apphianus am Freitag den 2. April 306 n. Chr. getötet worden sei. Dieser Tag müsste aber nach unserem Kalender ein Dienstag gewesen sein. Erst durch die Verschiebung der Wochentage, die laut Sträuli 321 n. Chr. sattgefunden hat, stimmen Datum- und Wochentagsangabe überein.

 

Hat sich der Wochenzyklus tatsächlich geändert?

Sträuli beginnt seine Ausführungen mit dem historischen Kalender der Israeliten. Der religiöse Kalender beginnt mit dem Monat Abib bzw. Nisan[5] (Ährenmonat) und endet mit dem Monat Adar bzw. Ve-Adar im Schaltjahr. Die Monate werden von Neumond zu Neumond gezählt. Da ein reines Mondjahr ca. 11 Tage kürzer als ein Sonnenjahr ist, würden sich die Monate gegenüber den Jahreszeiten verschieben[6]. Die Methode, nach der die Israeliten ihr Jahr anpassten, wird in der jüdischen Überlieferung beschrieben: Zeichnete es sich im 12. Monat (Adar) ab, dass der Wuchs von Gerste so sehr in Rückstand war, dass zur Mitte des nächsten Monats keine reife Gerste geben würde, wurde ein Schaltmonat (Ve-Adar) ausgerufen. Durchschnittlich traten in 19 Jahren sieben Jahre mit 13 Monaten auf. Solange der Tempel stand, war das Kalendersystem mit der ersten Sichtung der Mondsichel nach Neumond und der Gersteernte verbunden. Später wurden Systeme entwickelt, welche die Schaltmonate in voraus berechnen.

Laut Sträuli erstreckt sich die Kornreife der Gerste (und damit der Termin für den Monat Abib bzw. Nisan) von Mitte April bis Mitte Mai ([1], S. 5). Dem widersprechen [4], [5] und [6], die jeweils März bzw. April für den Ährenmonat angeben.

Bevor Sträuli auf das Kernproblem, d. h. den Kreuzigungstag Jesu, stößt, äußert er noch einige fragwürdige Behauptungen: Sträuli behauptet, z. B. dass die Israeliten am 27. April 1244 v. Chr. aus Ägypten ausgezogen seien ([1], S. 5). Dabei lässt sich dieses Ereignis, die anschließende Wüstenwanderung und die Besitzname von Kanaan schwer datieren – vergleiche [7]. Das Datum 1244 v. Chr. steht dort erst gar nicht zur Debatte.

Ferner schreibt Sträuli ([1], S. 14), dass die Juden "den ersten Wochentag ... zum siebten, letzten Wochentag herabwürdigten. Dieser siebte Tag wurde ihr Sabbat. Da aber die Zahl Sieben nach dem Aberglauben der Babylonier mit vielerlei Übeln behaftet war, beschlossen die Israeliten, am Sabbat als dem siebten Wochentag möglichst vieles zu unterlassen und zu verbieten.". Diese wie auch andere Behauptungen werden von Sträuli ohne jegliche Begründung geäußert. Das letzte Zitat ist mit den Aussagen der Bibel unvereinbar und zeigt einen selektiven Umgang[7] mit der Hl. Schrift.

 

Sträuli vertritt die Ansicht, dass Jesus im Jahr 28 n. Chr. gestorben sei und beruft sich auf die Überlieferungen von Klemens von Alexandria, Origenes, Tertullian und Eusebios[8]. Dieses Datum scheint aber unglaubwürdig und wird heute nicht mehr favorisiert. Quellen wie [4] oder [5] gehen eher von den Jahren 30 oder 31. n. Chr. aus. Manchmal wird auch das Jahr 33 n. Chr. in Erwägung gezogen.


Ausgehend vom Jahr 28 n. Chr. bestimmt Sträuli den 14. Nisan als Todestag[9], welches nach seinen Überlegungen der 27. April im Jahr 28 gewesen seinen muss (eben da, S. 17). Dieses ist aber ein Dienstag gewesen und kein Freitag, wie man z. B. aus Lk 24, 7 folgern kann.

Um dieses "schockierende Ergebnis" zu erklären, begab sich Sträuli auf die Suche nach der Fehlerquelle (vgl. einleitendes Zitat oben, S. 1). Nachdem die Erklärung verworfen wurde, laut der die Juden drei Tage lang schlechtes Wetter hätten und den Mondsichel nicht sichten konnten, offenbart er dem Leser seine Lösung: Kaiser Konstantin habe den Kalender samt Wochenzyklus verändert ([1], S. 21-24).

"Damals machte er die Woche mit sieben nach Sonne, Mond und den Planeten benannten Tagen im Römerreich zum Gesetz. Außerdem verfügte er, der »Tag der Sonne« solle, nunmehr der alle sieben Tage wiederkehrende Sonntag sein. Für diesen Tag verbot Konstantin Gewerbebetrieb und Gerichtssitzungen. Vorher hatte er noch den Markttag in Rom, der früher alle acht Tage stattfand, auf den »Tag der Sonne« verlegt." ([1], S. 21)

 

Die Römer hatten in der Tat alle acht Tage einen Markttag, an dem die Arbeit ruhte und die Bevölkerung ihre Erzeugnisse verkaufte bzw. kaufte und sich über Gesetze und Verlautbarungen informierte. Diese mussten über den Zeitraum von drei Markttagen öffentlich angeschlagen sein. Die Römer nannten die einzelnen Tage seit der Kaiserzeit nach den sieben damals bekannten (mit dem bloßen Auge erkennbaren) Planeten und nach der Sonne und den Mond. Die "astrologische Woche", die seit Augustus (also schon zur Zeit Jesu!) sich allmählich verbreitete, breitete sich im ganzen Imperium zusammen mit dem Mithras-Kult [10], einen beliebten Sonnenkult unter römischen Soldaten, aus.

 

"Allmählich traten die Planeten als Zeitherrscher immer mehr hervor: Es vollzog sich, offiziell wohl seit dem zweiten Jahrhundert nach Christus, der Übergang zur Planetenwoche mit ihren sieben Tagen. Sie begann mit dem dies Solis, dem Tag der Sonne, dann folgte der Tag der Luna, des Mondes, Montag, dann kamen Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Im Deutschen sind die Namen durch die der entsprechenden germanischen Götter ersetzt, wie Jupiter durch Donar, Donnerstag, Venus durch Freya, Freitag. In den romanischen Sprachen sind die alten Götternamen noch gut erkennbar, wie vendredi und venerdi, Tag der Venus, Freitag, im Französischen und Italienischen. Ruhetag war nun der Samstag, der Tag des Saturn. Dieser Gott wird oft als der Ruhende dargestellt, als Planetengott übt er schädliche Einflüsse aus, man bleibt also lieber ruhig zu Hause. Aber auch der jüdische Sabbat spielte als Vorbild für den neuen römischen Ruhetag eine Rolle." ([8], Hervorhebungen vom Autor)

 

Sträuli irrt sich, wenn er behauptet, dass Konstantin 321 n. Chr. die siebentägige Woche eingeführt habe[11]. Sie war bereits über hundert Jahre zuvor allgemein bekannt. Es mag natürlich sein, dass an manchen Orten (vielleicht in Rom?) der achttägige Markttagrhythmus länger in Gebrauch war. Fest steht aber, dass der Samstag seiner Zeit als Ruhetag galt und eine siebentägige Woche de facto schon gültig war.

 

Im Codex Justinianus ist festgehalten, dass Konstantin den "Tag der verehrungswürdigen Sonne" zum Ruhetag ernannte. Dieses ist nicht weiter verwunderlich, da der Kaiser Anhänger des Mithra-Kults war. Dieses wird auch von Sträuli angegeben, obgleich dieser ihn auch als Anhänger des Reichgottes Jupiters bezeichnet. Sträuli behauptet ferner, dass Konstantin beim Konzil von Nicaea Jupiter meinte, wenn er von Gott gesprochen habe (vgl. [1], S. 22).  Da Sträuli auch hier keine Belege präsentiert, muss diese Aussage mit Vorsicht genossen werden.

Sträuli behauptet ferner, dass einige treue Christen den Tag nach der angeblichen Reform von 321 n. Chr. richtig weiter zählten, bis Kaiser Justinian (527-565) dem ein Ende machte (eben da, S. 22). Auch hier bleiben viele offene Fragen: Welche Christen zählten richtig weiter? Wie machte Justinian dem ein Ende? Welche Quellen belegen dies?

 

Es bleibt unverständlich, wie Sträuli zum Schluss kommt, dass der Kaiser aus dem »Tag des Herrn« einen Donnerstag machte. Konstantins Nähe zum "Sonnengott" wird durch seinen Erlass 321 n. Chr. (Codex Justinianus) mehr als deutlich. Warum sollte er ausgerechtet den Tag der Sonne auf den Tag Jupiters verlegen?

Der Jupiter hatte zur Zeit Diokletians eine wichtige Rolle gespielt. Er selbst - als Führer einer Tetrarchie - galt fortan als Verkörperung des Jupiter, des obersten Gottes. Konstantin hingegen ließ sich nicht als Jupiter darstellen. Seine Münzen zeigen viele Elemente des Sonnenkultes. Der Kaiser ließ sich in Begleitung des unbesiegbaren Sonnengottes und anderen Göttern abbilden. Eine Präferenz für Jupiter, als wichtigster Gott, wird nicht sichtbar. Daher ist es unglaubwürdig, dass er den Sonntag (Sonnenkult!) auf den Donnerstag (Tag des Jupiters) verlegt haben soll.

 

Dr. Jörg Sieger schreibt über Konstantin und seiner Festlegung des Sonntags als Feiertag:

 

"Konstantin selbst dürfte in dieser Frage durchaus von machtpolitischen Gesichtspunkten getrieben worden sein. Er hatte erkannt, dass die Christen zu einer solchen Größe im Imperium herangewachsen waren, dass man ganz einfach mit ihnen zu rechnen hatte. Gegen die Christen konnte man das Imperium nicht mehr führen.

Andererseits hielt sich Konstantin alle Türen offen. Er versuchte, es sich mit niemandem zu verderben. Als er beispielsweise den Sonntag zum Feiertag machte, konnte er auf die Zustimmung der Christen bauen, die an diesem Tag die Auferstehung ihres Herrn feierten. Er konnte sich aber auch genauso des Beifalls eines Großteils der Soldaten sicher sein. Denn der Sonntag war auch der Tag des unbesiegbaren Sonnengottes, den viele Soldaten verehrten." (siehe [9])

 

Für die Behauptung Sträulis, Konstantin habe den Tag der Sonne auf den Tag Jupiters verlagert, finden sich keine Belege. Das Schweigen der historischen Quellen ist hierbei sehr verdächtig, besonders wenn die "Heiden" in der Neuordnung den Sieg des Reichsgottes Jupiter erblickten, wie Sträuli behauptet ([1], S. 23). Die Aussage, dass die Christen die Neuordnung als Einführung[12] der Siebentagewoche[13] gefeiert hätten, ist zu bezweifeln, da diese schon längst bekannt war (siehe oben).

 

Verbleibt der Hinweis auf den Bericht des Eusebios von Caesarea (s. oben), welcher angibt, dass der 2. April 306 n. Chr. ein Freitag gewesen sei. Sträuli hat auch hier auf Sand gebaut: Vermutlich hat er seine Information aus dem Werk "Über die Märtyrer in Palästina" (das kurioserweise in zwei Versionen vorliegt[14]). Allerdings hat Sträuli "übersehen"[15], dass Eusebios zwei weitere Zeitangaben macht. Alle drei Daten können nicht in Einklang gebracht werden, d. h. seine Zeitangaben sind unbrauchbar (s. Tabelle unten). Vermutlich hat Eusebios die Ereignisse nach längerer Zeit niedergeschrieben und sich im Datum oder bei der Nennung des Wochentages geirrt. Vielleicht war es auch nur Rhetorik, die Ereignisse auf den Todestag Jesu (Freitag) bzw. auf seinen Auferstehungstag (Sonntag) zu legen.

 

Zeitangaben aus dem Werk "Über die Märtyrer in Palästina" (vgl. [10])

Kapitel

Vers

Tag

und

Monat

Wochentag nach Eusebios

Wochentag nach heutigem Kalender

Verschiebung gegenüber dem heutigen Kalender

Jahr[16]

Tag

IV

15

2. April

Rüsttag (Freitag)

306

307

308

309

Dienstag

Mittwoch

Freitag

Samstag

-3

-2

0

+1

VI

1

20. November

 

der Tag vor dem Sabbat (Freitag)

306

307

308

309

Mittwoch

Donnerstag

Samstag

Sonntag

-2

-1

+1

+2

VII

1

2. April

der Tag, an dem der Erlöser auferstanden ist (Sonntag)

307

308

309

Mittwoch

Freitag

Samstag

-4

-2

-1

 

Fazit zu­m Artikel "Herkunft und Bedeutung unseres Kalenders"

Sträuli nimmt an, dass Jesus am 27. April des Jahres 28 gekreuzigt wurde. Da dieser Tag gemäß unseres Kalenders ein Dienstag und kein Freitag war, sucht er eine Lösung für diesen Widerspruch. Anstatt aber einzusehen, dass sich antike jüdische Zeitangaben nicht auf den Tag genau festlegen lassen, unterstellt er Konstantin eine Kalenderreform – für die es jedoch keinerlei historische Quellen gibt. Der Versuch, Konstantin als Anhänger Jupiters dazustellen und eine Hervorhebung des Jupitertags (Donnerstag) zu begründen, wirkt wenig überzeugend. Den historischen Quellen zufolge stand Konstantin dem "Sonnengott" wesentlich näher.

Der interessante Hinweis auf den Bericht des Eusebios von Caesarea (s. oben) entpuppt sich nach näherer Untersuchung als unbrauchbar. Damit entbehrt Sträulis Behauptung zur Wochentagreform jeglicher Grundlage.


Literaturverzeichnis

[1]         Sträuli, Robert, Herkunft und Bedeutung unseres Kalenders, in: Museion 2000, Heft 4/1991, ABZ Verlag Zürich

[2]         http://www.die-voegte.de/sabbat.html (Autor: Titus Vogt)

[3]         Schlag, Hannes, Ein Tag zuviel, Königshausen & Neumann, Würzburg 1998

[4]         Rienecker, F. / Maier, G., Lexikon zur Bibel, Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998

[5]         Horn, S. H. et al., Seventh-Day Adventist Bible Dictionary, Review and Herald Publishing Association, Hagerstown 1979

[6]         http://www.jewishencyclopedia.com/view.jsp?artid=271&letter=A&search=abib (JewishEncyclopedia.com)

[7]         http://www.wort-und-wissen.de/index2.php?artikel=i02-2 (Artikel "Auszug und Landnahme - Mythos oder Realität?" aus Info 02/02 - Nr. 59/Juni 2002)

[8]         Giebel, Mario­n, "Vom Markttag zum Sonntag - Der antike Kalender", Hörfunkbeitrag gesendet im Bayerischen Rundfunk in der Reihe: "Diese unsere Welt" am 03.02.2002

[9]         http://www.joerg-sieger.de/gesch/04_anf.htm ("Kleine Kirchengeschichte" von Dr. Jörg Sieger)

[10]     http://www.ccel.org/fathers2/NPNF2-01/Npnf2-01-13.htm#P4859_2227406  ("Nicene and Post-Nicene Fathers, Series II, Vol. I, Book VIII" bereitgestellt von 'The Christian Classics Ethereal Library')

[11]     http://www.newadvent.org/cathen/05617b.htm (The Catholic Encyclopedia)

 



[1] Literatur - siehe [1].

[2] Literatur - siehe [2].

[3] Literatur - siehe [3].

[4] alias Eusebius Pamphili. Die Schreibweise Eusebius scheint geläufiger zu sein als Eusebios.

[5] Abib wurde nach der babylonischen Gefangenschaft Nisan genannt.

[6] So wie heute bei dem Kalender der Moslems.

[7] Vermutlich betrachtet Sträuli Passagen der Bibel, die nicht seiner Meinung entsprechen, als verfälschte Texte. Die von ihm angegebenen Bibelstellen (nach z. T. gewagter Interpretation) hingegen können laut Sträuli als Belege dienen. Sträuli ist vermutlich auch deswegen ein Anhänger der Wiedergeburtslehre (Reinkarnationslehre) und lehnt wie z. B. die Zeugen Jehovas die Dreieinigkeitslehre ab.

[8] Konkrete Quellenangaben wären hier zur Prüfung wünschenswert.

[9] Selbst der 14. Nisan ist - unabhängig vom Jahr - umstritten: Die Bibelstellen Mt 26, 17; Mk 14, 12; Lk 22, 7 legen den 14. Nisan nahe, hingegen berichten Johannes (Joh 20, 1) und Paulus (1Kor 5, 7) sowie der Talmud vom 15. Nisan. Dieses lässt sich vermutlich auf eine unterschiedliche Zählweise bei Pharisäern und Sadduzäern zurück zu führen. Siehe [4] – Stichwort Passa.

[10] Der Mithras-Kult war eine bedeutende Religion im Römischen Reich. Seinen Höhepunkt erreichte sie im zweiten Jahrhundert nach Christus. Dadurch wurde sie zum Konkurrenten für das Christentum. Allerdings konnte sich die christliche Religion recht gut gegenüber dem Mithras-Kult durchsetzten, da verschiedene Faktoren den Kult negativ beeinflussten. So war sie eine Männerreligion, bei der Frauen praktisch ausgeschlossen wurden. Weitere Details: Siehe Babylonischer Wein bei http://www.glaube.org/ !

[11] Siehe Fußnote 12.

[12] Meint Sträuli an dieser Stelle lediglich eine gesetzliche Übernahme einer bereits üblichen Praxis, so ist seine Wortwahl ("die Namenchristen feierten als Sieg die Einführung der Siebentagewoche") unglücklich.

[13] Dabei sei angemerkt, dass es Belege für sabbathaltende Christen auch für die ersten Jahrhunderte gibt. Ihnen war also eine Siebentagewoche bekannt!

[14] Ein altlateinischer Text (MSS) und ein syrischer Text (vgl. [11])!

[15] Es ist schon verwunderlich, dass Sträuli keine weiteren Datum- und Wochentagangaben aus Eusebios Werk zur Untermauerung seine Behauptung herangezogen hat, da er diese Schriften offenbar gut kannte.

[16] Die zeitliche Zuordnung der Angaben ist nicht unproblematisch (vgl. Fußnoten 156 und 164 in [10]). Die farblich markierten Stellen entsprechen der Zuordnung aus den kommentierenden Fußnoten und aus dem Text von Sträuli. Selbst wenn man alle möglichen Jahreszahlen berücksichtigt, sind alle drei Angaben nicht in Einklang zu bringen.